Die Einschaltquote gilt in Deutschland als ein Hauptmerkmal dafür, wie beliebt bestimmte Fernsehsendungen sind. Welche Serien oder Shows abgesetzt werden und welche weiterlaufen, entscheidet sich in erster Linie anhand der TV-Quoten.
Doch wer ermittelt die Quoten? Und wie funktioniert die Berechnung der Einschaltquoten? Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Wer ist für die Ermittlung der TV-Quoten zuständig?

In Deutschland sind die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) und die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für die Ermittlung der Fernsehquoten zuständig. Die Erhebung der Daten erfolgt über ein sogenanntes repräsentatives Panel: Eine Personengruppe, deren Fernsehverhalten gemessen wird, repräsentativ für die Gesamtheit der Fernsehzuschauer.
Für Fernsehsendungen besteht das Panel in Deutschland aus 5.400 Haushalten. Für Streamingdienste gibt es zwei Panels, ein Desktop-Panel mit rund 15.00 Panelisten und ein Mobile-Panel mit rund 6.300 Panelisten. Die Teilnahme als Panelist ist freiwillig und wird nicht vergütet.

So werden die Einschaltquoten ermittelt

Wenn ein Teilnehmer fernsieht, meldet er sich per Knopfdruck an. Vorher installierte Messgeräte können so identifizieren, wer gerade zuschaut, also zum Beispiel, ob die Person männlich oder weiblich ist und zu welcher Altersgruppe sie gehört. Kommt ein zweiter Zuschauer dazu, muss auch er sich über einen Knopfdruck anmelden. Die Messgeräte übermitteln die Daten täglich zwischen 5 und 6 Uhr. Danach erfolgt eine Auswertung, sodass die Einschaltquoten für die Sendungen eines Tages am nächsten Morgen ab etwa 8.30 vorliegen. Mithilfe von Hochrechnungen wird das Fernsehverhalten auf die Grundgesamtheit übertragen.
Bei der Auswertung sind die absoluten Zuschauerzahlen eher zweitrangig. Vielmehr geht es darum, wie viele der Menschen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ferngesehen haben, eine bestimmte Sendung angeschaut haben – sprich: wie hoch der Marktanteil einer einzelnen Sendung ist. Das wird in Prozent ausgedrückt. Diese Daten stehen den Sendern sekundengenau zur Verfügung. Es kann also auch eingesehen werden, wie lange Menschen die Sendung gesehen haben.

Hier kann man die Quoten einsehen

Den Fernsehsendern wird die Quote durch die AGF übermittelt. Wer auch wissen will, wie gut oder wie schlecht eine Sendung im Fernsehen lief, kann das auf verschiedenen Online-Plattformen tun. Das Online-Magazin DWDL veröffentlicht die Top 25 Sendungen des Vortages, sowohl in der Gesamtheit, als auch nach Alterszielgruppen. Auch die Seite Quotenmeter.de gibt Auskunft darüber, was im Fernsehen besonders gut lief.

Fernsehquote im Januar: Diese Sender sind am beliebtesten

Das Online-Magazin DWDL veröffentlicht nicht nur die täglichen und wöchentlichen Fernsehquoten. Man kann dort auch eine Auswertung der einzelnen Monate einsehen. Demnach hatte das ZDF im Januar 2023 den höchsten Marktanteil mit 15,5 Prozent. Die ARD lag mit 12,2 Prozent auf Platz 2.
Der drittbeliebteste Sender – und damit der beliebteste unter den privaten Sendern – war RTL. Als Gründe für RTLs Erfolg im Januar nennt das Magazin die Sendungen „Ich bin ein Star“, „Wer wird Millionär“ und „DSDS“. Beim jüngeren Publikum (14 bis 49 Jahre) war RTL mit 13,6 Prozent der stärkste Sender in diesem Monat.
Besonders beliebt waren bei den Zuschauern von ARD und ZDF im Januar der Tatort „Totes Herz“, die Serie ZDF Serie „Nord Nord Mord“ und die Handball-WM – hier besonders das Spiel Deutschland gegen Norwegen.
Bei RTL lag das Dschungelcamp bei der jüngeren Zielgruppe ganz vorn. Die „Wer wird Millionär“-Folgen der 3 Millionen Euro Woche waren aber beim Gesamtpublikum am beliebtesten.