Joe Biden will der nächste Präsident der USA werden. Viele Amerikaner werden den Demokraten schon deshalb wählen, weil er nicht Donald Trump ist. Aber wie stellt sich Biden die USA nach einer Abwahl von Trump vor?
Ein großer Unterschied zum aktuellen Präsidenten ist Bidens Ansatz im Kampf gegen das Coronavirus. Als Präsident will Biden unter anderem erreichen, dass sich alle Menschen in den USA kostenfrei auf Covid-19 testen lassen können. Während Trump das Virus und die mehr als 210.000 damit verbundenen Todesfälle in den USA immer noch herunterspielt, zeigt Biden den Opfern sein Mitgefühl.
Biden will außerdem den föderalen Mindestlohn auf 15 US-Dollar anheben, in grüne Energieversorgung investieren und dem Pariser Klimaabkommen treu bleiben. Unter Trump haben die USA ihren Austritt aus dem Abkommen erklärt, der formal ab dem 4. November 2020 gilt – das ist der Tag nach der US-Präsidentschaftswahl. In der Gesundheitspolitik will Biden die Gesundheitsreform Obamacare ausweiten. Nach seinem Plan sollen mehr als 97 Prozent der US-AmerikanerInnen versichert sein.

US-Wahl: Das ist „Joe Bidens Vision“ für die USA

Auf der offiziellen Kampagnen-Website gibt Joe Biden einen kurzen Überblick über seine Vision für die Vereinigten Staaten. Demnach will er ...
  • ... die Mittelklasse wieder aufbauen. Dabei bezieht er sich auf den amerikanischen Traum: Merkmale wie Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder Religion sollen keine Rolle dabei spielen, was ein Mensch erreichen kann.
  • ... die USA zurück aufs internationale Parkett führen. Der nächste Präsident müsse die Beziehungen zu den Verbündeten der USA wieder reparieren, heißt es auf der Biden-Website. Der Demokrat will, dass die USA wieder eine Führungsrolle in der Welt einnehmen.
  • ... eine inklusive Demokratie. Die Politik schließt laut Biden zu viele Amerikaner aus. Ein wichtiger Punkt: das so genannte „Gerrymandering“, also die Wahlkreisschiebung. Dabei werden Wahlkreise so neu zugeschnitten, dass die Wähler einer bestimmten Partei eine Mehrheit bekommen.

Joe Biden – kein idealer Kandidat für die Präsidentschaft?

Nicht alle Gegnerinnen und Gegner von Donald Trump sind Fans von Joe Biden. Barack Obama etwa stärkte seinem ehemaligen Vize erst den Rücken, nachdem Bernie Sanders aus dem Rennen um die Kandidatur der Demokraten ausgestiegen war.
Mit seinen 77 Jahren gilt Biden vielen allein wegen seines Alters nicht als Idealbesetzung – er wäre der älteste Präsident in der Geschichte der USA. Biden ist kein großer Rhetoriker, in seinen Reden verzettelt er sich immer wieder. Er ist vergesslich und er verspricht sich: Er setze auf die Wahrheit statt auf Fakten, sagte Biden etwa 2019 bei einer Rede. Er meinte nicht Fakten, sondern Fiktion.

Joe Biden – wer er ist und woher er kommt

  • geboren am 21.11.1942 in Scranton, Pennsylvania (USA)
  • 77 Jahre alt
  • vollständiger Name: Joseph Robinette Biden, Jr.
  • 183 Zentimeter groß
  • Abgeordneter im US-Senat von 1973 bis 2009
  • wollte bereits 1988 und 2008 US-Präsident werden
  • US-Vizepräsident unter Barack Obama von 2009 bis 2017