Notrufmissbrauch
: 39-Jähriger terrorisiert Ulmer Leitstelle mit über 100 Anrufen

Völlig grundlos hat ein 39-Jähriger in der Nacht von Freitag auf Samstag die Leitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Ulm beschäftigt.
Von
swp
Ulm
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Die 112 sollte man nur wählen, wenn man sich wirklich in einem Notfall befindet. Diese Regel missachtete ein 39-Jähriger in Ulm von Freitag auf Samstag aufs Gröbste.

Thomas Warnack/dpa

Wie die Polizei mitteilt, überzog der 39-Jährige die Mitarbeiter der Leitstelle mit einem regelrechten Telefonterror. So wählte er nach einer ersten Auswertung im Einsatzleitsystem von Freitag, 22 Uhr, bis Samstag, 8.15 Uhr, mit zwei verschiedenen Rufnummern über 100 Mal den Notruf 112.

Dabei behauptete er manchmal, dass sein Handy einen Defekt habe. In anderen Gesprächen beleidigte er die Mitarbeiter der Leitstelle, übermittelte Musik oder meldete sich einfach nicht. Nur in wenigen Fällen ließ er sich zu einem Gespräch mit den Notrufsachbearbeitern ein. Dabei war er nicht bereit, mit den Anrufen aufzuhören oder seinen Aufenthaltsort zu nennen.

Polizei beschlagnahmt Handy des 39-Jährigen

Die Leitstellenmitarbeiter schalteten entnervt die Polizei ein. Diese ermittelte den Inhaber der Rufnummer als einen im Landkreis Neu-Ulm gemeldeten Mann, der nicht an seiner Wohnanschrift aufzufinden war.

Die Polizei war sich sicher, dass sich der Mann in Ulm aufhielt - schließlich kommen Handynotrufe immer in den für den Aufenthaltsort zuständigen Leitstellen an. Nach einer intensiven Fahndung nach dem 39-Jährigen fand die Polizei ihn schließlich kurz nach 9 Uhr in den Sedelhöfen - und setzte seinem Treiben ein Ende. Sein Handy wurde beschlagnahmt, zudem wird gegen ihn jetzt wegen Notrufmissbrauchs ermittelt.