Nach Curevac-Aus in Tübingen: OB Palmer und Biontech prüfen Lösungen für Erhalt des Standorts

Die Stadt berichtet von einer „vertrauensvollen Gesprächsatmosphäre“ zwischen OB Boris Palmer und Biontech-Chef Sierk Poetting. In den kommenden Wochen soll es einen konstruktiven Austausch geben.
Ulrich Metz/Carolin Albers/Archiv- Biontech und Tübingen sprechen über die Zukunft des Standorts nach dem Curevac-Aus.
- Biontech zieht sich Ende 2027 aus Tübingen zurück – 700 Beschäftigte sind betroffen.
- Ziel der Gespräche: Forschung, Entwicklung und Infrastruktur am Standort sichern.
- Im Fokus steht auch die Nutzung der Curevac-Produktionsanlage, falls möglich.
- Die Stadt plant einen Innovations- und Forschungs-Hub, Biontech prüft Anschubhilfe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Universitätsstadt Tübingen und das Unternehmen Biontech SE haben in den vergangenen Tagen erste Gespräche über die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Tübingen geführt. „Es bleibt bei der Entscheidung, dass sich Biontech Ende 2027 vollständig aus Tübingen zurückziehen wird“, heißt es in einer Mitteilung vom Montag (18. Mai). Das Unternehmen werde die Stadt Tübingen indes „aktiv dabei unterstützen, bestehende Perspektiven für Forschung, Entwicklung und die Nutzung der bestehenden Infrastruktur am Standort Tübingen zu erhalten und weiterzuentwickeln“.
Oberbürgermeister Boris Palmer und Biontech-Vorstand Sierk Poetting betonen eine „vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre“ und haben laut Mitteilung für die kommenden Wochen einen konstruktiven Austausch vereinbart.
Am 5. Mai hatte das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech bekannt gegeben, dass es Produktionsstandorte schließen wird, darunter auch die ehemaligen Curevac-Standorte. Nur wenige Monate zuvor hatte Biontech Curevac übernommen. Am Vorgehen von Biontech gab es massive Kritik. Auch Boris Palmer kritisierte das Unternehmen scharf. Allein in Tübingen betrifft die Schließung rund 700 Beschäftigte.
Ziel der Gespräche zwischen Palmer und Poetting wird sein, das enorme Potenzial Tübingens mit seinem international renommierten RNA-Forschungsumfeld, den Universitäten, den Kliniken sowie den vorhandenen technologischen Anlagen bestmöglich zu nutzen. „Dass Biontech Kosten und Produktionskapazitäten abbauen muss, ist nachvollziehbar, aber für Tübingen eine sehr ernste Nachricht. Umso wichtiger ist es jetzt, den Blick nach vorne zu richten, was Forschungskompetenz und damit einhergehende Beschäftigungsmöglichkeiten am Standort Tübingen angeht“, so Oberbürgermeister Palmer.
Im Rahmen der Gespräche soll ausgelotet werden, wie bestehende Kompetenzen, Infrastrukturen und wissenschaftliche Netzwerke in Tübingen sinnvoll gestärkt werden können, informiert die Stadtverwaltung. Dazu gehöre auch die Frage, ob und wie die hochmoderne Produktionsanlage von Curevac gegebenenfalls künftig genutzt werden kann. Ebenso soll darüber gesprochen werden, wie die Universitätsstadt Tübingen innovativen Ausgründungen im RNA-Bereich bestmöglich unter die Arme greifen kann. „Die Stadt ist bestrebt, einem Innovations- und Forschungs-Hub den Weg zu ebnen, der gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand weiterentwickelt werden könnte“, kündigt die Stadt an. Und: Biontech werde prüfen, ob und wenn ja, wie es auf sinnvolle Weise Anschubhilfe für einen solchen Hub leisten kann.
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