Top 10 der kuriosesten Polizeigeschichten: Münster-Kletterer, Telefonterror und Teenie-Dramen halten Ulm 2023 in Atem

Polizeiarbeit ist nie einfach - auch nicht im Jahr 2023.
© Gorodenkoff/stock.adobe.com (Symbolbild)Der brutale Angriff einer Männergruppe auf einen Polizisten, der Prozess um die ermordete Schülerin Ece, die Festnahme des Angreifers auf die Ulmer Synagoge und die Protestaktion von Klimaaktivisten und -aktivistinnen in der Ulmer Innenstadt: Diese und weitere polizeirelevante Vorfälle haben 2023 die Schlagzeilen in der Region Ulm/Neu-Ulm und Alb-Donau-Kreis geprägt. Allerdings hat es im abgelaufenen Jahr noch viele weitere Ereignisse gegeben, die von kurios bis geradezu bizarr reichen – oder einfach eine gute Nachricht waren. In dieser Liste erinnern wir an 10 Polizeigeschichten, die Menschen zum Schmunzeln gebracht, ihnen die Sprache verschlagen oder das Herz erwärmt haben.
Platz 10: „Roofer“ klettern auf Ulmer Münster
Das Ulmer Münster ist nicht nur das höchste Kirchengebäude der Welt, sondern übt mit seinen 161 Metern Höhe auch einen großen Reiz auf sogenannte „Roofer“ aus - Menschen, die gerne auf hohe Gebäude klettern. Viele illegale und gefährliche Kletteraktionen am Münster musste die Polizei bereits unterbinden, im Juli 2023 kam eine weitere dazu. Ausgerechtet am Schwörmontag und vermutlich während eines Gewitters erklommen zwei junge Männer das Gebäude und wurden von Einsatzkräften gestellt – Vorwurf: Hausfriedensbruch.
Platz 9: Karma trifft Wildpinkler
Viele tun es und viele ärgern sich darüber: Pinkler, die im öffentlichen Raum einfach die Hosen runter lassen und es laufen lassen, sorgen vielerorts für Verschmutzungen und Gestank. Ein Mann, der sich im Juni 2023 im Suff nachts erleichtern wollte, bekam aber eine schmerzhafte Quittung für seinen Toilettengang. Als er nachts am Ulmer Münsterplatz gegen eine Schaufensterscheibe pinkelte, verlor er das Gleichgewicht und fiel gegen das Glas. Die Scheibe barst und fügte ihm Verletzungen zu, eine aufmerksame Polizeistreife griff den Pinkler auf. Ob er durch die Anzeige und Verletzung eine Lektion gelernt hat?
Platz 8: Frau wird ausgeraubt – von einem bekannten Gesicht
Überfallen zu werden ist schon schlimm genug. Schlimmer ist es allerdings, wenn man den Angreifer kennt. So sollen im Mai 2023 zwei Frauen abends in der Langenauer Innenstadt eine 27-Jährige gewaltsam um Geld erleichtert haben – wobei eine der Angreiferinnen kurioserweise eine Bekannte des Opfers gewesen sein soll. Also vermeintlich einfaches Spiel für die Polizei, die die Ermittlungen aufnahm. In jedem Fall ging der Vorfall glimpflich aus.
Platz 7: Unterhose löst Schlägerei aus
Weise Menschen mögen sagen, dass es nie einen guten Grund gibt, sich mit anderen zu prügeln. Die Ursache für eine Schlägerei im Juli 2023 in einem Neu-Ulmer Fitnessstudio gehört aber sicherlich zu den dümmsten. So gerieten ein 39-Jähriger und ein 23-Jähriger in einer Saunakabine erst verbal und dann körperlich aneinander, weil der 23-Jährige eine Unterhose trug. Dies störte den 39-Jährigen, der darauf bestand, dass die Sauna nur völlig unbekleidet betreten werden dürfe. Die Bilanz der Prügelei: leichte Verletzungen und Strafverfahren wegen Körperverletzung.
Platz 6: Mädchengruppe rastet wegen Instagram aus
Der Alltag vieler junger Menschen spielt sich heutzutage zu großen Teilen in den Sozialen Medien ab. Gute wie negative Erlebnisse im Netz haben daher nicht selten Auswirkungen auf das reale Leben. Besonders schmerzhaft musste das ein 15-jähriges Mädchen 2023 in Ulm erfahren, als sie von drei anderen Mädchen körperlich angegriffen und verletzt wurde. Der Grund: Die Teenager waren der Meinung gewesen, das Opfer habe sich in einem Instagram-Post abfällig über die verstorbene Mutter einer Bekannten geäußert.
Platz 5: Falsche Polizisten gehen echten Ordnungshütern in die Falle
Nicht nur am Telefon geben sich Betrüger manchmal als Polizisten aus, sondern auch auf der Straße. Einfach ein falsches Blaulicht besorgen und schon machen einem viele Autofahrer Platz, wenn man schnell durch den Verkehr möchte. Dumm aber, wenn man dabei echten Polizisten ins Netz geht. So geschehen im September und November auf der B30 sowie A7 im Bereich Ulm. In beiden Fällen verschafften sich zwei Autofahrer mit betrügerischen Blaulichtern Vorfahrt – wurden aber jeweils letztlich von den wahren Ordnungshütern in „Empfang“ genommen.
Platz 4: Männer gehen auf illegale Spritztour mit Straßenwalze
Das muss ein bizarrer Anblick gewesen sein, als eine Frau Anfang Oktober in Langenau nachts von Lärm geweckt wurde. Als sie aus dem Fenster schaute, entdeckte sie einen Mann, der auf einer Straßenwalze durch die Straße rollte. Wie die Polizei herausfand, hatten er sowie Begleiter das Fahrzeug von einer Baustelle entwendet und bei ihrer nächtlichen „Spritztour“ einiges an Schaden angerichtet. Für einen wirklichen Diebstahl war die Straßenwalze aber zu groß – die Männer ließen die Maschine mitten auf der Fahrbahn zurück.
Platz 3: Polizei hilft traurigem Nikolaus
In der Vorweihnachtszeit 2023 zeigte die Ulmer Polizei mal wieder deutlich, warum sie den Titel „Freund und Helfer“ innehat. Karl Höb, der in Ulm als Nikolaus Menschen überrascht, hatte im Stress zwischen Terminen seinen Bischofsstab und goldenes Buch vergessen und konnte seine wertvollen Insignien nicht mehr wiederfinden. Seine mehrtägige verzweifelte Suche hatte schließlich ein Happy End: Eine Polizeistreife war zufällig auf die Nikolaus-Ausrüstung gestoßen und hatte im Buch Hinweise auf Höb gefunden.
Platz 2: Mann terrorisiert Ulmer Leitstelle mit unzähligen Notrufen
Diese Nacht im April 2023 werden die betroffenen Mitarbeiter der Leitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Ulm wohl nicht so schnell vergessen. Über mehrere Stunden bekamen sie mehr als 100 Notrufe, die allerdings keine waren und alle aus derselben Quelle stammten. Ein 39-Jähriger hatte sich einen üblen Scherz erlaubt und überzog die Leitstelle mit einem regelrechten Telefonterror. Die Polizei konnte seinem Treiben letztlich aber ein Ende setzen – und sein Handy beschlagnahmen.
Platz 1: Vermisste Mädchen tauchen wohlbehalten wieder auf
Zum Abschluss noch mal zwei gute Nachrichten: Zwei Vermisstenfälle, die nicht nur regional sondern auch überregional für Aufregung sorgten, haben 2023 ein gutes Ende gefunden. Vor allem das Verschwinden der damals 16-jährigen Amani aus Rechtenstein im Jahr 2021 hielt viele in Atem. Der Fall bekam sogar einen Beitrag in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ spendiert. Nachdem viele vermutlich schon die Hoffnung aufgegeben hatten, die Schülerin jemals wieder lebend zu sehen, meldete sie sich im August 2023 plötzlich bei ihrer Familie – und kehrte später wohlbehalten und glücklich zu ihr zurück.
So lange wie Amani war die 19-jährige Ronja aus Ulm nicht vermisst, sondern rund einen Monat. Dennoch löste ihr Verschwinden im Juni 2023 größte Sorge bei ihrer Familie und in der Öffentlichkeit aus. Schließlich hatte sie plötzlich ihr Konto leer geräumt, wichtige Dokumente zurückgelassen und war mit dem Rad davon gefahren. Ängste, dass sich die junge Frau in den Händen eines Internetbetrügers befinden könnte, zerstreuten sich im Juli aber, als Ronja an der lettischen Grenze ausfindig gemacht werden konnte und zu ihrer Familie zurückkehrte.


