Bundestagswahl 2025: Thomas Bareiß bleibt – Robin Mesarosch muss gehen

Robin Mesarosch blickt mit Entsetzen auf die Zahlen der SPD.
SPD- Thomas Bareiß (CDU) gewinnt im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen und zieht erneut in den Bundestag ein.
- Robin Mesarosch (SPD) verliert trotz besserem Erststimmenergebnis und plant erneute Kandidatur 2029.
- Boris Kraft (FDP) und Simon Schutz (Grüne) scheitern, erkennen aber ihre Erfolge im Wahlkampf an.
- Elena Krein (Linke) verbucht Zugewinne, während Lukas von Berg (AfD) trotz 26,8% nicht in den Bundestag einzieht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Er hat es wieder geschafft. CDU-Kandidat Thomas Bareiß zieht für den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen in den Deutschen Bundestag ein. Er ist seit nunmehr 20 Jahren im Parlament vertreten. Der gebürtige Albstädter jubiliert freilich über seinen Wahlerfolg – zumal er sein Ergebnis im Vergleich zur Wahl 2021 steigern konnte. Als knapp 300 von 320 Wahlbezirken ausgezählt waren, hatte Bareiß mit seinen Christdemokraten schon um sieben Prozent bei den Erststimmen zugelegt. „Wir freuen uns natürlich über dieses Ergebnis“, gibt Bareiß im Gespräch zu Protokoll. Es werde nun ein bisschen gefeiert, schließlich sei es kein einfacher Wahlkampf gewesen, so der 50-jährige Politiker.
Es gehe jetzt aber auch darum, in den einzelnen Kommunen Wählerstimmen zurückzugewinnen in Richtung CDU. Gerade dort, wo eben die AfD einen hohen Stimmenanteil einfahren konnte. „Da muss man schauen, was man besser machen kann in Zukunft“, so Bareiß. Der Christdemokrat freut sich jetzt aber natürlich über sein Ergebnis. Die Koalitionsverhandlungen, vermutet er, werden wohl alles andere als einfach. Hier müsse man aber ohnehin abwarten, wie sich die Konstellation die Wahlnacht über entwickle.
Robin Mesarosch wird erneut antreten
Traurig ob des Ergebnisses seiner Partei zeigte sich SPD-Bundestagskandidat und Noch-Abgeordneter Robin Mesarosch. Ärgerlich für ihn persönlich ist zwar, dass sein Erststimmenergebnis noch besser ist als vor drei Jahren, er aber trotzdem nicht wieder in den Bundestag einziehen kann. Aber dieser Umstand wirft den engagierten Sozialdemokraten offensichtlich weitaus weniger aus der Bahn als das historisch schlechte Abschneiden seiner Partei. Bis zuletzt habe er Wahlkampf betrieben und viele Gespräche mit den Menschen geführt. Auch an den Haustüren habe man ihm großes Vertrauen entgegengebracht, freut sich Mesarosch. Der Sigmaringer hat „bis zur letzten Minute jede Sekunde für das Mandat gearbeitet“, wie er erläutert, und deshalb schlichtweg keine Zeit gehabt für einen Plan zum persönlichen Lebensweg. Und dennoch ist er in diesem Punkt sehr optimistisch: „Ich mache mir keine Sorgen. So habe ich auch etwas mehr Zeit für meinen Sohn. Mein persönliches Leben wird dadurch nicht schlechter werden.“ Er habe auch nicht vor, das erst beste Amt, das man ihm anträgt, annehmen zu wollen, erläutert der junge Sozialdemokrat.
Zurückziehen wird er sich aus der Politik nicht. Ganz im Gegenteil. In vier Jahren wird Robin Mesarosch wieder zur Bundestagswahl antreten, ist er sich heute schon sicher. „Die Leute würden es schätzen. Auch wenn es dieses Mal nicht gereicht hat“, nimmt er aus dem Wahlkampf mit. Er wird nochmals einen Anlauf nehmen. Und er hofft, dass die Partei besser im Wahlkampf wird. In den letzten Monaten habe er rund sechs Millionen Menschen über Social Media erreicht, ein großes Netzwerk aufgebaut und vor allem viel Vertrauen gewonnen. Robin Mesarosch sieht dies als Auftrag aus der Region, in der er so viele Erststimmen gewinnen konnte. Hinter den Themen und Ansichten der SPD steht der junge Mann voll und ganz und deshalb wird er für sie ganz sicher beim nächsten Mal wieder am Start sein – und bis dahin nicht müde werden, die Bürgerinnen und Bürger vom Programm zu überzeugen. Er wird sich weiterhin für die Menschen in seinem Wahlkreis einsetzen und sie, so hofft er, in vier Jahren wieder in Berlin vertreten. Ein Rückzug auf Kommunal- oder Landesebene kommt für Robin Mesarosch nicht infrage. Wieso auch? Er selbst hat ja ein durchaus akzeptables Ergebnis erreicht.
Für FDP hat es nicht gereicht
Für den FDP-Kandidaten Boris Kraft war es laut eigener Aussage fast schon klar, dass er es persönlich nicht in den Bundestag schaffen wird. Schon am frühen Abend gratulierte er Thomas Bareiß (CDU) für seinen Wahlerfolg im hiesigen Wahlkreis. Er habe noch Hoffnung gehabt, dass es für seine Partei gut ausgehe mit dem möglichen Einzug in den Bundestag. Letztendlich zerschlug sich aber auch diese Hoffnung. Immerhin: Kraft kratze persönlich an der 5000er-Marke und kam merklich über vier Prozent. Er wollte für die Freidemokraten Wahlkampf machen, habe das auch getan bis zuletzt. Gereicht hat es für ihn persönlich trotzdem nicht. Jetzt hoffe er, sagt Boris Kraft, gerade auch mit Blick auf den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen und die hiesige Wirtschaft, dass die CDU „dem Mittelstand Sicherheit gibt“.
Grüne Themen ins Bewusstsein rufen
Grünen-Kandidat Simon Schutz kommt zwar nur auf fünf Prozent, sieht sein Erststimmenergebnis aber dennoch gelassen. Seine Partei sei im ländlichen Raum schwächer vertreten als in den großen Städten, nennt er als einen Grund dafür, dass er als Direktkandidat weit abgeschlagen auf dem vierten Rang landete. Außerdem sei Mesarosch erfolgreich bei den Grünen-Wählern auf Stimmenfang gegangen. „Er hat ähnliche Ansichten und Schwerpunkte. Und er ist ein erfahrener Bundestagsabgeordneter“, sagt Schutz, der hierfür weder den Wählern noch seinem Kontrahenten Vorwürfe machen wolle. „Es war trotzdem ein erfolgreicher Wahlkampf. Mir war es wichtig, grüne Themen ins Bewusstsein zu rufen und das haben wir getan.“
Vergleicht man das Ergebnis der Bundestagswahlen 2021 und 2025, kann die Linke im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen (und auch bundesweit) einen deutlichen Zuwachs verbuchen. „Es scheint, dass die Krisen die Menschen aufgerüttelt haben“, vermutet Kandidatin Elena „Loo“ Krein. Insbesondere viele junge Wähler, deren Generation die 18-Jährige vertritt, haben ihr Kreuz bei der Linken gemacht. In Gesprächen mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen hat „Loo“ Krein jedoch die Erfahrung gemacht, „dass wir repräsentativ für alle Teile der Gesellschaft sind.“
AfD-Mann voraussichtlich nicht im Bundestag
Lukas von Berg (AfD) wird es wohl nicht in den Bundestag schaffen. „Damit habe ich gerechnet“, sagte er am Telefon gegenüber der SWP. „Aber ich bin stolz auf mein Ergebnis von 26,8 Prozent.“ Der AfD-Mann sieht darin die Anerkennung für sein Engagement während der Bauernproteste vom vergangenen Jahr, die er mitorganisiert hat. Stolz sei er auch darüber, dass er seinem Gegenkandidaten Thomas Bareiß so dicht auf den Fersen war. „In zahlreichen Gemeinden lag ich nur knapp hinter ihm.“


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