Verfassungsrichter
: Wahlausschuss nominiert neue SPD-Kandidatin Emmenegger

Der Bundestagsausschuss schlägt die SPD-Politikerin Sigrid Emmenegger als neue Verfassungsrichterin vor. Doch die Abstimmung im Bundestag könnte politisch brisant werden.
Von
dpa
Deutschland
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Emmenegger neue SPD-Kandidatin als Verfassungsrichterin: HANDOUT - 20.09.2019, Rheinland-Pfalz, ---: Das vom Justizministerium Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellte Handout zeigt Sigrid Emmenegger. Die Verwaltungsrichterin ist die neue Kandidatin der SPD zur Wahl als Richterin am Bundesverfassungsgericht. Das geht aus einem gemeinsamen Schreiben der parlamentarischen Geschäftsführer von Union und SPD an ihre Fraktionen hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. (Bestmögliche verfügbare Qualität) (zu dpa: «Klingbeil überzeugt: Richterwahl klappt im zweiten Anlauf») Foto: Justizministerium RLP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Verwaltungsrichterin Sigrid Emmenegger ist die neue Kandidatin der SPD zur Wahl als Richterin am Bundesverfassungsgericht.

Justizministerium RLP/dpa
  • Der Bundestag nominiert Sigrid Emmenegger als SPD-Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht.
  • Emmenegger ist Verwaltungsrichterin und wurde vom SPD-Richterwahlausschuss vorgeschlagen.
  • Die Wahl von drei neuen Verfassungsrichtern durch den Bundestag steht bevor.
  • Der Vorschlag wird als entscheidender Schritt vor der Wahl angesehen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Wahlausschuss des Bundestages hat die von der SPD nominierte Juristin Sigrid Emmenegger als Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht vorgeschlagen. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen erhielt Emmenegger bei einer Sitzung des Ausschusses die notwendige Zweidrittelmehrheit. Sie ist aktuell Richterin am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Die Empfehlung des Ausschusses ist allerdings nur ein Schritt auf dem Weg zum höchsten deutschen Gericht in Karlsruhe. Am Donnerstag soll der Bundestag nach Plänen von Union und SPD über die Besetzung von drei Richterposten am Bundesverfassungsgericht abstimmen. Für die nötige Zweidrittelmehrheit braucht die Koalition dann Stimmen von Grünen und Linken, wenn sie nicht auf die AfD angewiesen sein will.

Entscheidung im Ausschuss nur über neue Kandidatin

Bereits vor der parlamentarischen Sommerpause hatte der Richterwahlausschuss die Kandidaturen von Ann-Katrin Kaufhold und Günter Spinner gebilligt. Die Juraprofessorin Kaufhold war von der SPD vorgeschlagen worden, Spinner von der Union und von allen aktuellen Verfassungsrichtern.

Wegen massiven Widerstands in der Unionsfraktion gegen die ursprünglich neben Kaufhold von der SPD vorgeschlagene Juraprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf waren die geplanten Abstimmungen über die drei Vorschläge für das Bundesverfassungsgericht im Juli kurzfristig von der Tagesordnung des Bundestages genommen worden.

Was sagt die Opposition?

Der Grünen-Vorsitzende, Felix Banaszak, hat Emmenegger als „gute, respektable Kandidatin“ bezeichnet. Auch von der Linksfraktion im Bundestag war über diese Kandidatin kein schlechtes Wort zu hören. Kritisiert wurde von Politikerinnen und Politikern der Linkspartei jedoch, dass die Union mit ihnen nicht das Gespräch über die Kandidatur von Spinner gesucht habe.

Fraktionschefin Heidi Reichinnek sagte, jeder Abgeordnete der Linksfraktion könne bei der Wahl am Donnerstag selbst entscheiden. Die CDU hat einen Parteitagsbeschluss, der „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland“ ausschließt.

Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende, Stephan Brandner, nannte Emmenegger vor der Sitzung „eine unproblematische Personalie“. Gleichzeitig sagte er, Kaufhold sei aus seiner Sicht für den Posten ungeeignet.

CSU-Landesgruppenchef zuversichtlich

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann zeigte sich mit Blick auf die Abstimmung im Plenum optimistisch. „Mit der Nominierung von Frau Emmenegger ist das Kandidatenpaket von CDU/CSU und SPD für das höchste deutsche Gericht komplett. Wir werben jetzt um breite Zustimmung aus der Mitte des Parlaments heraus und ich bin zuversichtlich, dass dieses Kandidatenpaket am Donnerstag die notwendige Zweidrittelmehrheit erreichen wird“, sagte er am Abend der Deutschen Presse-Agentur. „Damit senden wir das klare Signal: Der Bundestag hat die Kraft, das Bundesverfassungsgericht zu schützen und personell zu stärken.“