Gaza-Abkommen: USA verhandelten wohl direkt mit der Hamas

Dieses Bild vom 24. April 2024 zeigt den stellvertretenden Chefs des Hamas-Politbüros, Chalil al-Haja, der die militante palästinensische Gruppe bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe und einen Geiselaustausch vertrat, während eines Interviews.
Khalil Hamra/AP/dpa- USA verhandelten direkt mit Hamas für Gaza-Waffenruhe – Ausnahme von offizieller Linie.
- Treffen in Scharm el Scheich: US-Gesandte Witkoff & Kushner sprachen mit Hamas-Vertreter Chalil al-Haja.
- Trump-Plan mit 20 Punkten zugesichert, um Hamas zur Zustimmung zu bewegen.
- Ägyptischer Geheimdienstchef verkündete nach Treffen den Durchbruch für den Deal.
- Zweiter direkter Kontakt zwischen USA und Hamas seit Beginn des Gaza-Kriegs.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die geltende Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas wurde einem Medienbericht zufolge durch ein außergewöhnliches Treffen mit Spitzenvertretern der USA möglich. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, trafen dafür den höchsten Vertreter der Hamas im Ausland, Chalil al-Haja. Das berichtete die US-Nachrichtenseite „Axios“ unter Berufung auf mit dem Treffen vertraute Personen.
Die Hamas hatte in den Gesprächen demnach vor allem Sorge, dass Israel den Krieg gegen sie nach Freilassung der letzten Geiseln aus dem Gazastreifen fortsetzen wird. Ziel des ungewöhnlichen Treffens im ägyptischen Scharm el Scheich vergangene Woche sei gewesen, der Hamas diese Sorge zu nehmen, berichtete „Axios“.
Treffen in Luxushotel mit Botschaft Trumps
Witkoff und Kushner hätten al-Haja und vier weitere ranghohe Hamas-Vertreter in einem Luxushotel am späten Abend für etwa 45 Minuten getroffen. Sie hätten dabei die Botschaft Trumps übermittelt, dass die Hamas fair behandelt werde und dass Trump für die Umsetzung der 20 Punkte in seinem Friedensplan für Gaza sorgen werde.
Nach dem Treffen habe sich die Hamas zurückgezogen zu Gesprächen mit den Vermittlern Katars, Ägyptens und der Türkei. Wenige Minuten später sei der ägyptische Geheimdienstchef Hassan Raschad dann zu Witkoff und Kushner gekommen und habe gesagt: „Beruhend auf dem Treffen, das soeben stattgefunden hat, haben wir einen Deal.“ Wenige Tage später wurde die Einigung zwischen der Hamas und Israel über die Waffenruhe verkündet.
Die US-Regierung hatte die Hamas 1995 mit Sanktionen belegt und zwei Jahre später als Terrororganisation eingestuft. Washington hat eigentlich eine der stärksten Verpflichtungen dazu, nicht direkt mit Terroristen zu verhandeln. Ausnahmen gab es in vergangenen Jahrzehnten und unter früheren US-Präsidenten aber mehrfach, etwa bei Konflikten in Kolumbien, dem Iran, Irak und Syrien.
Das Treffen ist der zweite direkte Kontakt mit US-Vertretern und der Hamas seit Beginn des Gaza-Kriegs. Im März gab es bereits direkte Gespräche zwischen der Hamas und dem US-Geiselbeauftragten Adam Boehler, um die Freilassung des amerikanisch-israelischen Doppelstaatlers Edan Alexander aus Gaza zu erreichen.
