Gefärbt oder reif?
: Nicht alle schwarzen Oliven sind echt – So erkennen Sie es

Auf der Pizza oder im Salat: Schwarze Oliven gehören zur mediterranen Küche dazu. Aber die Farbe kann man auch künstlich erzeugen – und das ist nicht besonders gesund.
Von
Caroline Strang,
dpa
Ulm
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Oliven an einem Baum

Oliven an einem Baum: Die grünen sind noch unreif, die schwarzen schon reif.

Hilke Segbers/dpa-tmn/dpa
  • Schwarze Oliven sind oft gefärbt; echte sind teurer und aufwendiger in der Ernte.
  • Kennzeichnung von gefärbten Oliven ist bei loser Ware Pflicht, bei verpackten oft nicht vorhanden.
  • Stabilisatoren wie Eisen-II-Gluconat erhöhen den Acrylamidwert, sind gesundheitlich bedenklich.
  • Acrylamid ist krebserregend, besonders in frittierten und gebackenen Lebensmitteln.
  • Bio-Oliven enthalten keine Stabilisatoren, daher sicherer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Grün, violett oder schwarz? Den Farbunterschied macht bei Oliven der Reifegrad. Denn bei einer natürlichen Reifung verändert sich das Aussehen von Grün bis Schwarz, heißt es von der Verbraucherzentrale NRW. Schwarz ist aber nicht gleich schwarz, denn es kann sich auch um grüne Oliven handeln, die nur eingefärbt wurden.

Der Grund: Weil Ernte und Transport bei reifen schwarzen Oliven aufwendiger sind, sind sie hochwertiger und häufig auch teurer. Das wird mit dem Einfärben also quasi vorgetäuscht.

Wer in eine schwarze Olive beißt, wird an der Weichheit und am typischen Geschmack erkennen, ob das Schwarz „echt“ ist. Und in der Gastronomie und bei loser Ware, etwa auf dem Markt, müssen „falsche“ schwarze Oliven als „geschwärzt“ gekennzeichnet sein.

Bei verpackten Oliven im Supermarkt fehlt dagegen laut den Verbraucherschützern oft dieser Hinweis. Verbraucher und Verbraucherinnen müssen sich dann die Zutatenliste ansehen. Und zwar die Stabilisatoren, nicht die Farbstoffe, denn zum Färben werden zum Beispiel Eisen-II-Gluconat (E579) und Eisen-II-Lactat (E585) verwendet, die als Stabilisatoren gelten.

Zu viel Acrylamid

Diese Stabilisatoren seien gesundheitlich übrigens nicht unbedenklich, warnt die Verbraucherzentrale, da sie den Acrylamidwert von Lebensmitteln erhöhen können. Acrylamid entsteht sonst bei starker Erhitzung, wie beispielsweise beim Frittieren, Braten und Backen. Normalerweise enthalten aus Kartoffeln hergestellte Produkte oder Speisen wie Chips, Kartoffelpuffer, Pommes frites und Bratkartoffeln besonders hohe Gehalte an Acrylamid. Auch Getreideprodukte wie zum Beispiel Knäckebrot, Kräcker, Kekse und Frühstückszerealien können relevante Mengen an Acrylamid enthalten, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung zusammenfasst.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat vor wenigen Jahren eine umfassende Stellungnahme zu möglichen gesundheitlichen Risiken durch die Aufnahme von Acrylamid aus Lebensmitteln veröffentlicht. Unter Berücksichtigung aller verfügbaren Daten und auf der Grundlage von tierexperimentellen Studien wurden erbgutverändernde und krebsauslösende Wirkungen sowie Auswirkungen auf das Nervensystem, die männliche Fortpflanzung und die Embryonalentwicklung beschrieben.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift am besten zu schwarzen Bio-Oliven, denn hier sind Stabilisatoren nicht erlaubt, erklärt Hannah Zeyßig von der Verbraucherzentrale NRW deshalb. „Auch Kalamata-Oliven sind für Verbraucherinnen und Verbraucher auf den ersten Blick als echte schwarze Oliven erkennbar.“