Flüchtlinge in der Region Ulm
: Alb-Donau-Kreis schließt Unterkunft in Herrlingen

108 Personen fanden in den Containern in Blaustein-Herrlingen zuletzt Platz. Von Beginn an war die Gemeinschaftsunterkunft als vorübergehende Lösung gedacht.
Von
swp
Blaustein
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Ruhig ist das nicht: Die neue Gemeinschaftsunterkunft des Alb-Donau-Kreises an der B28 in Herrlingen.

Flüchtlings-Unterbringung im Kreis
Blaustein-Herrlingen
Containerunterkunft an der B28

Die Container der Gemeinschaftsunterkunft in Herrlingen sind bald Geschichte.

Volkmar Könneke
  • Alb-Donau-Kreis schließt die Unterkunft in Blaustein-Herrlingen am 15. Juli.
  • Die Anlage bot 108 Personen Platz und war als Übergangslösung geplant.
  • 2022 startete sie mit 48 Containern, 2024 kamen 28 weitere hinzu.
  • Abbau der 76 Container beginnt nach der Schließung – sechs bis acht Wochen veranschlagt.
  • Stadt und Landkreis betonen die verlässliche Absprache und die konstruktive Zusammenarbeit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach vier Jahren ist Schluss: Der Alb-Donau-Kreis wird die Gemeinschaftsunterkunft im Blausteiner Stadtteil Herrlingen zum 15. Juli schließen. Das teilte das Landratsamt in einer Pressemitteilung mit. Untergebracht waren in der Unterkunft Geflüchtete vorläufig während ihres Asylverfahren, bevor sie den kreisangehörigen Städten und Gemeinden in der Anschlussunterbringung zugewiesen wurden. Insgesamt 108 Personen fanden darin Platz.

2022, zum Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, bestand die Anlage zunächst aus 48 Containern, 2024 wurde sie um weitere 28 Container erweitert. Die Unterkunft war von Anfang an als vorübergehende Lösung angelegt, sodass die Schließung nun nach der Absprache der zeitlichen Befristung erfolgt. „Für uns als Stadt war immer wichtig, dass die Gemeinschaftsunterkunft eine vorübergehende Lösung bleibt und die Vereinbarungen zur Dauer der Nutzung verlässlich eingehalten werden“, sagt der Blausteiner Bürgermeister Konrad Menz. „Dass dies nun so umgesetzt wird, ist ein wichtiges Signal für die Bürgerschaft und zeigt, dass auf die Absprachen zwischen Stadt und Landkreis Verlass ist.“

Sechs bis acht Wochen dauert der Abbau

Auch aus Sicht des Landkreises war die enge Abstimmung mit der Stadt und der Bevölkerung ein wesentlicher Faktor. „Wir wissen, dass die Gemeinschaftsunterkunft von vielen Bürgerinnen und Bürgern in Blaustein kritisch gesehen wurde. Umso mehr danken wir allen, die daran mitgewirkt haben, dass dennoch ein gutes und geordnetes Miteinander möglich war“, sagt Michelle Flohr, Dezernentin Jugend und Soziales im Landratsamt. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt Blaustein erleben wir als sehr konstruktiv. Sollte sich die Lage künftig erneut verändern, hoffen wir, an diese gute Zusammenarbeit anknüpfen zu können.“

Nach der Schließung beginnt der Abbau der Containeranlage sowie der Rückbau der Außenanlagen. Die Pachtverträge für die Grundstücke enden Mitte September. Für den Abbau und Abtransport der 76 Container werden voraussichtlich sechs bis acht Wochen benötigt.

Enge Abstimmung wichtig

Die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft in Herrlingen ist Teil einer bedarfsgerechten Anpassung der Unterbringungsstrukturen im Alb-Donau-Kreis. „Das war auch aus Sicht der Stadt immer wichtig“, sagt Bürgermeister Menz. „Die Unterbringung von Geflüchteten war und ist für unsere Kommune eine große organisatorische und finanzielle Herausforderung. Wir mussten in kurzer Zeit zusätzliche Infrastruktur schaffen, Verwaltungsprozesse anpassen und zugleich sicherstellen, dass die städtischen Strukturen nicht überlastet werden. Dass uns das gemeinsam mit dem Alb-Donau-Kreis gelungen ist, zeigt, wie wichtig eine enge Abstimmung und ein verlässlicher Austausch zwischen Landkreis, Stadt und Zivilgesellschaft sind.“