738 Tage Gefangenschaft
: Gaza-Geiseln erzählen von Schlägen, Hunger - und Kartenspielen

Schläge, Verzweiflung, kleine Gesten: Die Geiseln in Gaza erlebten ein Wechselbad zwischen Gewalt und einem Fünkchen Menschlichkeit. Auch Palästinenser klagen über Grausamkeit in israelischer Haft.
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dpa
Tel Aviv/Gaza
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Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, Reim: Die deutsch-israelischen Geiseln Gali und Ziv Berman. Foto: -/IDF/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Die deutsch-israelischen Geiseln Gali und Ziv Berman.

-/IDF/dpa
  • Nach 738 Tagen Gefangenschaft wurden Geiseln der Hamas freigelassen, darunter Avinatan Or.
  • Gefangene berichteten über Gewalt, Hunger und Einsamkeit, aber auch seltene menschliche Gesten.
  • Palästinenser klagen über Misshandlungen und Folter in israelischer Haft.
  • UN kritisiert „erbärmliche Zustände“ in israelischen Gefängnissen, Berichte bestätigen Folter.
  • Emotionale Szenen bei Freilassung: Familien und Bewohner feiern Rückkehr der Gefangenen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Avinatan Or schließt seine Freundin Noa Argamani so eng in die Arme, als wolle er sie nie wieder loslassen. Gerade erst ist er nach zwei Jahren als Hamas-Geisel freigelassen worden. Die israelische Regierung veröffentlichte die Bilder der beiden, für die zwei Jahre Alptraum zu Ende gehen.

Bei dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 auf dem Nova-Musikfestival waren Noa und Avinatan brutal auseinandergerissen worden. Die herzzerreißende Videoaufnahme der Entführung ging damals um die Welt. Noa schrie inmitten des Gemetzels verzweifelt nach Avinatan, streckte ihre Arme ein letztes Mal nach ihm aus, bevor sie eingeklemmt zwischen zwei Terroristen auf einem Motorrad Richtung Gazastreifen gefahren wurde.

Nun ist der 32-Jährige als einer der letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen worden. Dass Noa überlebt und im Juni 2024 von der israelischen Armee befreit werden konnte, erfuhr Avinatan erst bei seiner Freilassung. 738 Tage Ungewissheit, Angst, Hunger und Gewalt.

Einsamkeit und Verzweiflung

Davor lagen unendliche Monate quälender Einsamkeit. Or war die ganze Zeit über allein, ohne je eine andere Geisel zu sehen, wie Angehörige israelischen Medien berichteten. Er habe bis zu 40 Prozent seines Körpergewichts verloren. Auch andere der Freigelassenen berichteten von körperlicher und psychologischer Folter, von Einsamkeit, Verzweiflung, Angst und Hunger in den dunklen Tunneln der Hamas. Aber auch von Augenblicken der Koexistenz mit ihren Wachen und kleinen menschlichen Gesten.

Augenblicke von Menschlichkeit

So habe Omri Miran mit seinen Entführern oft Karten gespielt und für ihr leibliches Wohl gesorgt. „Manchmal kochte er für seine Entführer, und sie waren begeistert von seiner Kochkunst“, erzählte sein Bruder Nadav der Nachrichtenseite „ynet“. „Er wusste genau, welches Datum, welcher Tag war und wie viele Tage er in Gefangenschaft war“, fügte sein Bruder hinzu.

Auch andere Familienmitglieder berichteten von solchen Augenblicken menschlicher Koexistenz. Wenn Terroristen beispielsweise einen zusätzlichen Spieler für ein Kartenspiel brauchten, brachten sie die Geiseln zu sich, gab ein Familienmitglied wieder. Andere Wachen hätten auch mal Hebräisch mit den Geiseln gesprochen.

  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Guy Gilboa-Dalal, freigelassene Geisel, zeigt ein Herzsymbol als er im Beilinson-Krankenhaus ankommt, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Guy Gilboa-Dalal, freigelassene Geisel, zeigt ein Herzsymbol als er im Beilinson-Krankenhaus ankommt, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde.

    Ariel Schalit/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Tel Aviv: Matan Angrest (M), eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, hält sich die Hände vors Gesicht bei der Ankunft mit einem Hubschrauber am Ichilov-Krankenhaus  ausgestiegen ist. (AP Photo/Ohad Zwigenberg) Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Matan Angrest (M), eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, hält sich die Hände vors Gesicht bei der Ankunft mit einem Hubschrauber am Ichilov-Krankenhaus.

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Matan Angrest (l) mit einem Anghörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). (Achtung: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden) Foto: -/Israeli Defense Forces/AP/dpa - ACHTUNG: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden. Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Matan Angrest (l) mit einem Anghörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF).

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Ziv Berman, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, gestikuliert am Fenster eines Hubschraubers, als er im Sheba-Krankenhaus ankommt. Foto: Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ziv Berman, der auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, gestikuliert am Fenster eines Hubschraubers, als er im Sheba-Krankenhaus ankommt.

    Leo Correa/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Eitan Mor (r)  mit einem Anghörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). (Achtung: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden) Foto: -/Israeli Defense Forces/AP/dpa - ACHTUNG: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden. Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Eitan Mor (r) mit einem Angehörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF).

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Yosef-Haim Ohana (l) umarmt ein Familienmitglied nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas. Foto: Uncredited/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bis 26.10.2025 im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Yosef-Haim Ohana (l) umarmt ein Familienmitglied nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas.

    Uncredited/IDF/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Alon Ohel, freigelassene Geisel, gestikuliert bei seiner Ankunft im Beilinson-Krankenhaus, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Alon Ohel, freigelassene Geisel, gestikuliert bei seiner Ankunft im Beilinson-Krankenhaus, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde. Ohel ist auch deutscher Staatsbürger.

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Tel Aviv: Omri Miran, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, schwenkt eine israelische Flagge, nachdem er im Ichilov-Krankenhaus aus einem Hubschrauber gestiegen ist. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Mehrere befreite Geiseln steigen am Ichilov-Krankenhaus aus einem Hubschrauber.

    Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Maksym Harkin (r) trifft nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas seine Familie. Foto: -/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bis 26.10.2025 im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Maksym Harkin (r) trifft nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas seine Familie.

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Maxim Herkin, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel,  lächelt und macht ein Herzzeichen mit den Händen, als er in einem Kleinbus am Krankenhaus «Sheba Medical Center» eintrifft. Foto: Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Maxim Herkin hat die Geiselnahme im Gazastreifen überlebt.

    Leo Correa/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Eine der befreiten Geiseln, Bar Kupershtein, trifft seine Familie, nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza. Foto: -/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bis 26.10.2025 im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Eine der befreiten Geiseln, Bar Kupershtein, trifft seine Familie, nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza.

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Die freigelassenen israelischen Geiseln Ariel Cunio und seine Freundin Arbel Yahud, die während des Angriffs vom 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt und in den Gazastreifen verschleppt wurden, kommen im Sheba Medical Center an. Foto: Ilia Yefimovich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Die freigelassenen israelischen Geiseln Ariel Cunio und seine Freundin Arbel Yahud, die während des Angriffs vom 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt und in den Gazastreifen verschleppt wurden, kommen im Sheba Medical Center an.

    Ilia Yefimovich/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Auf diesem von den israelischen Verteidigungsstreitkräften zur Verfügung gestellten Foto umarmt Omri Miran, freigelassene Geisel, seine Frau Lishay Miran-Lavi, nachdem er aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza freigelassen wurde. Foto: -/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Endlich wiedervereint: Omri Miran mit seiner Frau Lishay Miran-Lavi.

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Segev Kalfon, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, kommt am Sheba Medical Center an. Foto: Ilia Yefimovich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Segev Kalfon wurde ins Sheba Medical Center gebracht.

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Avinatan Or, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, als er im Beilinson-Krankenhaus ankommt. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Avinatan Or wird nach seiner Freilassung nun im Beilinson-Krankenhaus untersucht.

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  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: DAvid Cunio, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, als er im israelischen Sheba-Krankenhaus ankommt. Foto: Yoav Ginsburg/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    David Cunio war ebenfalls eine der Geiseln.

    Yoav Ginsburg/ZUMA Press Wire/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Eine der befreiten Geiseln, Yosef Haim Ohana, schaut aus einem Fahrzeug, als er nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza im Sheba Medical Center ankommt. Foto: Ilia Yefimovich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Yosef Haim Ohana, schaut aus einem Fahrzeug, als er nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza im Sheba Medical Center ankommt.

    Ilia Yefimovich/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, ---: Geisel Matan Zangauker trifft seine Mutter in der Erstaufnahmeeinrichtung, nachdem er aus Geiselhaft freigelassen wurde. Foto: Uncredited/Israeli Defense Forces/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Geisel Matan Zangauker trifft seine Mutter in der Erstaufnahmeeinrichtung, nachdem er freigelassen wurde.

    Uncredited/Israeli Defense Forces/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden, nachdem sie aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza freigelassen wurden. Foto: Francisco Seco/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden.

    Francisco Seco/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln

    Viele Menschen fieberten mit, als die israelischen Geiseln freikamen.

    Ilia Yefimovich/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden, nachdem sie aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza freigelassen wurden. Foto: Francisco Seco/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden.

    Francisco Seco/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Gaza: 13.10.2025, Palästinensische Gebiete, Chan Junis: Fahrzeuge des Roten Kreuzes mit freigelassenen Geiseln fahren in Richtung der israelischen Grenze im südlichen Gazastreifen. Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    In diesen Fahrzeugen des Roten Kreuzes waren die Geiseln zurückgebracht worden.

    Jehad Alshrafi/AP/dpa
  • US President Donald Trump (L) whispers to Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu at the Israeli parliament, the Knesset, in Jerusalem on October 13, 2025. Hamas handed over the 20 surviving Israeli hostages on October 13 under a ceasefire agreement, as the US president and other world leaders geared up for a summit on Gaza. The releases are part of a ceasefire agreement brokered by the US president, with Israel due in return to free nearly 2,000 detainees held in its jails in exchange. (Photo by Evan Vucci / POOL / AFP)

    Donald Trump und Benjamin Netanyahu in der Knesset, dem israelischen Parlament.

    EVAN VUCCI/AFP
  • Kanzler Merz beim Gaza Gipfel: 13.10.2025, Ägypten, Scharm El Scheich: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt zum Gaza-Gipfel in Scharm el Scheich an. Unter Vorsitz von Ägyptens Präsident al-Sisi und mit Beteiligung von US-Präsident Trump soll bei dem Treffen von Staats-und Regierungschefs die Unterstützung für den Gaza Streifen nach dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas beraten werden. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Bundeskanzler Friedrich Merz ist im ägyptischen Scharm El Scheich gelandet. Dort findet ein Gaza-Gipfel statt.

    Michael Kappeler/dpa
  • Palestinian men gesture from inside a bus after being released from the Ofer military prison located between Ramallah and Beitunia in the occupied West Bank on October 13, 2025, in exchange for hostages held by Hamas in Gaza since the October 7 attacks. Several buses left Israel's Ofer jail with freed Palestinian prisoners on the way to Ramallah under a ceasefire agreement following Hamas's release of 20 surviving Israeli hostages. (Photo by HAZEM BADER / AFP)

    Im Gegenzug für die israelischen Geiseln wurden auch mehrere palästinensische Gefangene aus dem israelischen Militärgefängnis Ofer freigelassen.

    HAZEM BADER/AFP
  • Kundgebung zur Freilassung der Geiseln der Hamas: 13.10.2025, Berlin: «Friday for Israel» steht auf einem Plakat, das ein Teilnehmer während der Kundgebung unter dem Motto «Coming Home» zur Freilassung der Geiseln der Hamas «Coming Home» auf dem Bebelplatz. Foto: Annette Riedl/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    In Berlin feierten Menschen mit einer Kundgebung die Freilassung der israelischen Geiseln.

    Annette Riedl/dpa
  • Kundgebung zur Freilassung der Geiseln der Hamas: 13.10.2025, Berlin: «Diese Geiseln sind heute lebend nach Hause gekommen« und »we will dance again» steht auf einem Plakat, das eine Teilnehmerin auf der Kundgebung «Coming Home» zur Freilassung der israelischen Geiseln der Hamas auf dem Bebelplatz trägt. Foto: Annette Riedl/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    „Diese Geiseln sind heute lebend nach Hause gekommen“ und „we will dance again“ steht auf einem Plakat, das eine Teilnehmerin auf der Kundgebung in Berlin trägt.

    Annette Riedl/dpa
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Deutsch-Israelis waren getrennt

Die deutsch-israelischen Brüder Gali und Ziv Berman wurden während ihrer Gefangenschaft getrennt und völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Sie hätten berichtet, dass es Zeiten mit ausreichend Essen und dann wieder Monate des Hungers gegeben habe. Beide, die ohne voneinander zu wissen, nahe zusammen festgehalten wurden, hätten auch gehört, wie die israelische Armee in ihrer Nähe operiert.

Zwischen Staub und Trümmern

Besonders brutal sollen die Entführer mit Matan Angerest umgegangen sein. Er habe „sehr schwere Folter“ erlitten, weil er als Soldat entführt worden war, sagte seine Mutter Anat Angerest dem TV-Sender Channel 12. Er habe bisher nur wenig erzählt, sagte sie. Matan erinnere sich an die schweren Bombardierungen durch die israelische Armee, an die Flugzeuge, die über ihren Köpfen flogen, an die Mauern, die neben ihnen einstürzten, und daran, dass er sich oft inmitten von Staub und Trümmern wiederfand und versuchte, über die Erde zu kommen und zu überleben.

Brutale Bedingungen in Israels Gefängnissen

Aber auch von Israel freigelassene Palästinenser berichten von Misshandlungen und Qualen während ihrer Haftzeit. Bei ihrer Ankunft im Gazastreifen spielten sich emotionale Szenen ab: Arabische Nachrichtensender streamten die Bilder der Wiedersehen mit den Familien. Umringt von Menschenmassen jubelten Bewohner den Freigelassenen zu, als sie aus den Bussen des Roten Kreuzes ausstiegen.

Viele der Freigelassenen berichteten arabischen Medien zufolge von Folter und Hunger während der israelischen Haft. Al-Dschasira zitierte einen Freigelassenen. „Ich habe die letzten zwei Jahre gehungert“, sagte er nach seiner Entlassung. „Ich schwöre bei Gott, sie haben uns nichts zu essen gegeben“, fuhr er fort. Sie seien geschlagen und nackt in ihren Zellen gehalten worden. „Wir wurden gefoltert“, sagte er.

UN-Menschenrechtsbüro: „erbärmliche Zustände“

„Sie (Soldaten) kamen mitten in der Nacht und übergossen uns mit Wasser. Sie haben uns auf jede erdenkliche Weise gefoltert“, sagte der Fotojournalist Schadi Abu Sido aus dem Gazastreifen nach 20 Monaten Haft. Andere ehemalige Insassen berichteten CNN von Ärzten, die sie geschlagen hätten. Behandlungen bei Verletzungen oder Krankheiten habe es nicht gegeben, wurde ein 45-jähriger Mann zitiert.

Auch das UN-Menschenrechtsbüro hat Israel vorgeworfen, Tausende Palästinenser aus dem Gazastreifen „unter erbärmlichen Zuständen“ festgehalten zu haben. Es gebe Berichte über Misshandlungen und Folter, teilte das Büro schon 2024 in Genf mit. Mindestens 53 Menschen seien in israelischem Gewahrsam ums Leben gekommen.