„BaWü“-Check zur Landtagswahl 2026: Özdemir in Umfrage weiter vorn – doch die CDU hält ihren Vorsprung

Manuel Hagel (CDU, links) oder Cem Özdemir (Grüne)? Einer von beiden wird Ministerpräsident Winfried Kretschmann ablösen – doch wer macht das Rennen?
Marijan Murat/dpa und Silas Stein/dpa- „BaWü“-Check: Özdemir 34 % geeigneter, Hagel 25 %; Vorsprung leicht ausgebaut.
- CDU bleibt vorn: 32 % wählbar; Grüne 25 %, AfD 20, SPD 16, Linke 12, FDP 11.
- Wichtigste Themen: Wirtschaft stärken 57 %; bezahlbarer Wohnraum 56 %; Gesundheit 52 %.
- Bevorzugte Koalitionen: Grün-Schwarz 22 % vor CDU–AfD 21 %; CDU schließt AfD aus.
- Regierungskritik: 38 % „nicht erfolgreich“; Kretschmann beliebt: 50 % „guter MP“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Cem Özdemir von den Grünen oder Manuel Hagel von der CDU? In der „heißen Phase“ des Landtagswahlkampfs haben die Menschen in Baden-Württemberg in dieser Frage eine klare Präferenz: 34 Prozent halten Özdemir für geeigneter, Hagel kommt nur auf 25 Prozent, wie der aktuelle „BaWü-Check“, die repräsentative Umfrage der baden-württembergischen Zeitungsverlage, zeigt.
Im Vergleich zur letzten Erhebung vom Juli 2025 konnte Özdemir seinen Vorsprung sogar noch leicht ausbauen. Und: Selbst 29 Prozent der CDU-Wähler würden sich für Özdemir entscheiden – Hagel hingegen bekäme sogar bei der eigenen Wählerschaft nur eine knappe Mehrheit von 52 Prozent. Die Strategie der Grünen, auf die große Bekanntheit ihres Spitzenkandidaten zu setzen und den Wahlkampf extrem auf seine Person zuzuschneiden, scheint sich offenbar auszuzahlen

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Grafik Peters / Quelle: IfD-AllensbachAllerdings zeigt der „BaWü“-Check auch, dass dieser „Özdemir-Effekt“ wohl kaum ausreichen dürfte, um der CDU auf den letzten Metern den Wahlsieg streitig zu machen. Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg wird schließlich nicht direkt gewählt, und bei allen anderen Parametern liegt die CDU als Partei teils deutlich vor den Grünen. So könnten sich 32 Prozent der Baden-Württemberger vorstellen, die CDU zu wählen; die Grünen kommen auf 25 Prozent (AfD 20, SPD 16, Linke 12, FDP 11, Andere 9, Mehrfachnennungen waren möglich).
Auch bei der Frage, welche Partei die Herausforderungen der Zukunft am besten bewältigen könne, liegt die CDU mit 22 Prozent vor den Grünen mit 17 Prozent (AfD 13, SPD 9, Linke 5, FDP 4, Andere 3). Das passt zum Bild aus anderen Wahl-Umfragen der vergangenen Wochen, in denen die CDU zuletzt einen deutlichen Vorsprung vor den Grünen behaupten konnte.
Wirtschaft und Wohnungsnot sind die wichtigsten Themen
Die Menschen in Baden-Württemberg haben auch klare Vorstellungen davon, welche Themen eine künftige Landesregierung dringend angehen müsse: „Die Wirtschaft stärken“ steht hier ganz oben auf der Liste, 57 Prozent der Befragten sehen das Thema als vorrangig – zumal die Skepsis, dass die Politik in der Lage ist, die drängenden Krisen und Probleme zu lösen, in der Bevölkerung wächst.
Nur knapp dahinter steht ein Thema, das den Menschen im Land offenbar auf den Nägeln brennt, aber in politischen Debatten oft etwas kurz kommt: Wohnungsnot und steigende Mieten und Baukosten. 56 Prozent der Menschen wollen, dass eine neue Regierung für „ausreichend bezahlbaren Wohnraum“ sorgt. Eine gute Gesundheitsversorgung (52 Prozent) liegt auf Platz drei, vor Bürokratieabbau (49), innerer Sicherheit (47) und Bildung (45).

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Grafik Peters / Quelle: IfD-AllensbachBei der Frage, welche Koalition die Themen am besten angehen könnte, liegt eine Fortsetzung der aktuellen Regierung aus Grünen und CDU (22 Prozent) vorn, nur knapp dahinter folgt aber bereits ein Bündnis von CDU und AfD (21 Prozent), das die Christdemokraten bereits explizit ausgeschlossen haben.
Die anhaltend hohen Zustimmungswerte für die extrem rechte AfD sind denn auch ein Thema, das eine klare Mehrheit im Land negativ bewertet: 54 Prozent sind deshalb „beunruhigt“ (25 Prozent begrüßen die Entwicklung). Doch wie sollte man mit der AfD umgehen? Über Sinn und Unsinn einer „Brandmauer“, mit der die anderen Parteien eine Zusammenarbeit oder gar Koalitionen mit der AfD ausschließen, sind auch die Menschen in Baden-Württemberg gespalten.
Knapp die Hälfte der Bevölkerung (47 Prozent) findet zwar, dass die anderen Parteien jede Art der Zusammenarbeit ausschließen sollten. Nur eine kleine Minderheit (14 Prozent) der Befragten plädiert für Koalitionen mit der AfD – und selbst unter AfD-Wählern wollen das nur wenige (28 Prozent). Ein eindeutiges Votum für die „Brandmauer“ ist das allerdings nicht: Denn 26 Prozent der Menschen im Land halten Formen der „Zusammenarbeit“ mit der AfD für sinnvoll. Damit sind insgesamt immerhin 40 Prozent der Befragten im Land gegen eine strikte „Brandmauer“ (und 13 Prozent sind in der Frage „unentschieden“).

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Grafik Peters / Quelle: IfD-AllensbachIn der Rückschau auf die Arbeit der grün-schwarzen Landesregierung kommen die Befragten zu einem deutlich kritischen Fazit: 38 Prozent der Baden-Württemberger halten die Politik der aktuellen Landesregierung für „nicht erfolgreich“, nur 27 Prozent kommen zu einer positiven Bewertung. Vor der Wahl im Februar 2021 sah die Bewertung für Grün-Schwarz noch viel besser aus, damals sahen immerhin 32 Prozent der Befragten die Regierungsarbeit in einem positiven Licht, und nur 26 Prozent waren unzufrieden. Die Stimmung hat sich binnen fünf Jahren also stark gedreht.

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Grafik Peters / Quelle: IfD-AllensbachDer Befund ändert aber wenig an den hohen Beliebtheitswerten für den scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne). 50 Prozent der Menschen im Südwesten sehen in dem Grünen-Politiker, der nach 15 Jahren als Regierungschef abtritt, einen „guten Ministerpräsidenten“, nur 20 Prozent sind der gegenteiligen Meinung (30 Prozent sind unentschieden). Die hohen Zustimmungswerte erstrecken sich dabei fast über das gesamte politische Spektrum, auch Anhänger von CDU und SPD sind zu mehr als 60 Prozent pro Kretschmann, nur bei der AfD (25 Prozent) steht der Grüne nicht hoch im Kurs.
Auch wenn die Kompetenzen der Landespolitik in einer Zeit globaler Krisen begrenzt sind: Das Interesse an der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist bei den Befragten wenige Wochen vor dem Wahltermin enorm hoch: 68 Prozent interessieren sich dafür; ein beachtlicher Wert, der aber auch von Klickzahlen auf Wahl-Artikel auf swp.de gedeckt ist. Die Daten der Allensbach-Forscher zeigen dabei aber auch, wie sehr sich das Medien-Verhalten verändert – und welche Kluft sich hier zwischen den Generationen auftut. Für Menschen unter 30 Jahren sind die Sozialen Medien längst mit weitem Abstand die Haupt-Informationsquelle für Nachrichten zur Landtagswahl, bei Menschen ab 45 spielen klassische Informationskanäle wie regionale Medien (Online und Print) sowie TV klar die Hauptrolle.

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Grafik Peters / Quelle: IfD-AllensbachDie Umfrage der Tageszeitungen
War Winfried Kretschmann ein guter Ministerpräsident? Was sind die wichtigsten Themen für die Landtagswahl 2026? Wen würden Sie als künftigen Regierungschef vorziehen? Das und mehr wollten Tageszeitungen in Baden-Württemberg in ihrer Umfrage, dem BaWü-Check, wissen. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte dazu im Februar dieses Jahres 1034 Menschen ab 16 Jahren. Sie bilden einen repräsentativen Querschnitt der baden-württembergischen Bevölkerung. Die gedruckten Tageszeitungen im Südwesten erreichen jeden Tag mehr als fünf Millionen Menschen, hinzu kommen Leserinnen und Leser auf ihren reichweitenstarken Online-Portalen.
Landtagswahl 2026
Am 8. März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Können die Grünen mit Cem Özdemir den zweiten grünen Ministerpräsidenten der Landesgeschichte stellen oder holt Manuel Hagel Baden-Württemberg für die CDU wieder zurück? Wie stehen die Chancen der anderen Parteien?
Infos, Hintergründe und Interviews zur Wahl finden Sie in unserer Übersicht.
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