Die Corona-Zahlen steigen unaufhaltsam an und die neue Variante Omikron bereitet unterdessen weiter Sorgen. Die Landesregierung in Baden-Württemberg rechnet bis Weihnachten nicht mit einem Sinken der Corona-Zahlen. In der Alarmstufe wurden bereits die Maßnahmen im Umgang mit dem Corona-Virus verschärft, um die Dynamik der Pandemieentwicklung zu bremsen. Am Montag und Dienstag, 30.11.2021, berät die Landesregierung erneut über die Corona-Regeln. Die Ergebnisse der Beratungen sollen am Dienstagmittag verkündet werden. Im Anschluss an die Kabinettssitzung (12.00 Uhr) will Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) die Beschlüsse erklären. Im Fokus stehen Kontaktbeschränkungen und Geisterspiele im Profifußball. Vor allem für Ungeimpfte wird der Alltag immer ungemütlicher.

Kontaktbeschränkungen in Baden-Württemberg – das gilt für Ungeimpfte aktuell in BW

Es gilt im Südwesten mittlerweile die Alarmstufe II, bei der Ungeimpfte von der Teilnahme am öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen sind. Die Corona-Regeln werden immer strenger. Fast überall gilt 2G (Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene). Zudem dürfen sich Personen, die keine vollständige Corona-Impfung haben, allein oder als Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen.
In Stadt- und Landkreisen, die über einer 7-Tage-Inzidenz von 500 liegen, dürfen Ungeimpfte außerdem von 21.00 Uhr abends bis 05.00 Uhr morgens nicht mehr ohne triftigen Grund auf die Straße – es gelten Ausgangssperren. Solche Gründe sind zum Beispiel der Weg zur Arbeit, Besuch von Ehe- oder Lebenspartner, Teilnahme an Versammlungen und Sport im Freien, aber nicht in Sportanlagen.

Auch gegen Corona geimpfte sollen Kontakte beschränken

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha hält weitere Verschärfungen in Baden-Württemberg für nötig. Kontakte müssten um 70 bis 90 Prozent zurückgefahren werden, um Krankenhäuser nicht weiter zu überlasten, sagte er und fügte hinzu: „Das müssen wir jetzt signifikant reduzieren. Die Grundbotschaft lautet, Kontakte, die nicht nötig sind, nicht zu machen.“ Unter anderem könnten Großveranstaltungen abgesagt werden. Auch einen Lockdown schließt Lucha grundsätzlich nicht aus. Schulen sollten jedoch so lange wie möglich geöffnet bleiben.

Wer zählt bei den Kontaktbeschränkungen zum Haushalt?

Kinder unter 12 Jahren sowie Geimpfte und Genesene werden bei der Kontaktbeschränkung aktuell nicht mitgezählt. Wer zählt als ein Haushalt? – Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten bei dieser Begrenzung als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.

Corona-Regeln in der Alarmstufe 2 in BW – je nach Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen lag am Montag, 29.11.2021, in Baden-Württemberg bei 511,4. Am Samstag betrug die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche 514,7, am vorherigen Sonntag 454,1. Wie aus den Daten des Landesgesundheitsamts weiter hervorgeht, stieg die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen: von 617 am Sonntag auf 622.
Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz (Krankenhauseinweisungen pro 100 000 Menschen und Woche) lag bei 6,2 (Vortag: 5,94). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen ist allerdings in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor.