Schließung in Tübingen: „Erst kaufen, dann killen, das geht so nicht“ – so reagiert Palmer auf den Curevac-Schock

Biontech plant Standortschließungen, darunter die des ehemaligen Biotech-Unternehmens Curevac in Tübingen. Tübingens OB Boris Palmer kritisiert die Entscheidungen scharf.
Ulrich Metz/Carolin Albers/Archiv- Biontech kündigt die vollständige Schließung des Curevac-Standorts Tübingen an.
- OB Boris Palmer reagiert mit scharfer Kritik und spricht von einem „schweren Schlag“.
- Er wirft Biontech vor, Vertrauen zu beschädigen, da zuvor eine wichtige Rolle signalisiert wurde.
- Palmer fordert Land, Bund, Uni und Partner auf, eine Lösung für Jobs und Forschung zu finden.
- Erwartung an Biontech: keine Fakten schaffen – erst Alternativen prüfen, Stadt ist gesprächsbereit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit großer Bestürzung und scharfer Kritik reagiert Oberbürgermeister Boris Palmer auf die heutige Ankündigung des Unternehmens Biontech, den Curevac-Standort Tübingen vollständig zu schließen und nahezu alle Beschäftigten zu entlassen.
„Das ist ein schwerer Schlag für Tübingen, für Baden-Württemberg und vor allem für die vielen hochqualifizierten Beschäftigten, die CureVac über Jahre getragen haben“, so Palmer. „Wer Curevac übernimmt, übernimmt nicht nur Patente, Technologie und Gebäude. Er übernimmt Verantwortung für Menschen, für einen Forschungsstandort und für ein Stück deutscher Innovationsgeschichte.“
Besonders kritisch bewertet Palmer die Umstände und den Zeitpunkt der Entscheidung. Noch im Zuge der Übernahme wurde der Eindruck vermittelt, der Standort Tübingen könne im Biontech-Konzern eine tragende Rolle im mRNA-Bereich spielen. Wenn nun nur vier Monate nach Vollzug der Übernahme die komplette Schließung des Standorts verkündet wird, beschädige das Vertrauen – in Unternehmenszusagen, in Standortpolitik und in den Umgang mit öffentlich geförderter Forschungskraft.
„Curevac ist kein beliebiger Firmenname“, so Palmer weiter: „Curevac ist in Tübingen entstanden – aus der Universität, aus der Arbeit von Pionieren wie Ingmar Hoerr und Hans-Georg Rammensee.“ Bahnbrechende Grundlagen seien für die mRNA-Technologie gelegt worden. „Hier standen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Beschäftigte für eine Idee, die die Medizin weltweit verändert hat. Dieses Erbe darf nicht abgewickelt werden.“
„Wir brauchen jetzt eine Baden-Württemberg-Lösung“
Palmer fordert Biontech, die Landesregierung Baden-Württemberg, den Bund, die Universität Tübingen, das Universitätsklinikum und mögliche industrielle Partner auf, unverzüglich an einer tragfähigen Lösung zu arbeiten. Ziel müsse sein, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, Forschung und Produktion in Tübingen zu sichern und das gewachsene Know-how nicht zu zerstören.
„Wir brauchen jetzt eine Baden-Württemberg-Lösung. Wenn ein Standort mit dieser Geschichte, dieser Infrastruktur und diesen Köpfen aufgegeben wird, verlieren wir nicht nur Arbeitsplätze. Wir verlieren Zukunft. Das darf nicht passieren“, erklärt Palmer.
Tübingen werde alles tun, um die Beschäftigten, den Betriebsrat und den Standort zu unterstützen. „Ich erwarte von Biontech, dass keine unumkehrbaren Fakten geschaffen werden, bevor ernsthaft über Alternativen verhandelt wurde. Erst kaufen, dann killen, das geht so nicht. Die Universitätsstadt Tübingen steht bereit für Gespräche – aber wir erwarten auch Bereitschaft zur Verantwortung.“
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