Angesichts der hohen Zahl von Corona-Infektionen und Covid-19-Patienten auf Intensivstationen sind in Baden-Württemberg weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geplant. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg liegt über 500, die Intensivstationen sind an der Kapazitätsgrenze angelangt. Diese Lage sei dramatisch, begründete Ministerpräsident Kretschmann die Diskussion um eine erneute Regelverschärfung. Trotz der bereits sehr weitreichenden Maßnahmen in Baden-Württemberg müsse man noch einen Schritt weitergehen. Die neue Corona-Variante Omikron bereite Sorgen, das Wachstum der Infektionszahlen sei weiter exponentiell. Was aktuell debattiert wird, lest ihr in folgendem Artikel:

Neue Corona-Regeln auf der MPK besprochen – Neue Corona-Verordnung vermutlich ab Freitag in Kraft

Kretschmanns Kabinett wollte eigentlich bereits nach der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Dienstag, 30.11., deutlich verschärfte Corona-Regeln beschließen. Im Anschluss an die Kabinettssitzung wollte er um 12 Uhr mit Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) die Beschlüsse erklären. Nun wartet der Ministerpräsident aber doch das Bund-Länder-Treffen ab. Die neue Corona-Verordnung in BW soll daher voraussichtlich am Freitag, 03.12. in Kraft treten. Bund und Länder berieten neue Maßnahmen, diese sollen am Donnerstag bei einer Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen werden.
In Baden-Württemberg gilt aktuell die Alarmstufe 2: Denn mehr als 450 Covid-19-Patientinnen und -Patienten werden auf Intensivstationen behandelt. Mit der Alarmstufe II einher geht die Verschärfung der 2G-Regel zu 2G+. Während bei der 2G-Regel Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Bereichen haben, müssen diese, sobald 2G plus gilt, zusätzlich einen negativen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test vorweisen. Ungeimpfte haben bei keiner der beiden Regeln Teilnahmerechte.
  • Alarmstufe II in BW: Wo gilt jetzt 2G+?
  • Gibt es Ausnahmen von der 2G-plus-Regel in Baden-Württemberg?
  • Ein Überblick über jene Bereiche, in denen jetzt 2G+ gilt.

2G+ in BW: Wo brauchen Geimpfte und Genesene einen Schnelltest?

An welchen Orten gilt seit Mittwoch die 2G plus Regel in BW? Heißt: Wo müssen Geimpfte und Genesene einen negativen Schnelltest (nicht weniger als 24 Stunden alt) oder einen negativen PCR-Test vorweisen?
  • Öffentliche Veranstaltungen (wie Theater, Oper, Konzert, Stadtfest, Sportveranstaltungen Betriebs- und Vereinsfeiern etc.)
  • Körpernahe Dienstleistungen (ausgenommen medizinisch notwendige Behandlungen und Friseurbetriebe und Barbershops (dort 3G+PCR-Test)
  • Diskotheken und Clubs (Ausnahmen für nicht impffähige Personen und Schüler*innen gelten nicht)
  • Prostitutionsstätten
  • Weihnachtsmärkte – ob und wie lange diese noch stattfinden, ist allerdings fraglich. BW will große Veranstaltungen nämlich absagen. Alle Infos zu Weihnachtsmärkten in BW lest ihr hier.

Ausnahmen von 2Gplus: Wann darf ich trotz 2G+-Regel in den genannten Bereiche?

Laut Landesregierung in Baden-Württemberg sind dies jene Personengruppen, die von der 2G+ nicht betroffen sind:
  • Kinder bis einschließlich 5 Jahre (Gilt nicht für Saunen, Clubs und Diskotheken)
  • Kinder bis einschließlich 7 Jahre, die noch nicht eingeschult sind (Gilt nicht für Saunen, Clubs und Diskotheken)
  • Grundschüler*innen, Schüler*innen eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums, einer auf der Grundschule aufbauenden Schule oder einer beruflichen Schule – gilt nur für Schüler*innen bis einschließlich 17 Jahre (Gilt nicht für Saunen, Clubs und Diskotheken)
  • Personen bis einschließlich 17 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen. (Negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (ärztlicher Nachweis notwendig) (Negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Personen, für die es keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gibt (Negativer Antigen-Test erforderlich)
  • Schwangere und Stillende, da es für diese Gruppen erst seit dem 10. September 2021 eine Impfempfehlung der STIKO gibt (gilt nur noch bis 10. Dezember 2021) (Negativer Antigen-Test erforderlich)

2G statt 2G+: Ab wann gilt wieder die 2G-Regel in BW?

Damit sich die Regeln laut Warnstufensystem in Baden-Württemberg wieder ändern, müssen die Hospitalisierungsrate und die von Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegten Intensivbetten geringer werden. Die Alarmstufe 2 wird zurück auf die Alarmstufe gesetzt, sobald die Hospitalisierunginzidenz zwischen 3,0 und 5,9 liegt oder es zwischen 390 bis 449 mit COVID-19-Patient*innen belegten Intensivbetten in BW gibt.

2G in BW, Bayern, Thüringen und Co.: Wo gilt aktuell 2G?

Gilt die 2G-Regel bald in ganz Deutschland? Welche Corona-Regeln gelten in BW, Bayern, Thüringen, Sachsen und Co.? Die Bedeutung von 2G in der Übersicht:

Ab 1. Dezember: Gelber Impfpass reicht nicht für 2G und 2G+ Regel

Laut einer Pressemeldung der Deutschen Presse-Agentur sollten all diejenigen in Baden-Württemberg, die noch keinen digitalen Nachweis für seine Corona-Impfung hat, sich beeilen. Denn der gelbe Impfpass reiche nach der neuen Corona-Verordnung für den Zugang zu sogenannten 2G- oder 2G-plus-Veranstaltungen nicht mehr aus. Das teilte das Sozialministerium am Donnerstag (25.11.) mit. Impfnachweise müssten in digital auslesbarer Form vorliegen. Das soll „bis zu einem gewissen Grad mehr Sicherheit vor Impfpass-Fälschungen“ bringen, erläuterte ein Sprecher. Noch bis zum 1. Dezember besteht die Möglichkeit, sich einen sogenannten QR-Code ausstellen zu lassen.

Corona Deutschland aktuell: Nach 2G, 2G+ jetzt doch Lockdown?

In Sachsen wird ein Lockdown nicht mehr ausgeschlossen. Ist ein neuer Lockdown aktuell auch bundesweit in Deutschland eine Option? N-TV berichtet unter Berufung auf den „Spiegel“, dass Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock einen erneutem Lockdon nicht für ausgeschlossen halte. Dem Nachrichtenmagazin zufolge schließe Baerbock „nicht aus, dass es weiterer Schritte bedarf, womöglich pauschaler“. Alle aktuellen Infos zum Thema Lockdown in Deutschland im folgenden Artikel:

Landesregierung kündigt weitere Corona-Verschärfungen an

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat weitere Corona-Verschärfungen angekündigt. Regierungssprecher Arne Braun sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur, über die einzelnen Schritte werde am Montag und Dienstag beraten. „Aber es ist klar, dass im Profifußball Geisterspiele kommen“, sagte Braun. Die Besucherzahlen bei Großveranstaltungen wurden erst kürzlich beschränkt. Die Vereine dürfen nur die Hälfte ihrer Kapazität nutzen. Die Obergrenze liegt bei 25.000 Zuschauern. Auch hier gilt, dass Geimpfte und Genesene zusätzlich einen Test brauchen.
Am Dienstag verkündete dann auch Ministerpräsident Kretschmann man werde „ziemlich sicher“ regeln, dass Fußballspiele und Sportgroßveranstaltungen nur noch ohne Publikum stattfinden können, Darüber hinaus werde man Freizeitbetriebe wie Clubs und Diskotheken schließen.
Die Landesregierung stelle angesichts der aktuellen Entwicklung jederzeit Überlegungen an, weitere Verschärfungen vorzunehmen, die möglich seien. „Die neue Virusvariante, die sich zuspitzende Lage auf den Intensivstationen in vielen Regionen, das weiter nicht gebremste exponentielle Wachstum – all das macht schnelles Handeln notwendig“, sagte Braun