Geflüchtete in Blaustein
: Gemeinschaftsunterkunft in Herrlingen wird um 28 Container erweitert

Die Zahl der Geflüchteten in der Unterkunft an der Blautalstraße wird sich verdoppeln. Erste Vorarbeiten der Erweiterung finden schon statt.
Von
Janina Hirsch
Herrlingen
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Die Gemeinschaftsunterkunft des Alb-Donau-Kreises in der Blautalstraße in Herrlingen.

Helga Mäckle

Die bereits bestehende Gemeinschaftsunterkunft in der Blautalstraße 11 in Blaustein-Herrlingen wird um 28 zusätzliche Containermodule erweitert. Das teilt das Landratsamt Alb-Donau-Kreis in einer Pressemeldung am Donnerstag (7.3.) mit. Bisher stehen an der Blautalstraße 50 Container. Rund 100 Menschen leben in den dortigen Wohnanlagen mit Sozialräumen, Sanitäranlagen, Küche und einem Container des Deutschen Roten Kreuzes. Mit dem Anbau werde sich die Zahl der Geflüchteten dort verdoppeln, teilt Daniela Baumann, Pressesprecherin des Landratsamtes, auf Nachfrage mit. Denn es ist vorgesehen, so heißt es in der Mitteilung, dass bedarfsorientiert rund 90 weitere Personen vor Ort untergebracht werden, vorrangig – den aktuellen Zuweisungen entsprechend – Geflüchtete aus der Türkei, Syrien oder Afghanistan, aber auch aus anderen Herkunftsländern. In jedem der beheizten Schlaf- und Wohncontainer könnten dann bis zu vier Personen leben.

Es finden bereits erste Vorarbeiten statt

Der Blausteiner Gemeinderat hatte bereits im Sommer 2022 vor der Eröffnung der Unterkunft zugestimmt, dass bis zu 200 Plätze an diesem Standort geschaffen werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Durch die anstehende Erweiterung werde die Anzahl dieser Plätze nicht überschritten. Eine vollständige Bebauung des Geländes sei bisher durch alternative Unterbringungsmöglichkeiten vermeidbar gewesen. „Da sich auf dem angespannten Wohnungsmarkt aber kaum mehr Gebäude zur Anmietung finden, kann die Belegung von Turnhallen vorerst nur durch diese temporäre Lösung in Modulbauweise weiterhin vermieden werden“, so das Landratsamt.

Um die Erweiterung zu realisieren, finden bereits erste Vorarbeiten statt. Ab dem 12. März 2024 sollen die zusätzlichen Wohncontainer aufgestellt werden. „Zugleich ist uns in Abstimmung mit der Stadt Blaustein daran gelegen, die Wohnqualität und das optische Erscheinungsbild der Gemeinschaftsunterkunft gleichermaßen im Interesse der Bewohner und der Anlieger zu verbessern und die Container stärker vor dem Durchgangsverkehr auf der angrenzenden B28 abzuschirmen“, heißt es in der Mitteilung außerdem. Deshalb werde zeitnah ein stabiler und blickdichter Sichtschutz errichtet, der in etwa dem Verlauf der bisherigen mobilen Zaunelemente entsprechen wird.

Der Erstbezug der Geflüchteten sei im April 2024 geplant. Einige der Container würden auch als Büro- und Aufenthaltsräume genutzt werden. Für die Sicherheit auf dem Gelände soll ein Sicherheitsdienst sorgen. Die sozialpädagogische Betreuung sei durch Mitarbeitende des Landratsamtes sowie das DRK sichergestellt. Auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind seit der Eröffnung der Unterkunft eng mit eingebunden – bei diesen bedankte sich das Landratsamt: „Wir möchten uns bei den Menschen, die sich in der Aufnahme der Geflüchteten engagieren, herzlich bedanken und bitten die Einwohnerinnen und Einwohner zum Gelingen der Integration der Geflüchteten beizutragen.“ Nur so könne man die aktuelle Flüchtlingssituation gemeinsam bewältigen.

Entspannung der Situation nicht absehbar

Seit Beginn des Jahres wurden dem Alb-Donau-Kreis vom Land Baden-Württemberg rund 120 geflüchtete Menschen neu zugewiesen, die untergebracht, versorgt und sozial betreut werden müssen, teilt das Landratsamt in der Pressemitteilung mit. Und: „Da die Zuweisungen relativ kurzfristig erfolgen, sind Prognosen über die weitere Entwicklung der Zugangszahlen schwer zu treffen.“ Eine kurzfristige Entspannung der Situation sei aber derzeit nicht absehbar.

Nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) ist das Landratsamt Alb-Donau-Kreis als untere Aufnahmebehörde dazu verpflichtet, die dem Landkreis zugewiesenen Menschen vorläufig aufzunehmen, bis sie in den Städten und Gemeinden in einer Anschlussunterbringung Platz finden. „Aktuell unterhalten wir dafür bereits 25 Gemeinschaftsunterkünfte sowie eine Behelfs- und Notunterkunft in 17 Kommunen des Alb-Donau-Kreises.“ Die Platzkapazitäten in den Unterkünften seien vielerorts bereits ausgelastet und auch in der Gemeinschaftsunterkunft Blaustein nahezu ausgeschöpft. Um den derzeitigen Zustrom an geflüchteten Menschen bewältigen und der Aufnahmepflicht nachkommen zu können, sei die Schaffung neuer Unterbringungsmöglichkeiten unumgänglich.