Gaza-Abkommen
: Wie geht es nach den Geisel-Freilassungen weiter?

Donald Trump formuliert in seinem Friedensplan Ziele – doch wie sie erreicht werden sollen, ist weitgehend unklar. Israel muss sich wohl auf neue Konflikte mit seinen Nachbarstaaten einstellen.
Von
Johannes Sadek und Michael Fischer, dpa
Gaza/Tel Aviv
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Es ist nicht geklärt, wer im Gazastreifen für Sicherheit sorgen kann. (Archivbild)

Abed Rahim Khatib/dpa
  • Waffenruhe im Gaza-Konflikt: Geiseln freigelassen, Israel zieht Truppen teilweise zurück.
  • Trumps Friedensplan verlangt Entwaffnung der Hamas und eine internationale Friedenstruppe.
  • Unsicherheit über Beteiligung von Ländern und UN-Mandat für Stabilisierung in Gaza.
  • Deutschland plant humanitäre Hilfe und Wiederaufbau, Umfang noch unklar.
  • Konflikte mit Iran und Hisbollah bleiben ungelöst, neuer Krieg möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Tag wurde gefeiert als Beginn einer neuen Ära im Nahen Osten, als Tag des vielleicht größten Friedens seit Ende des Zweiten Weltkriegs - oder, nach Worten von US-Präsident Donald Trump, vielleicht sogar seit „3.000 Jahren“. Doch auch mit den Superlativen, die Trump während seines Kurzbesuchs in Israel und Ägypten nannte, werden die Streitpunkte im Gaza-Konflikt nicht einfach verschwinden. Am Tag nach dem Jubel über die Heimkehr der noch lebenden Geiseln und nach den Feierlichkeiten in Ägypten zum verkündeten Kriegsende kehrt Ernüchterung ein.

Zwar ist es dem Dealmaker Trump durch persönlichen Druck gelungen, Israel und die islamistische Palästinenserorganisation Hamas zumindest in die nun laufende erste Phase seines Friedensplans zu treiben. Das heißt: Es gilt eine Waffenruhe, die letzten Geiseln sind frei und auch die Toten sollen übergeben werden, Israel und dessen Truppen haben sich in Gaza etwas zurückgezogen. In Ägypten versammelte Trump rund 30 Staats- und Regierungschefs, um zu zeigen, dass die Welt hinter seinem Plan steht.

Wie geht es jetzt weiter im Gaza-Krieg?

Nach dem Jubel in Israel und der Zeremonie in Ägypten stehen jetzt erneut schwierige Verhandlungen bevor, deren Ausgang völlig offen ist. Laut Trumps 20-Punkte-Plan müsste in einer nächsten, zweiten Phase eine Technokraten-Regierung für den Wiederaufbau des Gazastreifens gebildet werden. Die Hamas würde daran dem Plan zufolge nicht beteiligt, sondern entwaffnet. Eine internationale Friedenstruppe (ISF) würde in Gaza für Sicherheit sorgen.

Über all das wird aber lange verhandelt werden müssen. Die Hamas demonstriert weiterhin ihre Macht, will diese in Gaza wieder festigen und lehnt auch eine Abgabe ihrer Waffen bisher ab. Die US-Regierung hat der islamistischen Terrororganisation nach Trumps Worten sogar die Genehmigung erteilt, sich für eine begrenzte Zeit neu zu bewaffnen, um im Gazastreifen für Sicherheit zu sorgen. Bei der ISF ist offen, welche Länder hierfür Soldaten entsenden könnten und ob diese dafür ein UN-Mandat erhalten sollen.

Wie in vorigen Verhandlungsrunden der vergangenen zwei Kriegsjahre ist denkbar, dass die Gespräche in eine Sackgasse steuern. Es wird starken Willen der Beteiligten brauchen und auch anhaltenden Druck Trumps, den weiteren Weg aus dem Krieg zu führen, den Trump bereits für beendet erklärt hat. Die Hamas spricht Israel weiterhin das Existenzrecht ab. Auf der anderen Seite wollen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine rechtsextremen Regierungspartner die Hamas restlos zerschlagen.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz warf der Hamas schon gestern vor, die Waffenruhe-Vereinbarung gebrochen zu haben. Am Montag wurden nur vier der eigentlich 28 toten Geiseln übergeben, obwohl die Frist für die Übergabe aller Leichen am Mittag auslief. Katz drohte, jede Verzögerung werde als grober Verstoß der Vereinbarung gewertet und „entsprechend beantwortet“.

Vor der von der Hamas weiter ausgehenden Gefahr warnt auch der französische Präsident Emmanuel Macron. Es werde in den kommenden Wochen und Monaten Terroranschläge und Destabilisierungen geben, sagte er. „Eine Terrorgruppe mit Tausenden Kämpfern, Tunneln und solcher Bewaffnung zerschlägt man nicht über Nacht.“

  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Guy Gilboa-Dalal, freigelassene Geisel, zeigt ein Herzsymbol als er im Beilinson-Krankenhaus ankommt, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Guy Gilboa-Dalal, freigelassene Geisel, zeigt ein Herzsymbol als er im Beilinson-Krankenhaus ankommt, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde.

    Ariel Schalit/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Tel Aviv: Matan Angrest (M), eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, hält sich die Hände vors Gesicht bei der Ankunft mit einem Hubschrauber am Ichilov-Krankenhaus  ausgestiegen ist. (AP Photo/Ohad Zwigenberg) Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Matan Angrest (M), eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, hält sich die Hände vors Gesicht bei der Ankunft mit einem Hubschrauber am Ichilov-Krankenhaus.

    Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Matan Angrest (l) mit einem Anghörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). (Achtung: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden) Foto: -/Israeli Defense Forces/AP/dpa - ACHTUNG: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden. Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Matan Angrest (l) mit einem Anghörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF).

    -/Israeli Defense Forces/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Ziv Berman, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, gestikuliert am Fenster eines Hubschraubers, als er im Sheba-Krankenhaus ankommt. Foto: Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ziv Berman, der auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, gestikuliert am Fenster eines Hubschraubers, als er im Sheba-Krankenhaus ankommt.

    Leo Correa/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Eitan Mor (r)  mit einem Anghörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). (Achtung: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden) Foto: -/Israeli Defense Forces/AP/dpa - ACHTUNG: Foto ist von der Quelle bearbeitet worden. Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Auf diesem von den israelischen Verteidigungskräften zur Verfügung gestellten Foto spricht Geisel Eitan Mor (r) mit einem Angehörigen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF).

    -/Israeli Defense Forces/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Yosef-Haim Ohana (l) umarmt ein Familienmitglied nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas. Foto: Uncredited/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bis 26.10.2025 im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Yosef-Haim Ohana (l) umarmt ein Familienmitglied nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas.

    Uncredited/IDF/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Alon Ohel, freigelassene Geisel, gestikuliert bei seiner Ankunft im Beilinson-Krankenhaus, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Alon Ohel, freigelassene Geisel, gestikuliert bei seiner Ankunft im Beilinson-Krankenhaus, nachdem er aus der Gefangenschaft der Hamas im Gazastreifen freigelassen wurde. Ohel ist auch deutscher Staatsbürger.

    Ariel Schalit/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Tel Aviv: Omri Miran, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, schwenkt eine israelische Flagge, nachdem er im Ichilov-Krankenhaus aus einem Hubschrauber gestiegen ist. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Mehrere befreite Geiseln steigen am Ichilov-Krankenhaus aus einem Hubschrauber.

    Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Maksym Harkin (r) trifft nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas seine Familie. Foto: -/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bis 26.10.2025 im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Maksym Harkin (r) trifft nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas seine Familie.

    -/IDF/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Maxim Herkin, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel,  lächelt und macht ein Herzzeichen mit den Händen, als er in einem Kleinbus am Krankenhaus «Sheba Medical Center» eintrifft. Foto: Leo Correa/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Maxim Herkin hat die Geiselnahme im Gazastreifen überlebt.

    Leo Correa/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Eine der befreiten Geiseln, Bar Kupershtein, trifft seine Familie, nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza. Foto: -/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bis 26.10.2025 im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Eine der befreiten Geiseln, Bar Kupershtein, trifft seine Familie, nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza.

    -/IDF/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Die freigelassenen israelischen Geiseln Ariel Cunio und seine Freundin Arbel Yahud, die während des Angriffs vom 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt und in den Gazastreifen verschleppt wurden, kommen im Sheba Medical Center an. Foto: Ilia Yefimovich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Die freigelassenen israelischen Geiseln Ariel Cunio und seine Freundin Arbel Yahud, die während des Angriffs vom 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt und in den Gazastreifen verschleppt wurden, kommen im Sheba Medical Center an.

    Ilia Yefimovich/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: HANDOUT - 13.10.2025, Israel, ---: Auf diesem von den israelischen Verteidigungsstreitkräften zur Verfügung gestellten Foto umarmt Omri Miran, freigelassene Geisel, seine Frau Lishay Miran-Lavi, nachdem er aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza freigelassen wurde. Foto: -/IDF/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

    Endlich wiedervereint: Omri Miran mit seiner Frau Lishay Miran-Lavi.

    -/IDF/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Segev Kalfon, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, kommt am Sheba Medical Center an. Foto: Ilia Yefimovich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Segev Kalfon wurde ins Sheba Medical Center gebracht.

    Ilia Yefimovich/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Avinatan Or, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, als er im Beilinson-Krankenhaus ankommt. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Avinatan Or wird nach seiner Freilassung nun im Beilinson-Krankenhaus untersucht.

    Ariel Schalit/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: DAvid Cunio, eine aus dem Gazastreifen freigelassene Geisel, als er im israelischen Sheba-Krankenhaus ankommt. Foto: Yoav Ginsburg/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    David Cunio war ebenfalls eine der Geiseln.

    Yoav Ginsburg/ZUMA Press Wire/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Ramat Gan: Eine der befreiten Geiseln, Yosef Haim Ohana, schaut aus einem Fahrzeug, als er nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza im Sheba Medical Center ankommt. Foto: Ilia Yefimovich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Yosef Haim Ohana, schaut aus einem Fahrzeug, als er nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza im Sheba Medical Center ankommt.

    Ilia Yefimovich/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, ---: Geisel Matan Zangauker trifft seine Mutter in der Erstaufnahmeeinrichtung, nachdem er aus Geiselhaft freigelassen wurde. Foto: Uncredited/Israeli Defense Forces/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Geisel Matan Zangauker trifft seine Mutter in der Erstaufnahmeeinrichtung, nachdem er freigelassen wurde.

    Uncredited/Israeli Defense Forces/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden, nachdem sie aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza freigelassen wurden. Foto: Francisco Seco/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden.

    Francisco Seco/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln

    Viele Menschen fieberten mit, als die israelischen Geiseln freikamen.

    Ilia Yefimovich/dpa
  • Nahostkonflikt - Rückkehr der Geiseln: 13.10.2025, Israel, Petach Tikwa: Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden, nachdem sie aus der Gefangenschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas in Gaza freigelassen wurden. Foto: Francisco Seco/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Menschen schwenken israelische Flaggen, während sie vor dem Beilinson-Krankenhaus warten, wo einige der befreiten Geiseln erwartet werden.

    Francisco Seco/AP/dpa
  • Nahostkonflikt - Gaza: 13.10.2025, Palästinensische Gebiete, Chan Junis: Fahrzeuge des Roten Kreuzes mit freigelassenen Geiseln fahren in Richtung der israelischen Grenze im südlichen Gazastreifen. Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    In diesen Fahrzeugen des Roten Kreuzes waren die Geiseln zurückgebracht worden.

    Jehad Alshrafi/AP/dpa
  • US President Donald Trump (L) whispers to Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu at the Israeli parliament, the Knesset, in Jerusalem on October 13, 2025. Hamas handed over the 20 surviving Israeli hostages on October 13 under a ceasefire agreement, as the US president and other world leaders geared up for a summit on Gaza. The releases are part of a ceasefire agreement brokered by the US president, with Israel due in return to free nearly 2,000 detainees held in its jails in exchange. (Photo by Evan Vucci / POOL / AFP)

    Donald Trump und Benjamin Netanyahu in der Knesset, dem israelischen Parlament.

    EVAN VUCCI/AFP
  • Kanzler Merz beim Gaza Gipfel: 13.10.2025, Ägypten, Scharm El Scheich: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt zum Gaza-Gipfel in Scharm el Scheich an. Unter Vorsitz von Ägyptens Präsident al-Sisi und mit Beteiligung von US-Präsident Trump soll bei dem Treffen von Staats-und Regierungschefs die Unterstützung für den Gaza Streifen nach dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas beraten werden. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Bundeskanzler Friedrich Merz ist im ägyptischen Scharm El Scheich gelandet. Dort findet ein Gaza-Gipfel statt.

    Michael Kappeler/dpa
  • Palestinian men gesture from inside a bus after being released from the Ofer military prison located between Ramallah and Beitunia in the occupied West Bank on October 13, 2025, in exchange for hostages held by Hamas in Gaza since the October 7 attacks. Several buses left Israel's Ofer jail with freed Palestinian prisoners on the way to Ramallah under a ceasefire agreement following Hamas's release of 20 surviving Israeli hostages. (Photo by HAZEM BADER / AFP)

    Im Gegenzug für die israelischen Geiseln wurden auch mehrere palästinensische Gefangene aus dem israelischen Militärgefängnis Ofer freigelassen.

    HAZEM BADER/AFP
  • Kundgebung zur Freilassung der Geiseln der Hamas: 13.10.2025, Berlin: «Friday for Israel» steht auf einem Plakat, das ein Teilnehmer während der Kundgebung unter dem Motto «Coming Home» zur Freilassung der Geiseln der Hamas «Coming Home» auf dem Bebelplatz. Foto: Annette Riedl/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    In Berlin feierten Menschen mit einer Kundgebung die Freilassung der israelischen Geiseln.

    Annette Riedl/dpa
  • Kundgebung zur Freilassung der Geiseln der Hamas: 13.10.2025, Berlin: «Diese Geiseln sind heute lebend nach Hause gekommen« und »we will dance again» steht auf einem Plakat, das eine Teilnehmerin auf der Kundgebung «Coming Home» zur Freilassung der israelischen Geiseln der Hamas auf dem Bebelplatz trägt. Foto: Annette Riedl/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    „Diese Geiseln sind heute lebend nach Hause gekommen“ und „we will dance again“ steht auf einem Plakat, das eine Teilnehmerin auf der Kundgebung in Berlin trägt.

    Annette Riedl/dpa
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Welche Rolle spielt die in Ägypten unterzeichnete Erklärung?

Nach Trumps Worten legt das „sehr umfassende“ Dokument „eine ganze Reihe von Regeln und Bestimmungen“ im Gaza-Konflikt fest. Es soll nach Worten von Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi die geltende Waffenruhe festigen. In dem Dokument heißt es: „Gemeinsam werden wir diese Vereinbarung so umsetzen, dass Frieden, Sicherheit, Stabilität und Chancen für alle Völker der Region, einschließlich der Palästinenser und Israelis, gewährleistet sind.“ Mit welchen konkreten Maßnahmen dies gelingen soll, wird nicht erläutert. Israel und die Hamas waren beim Gipfel in Ägypten überhaupt nicht vertreten. 

Die Erklärung und die bombastische Verkündung passen aber zum Stil Trumps. Schon bei der Einigung zwischen der Hamas und Israel besiegelte er die Einigung gewissermaßen von hinten - mit Hilfe der weiteren Vermittler Katar, Ägypten und der Türkei forderte er erst Zusagen ein, um dann später über Details verhandeln zu lassen. Unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz ließ in einer Runde mit weiteren Staats- und Regierungschefs in Ägypten durchblicken, dass das nun unterzeichnete Papier noch längst keine dauerhafte Lösung für den laufenden Konflikt bedeute.

Was wird aus Israels Konflikt mit dem Erzfeind Iran?

Der Iran und die von ihm unterstützten Milizen in der Region sind stark geschwächt. Der heiße Konflikt zwischen Israel und seinem Erzfeind ist zumindest vorerst beendet. In seinen Grundzügen läuft er aber unverändert weiter. Ein erneuter Krieg der beiden Staaten wie im vergangenen Juni ist denkbar und einigen Experten zufolge vielleicht nur eine Frage der Zeit.

Trump, der sich immer wieder als Friedensbringer inszeniert, hat immer noch eine große Vereinbarung mit dem Iran im Blick, die das „Ende eines Zeitalters von Terror und Tod“ einläuten könnte. An Teheran sei die „Hand von Freundschaft und Kooperation“ ausgestreckt, sagte Trump bei seiner Rede im israelischen Parlament. Der laufende Streit um Irans Atomprogramm und die Angriffe der USA und Israels auf Irans Atomanlagen im Juni zeigen, dass die Länder von solch einer Vereinbarung weit entfernt sind. 

Beobachter der Konflikte in Nahost sehen auch Anzeichen dafür, dass die Hisbollah im Libanon wie auch der Iran - die beiden wichtigsten Verbündeten der Hamas - für eine Fortsetzung des Kriegs durch die Hamas sind. Im Libanon wie auch in Syrien ist der Konflikt mit Israel zwar unterbrochen, auch dort in vielen Fragen aber ungelöst und nicht beendet.

Welche Rolle kann Deutschland in dem weiteren Prozess spielen?

Bundeskanzler Merz hob in Ägypten darauf ab, dass es nun zunächst einmal um humanitäre Nothilfe im Gazastreifen gehe. Auch am Wiederaufbau will sich Deutschland beteiligen - in welchem Umfang, ist aber noch völlig unklar. Ägypten will zusammen mit Deutschland eine Wiederaufbaukonferenz ausrichten, die im November in Kairo stattfinden soll. Weil Deutschland inzwischen größter Zahler für die von Russland angegriffene Ukraine ist, stellt sich innenpolitisch die Frage, wie viel Hilfe für Gaza noch verkraftbar und vermittelbar ist.

Beteiligen sich deutsche Soldaten an einer UN-Friedenstruppe?

Merz hat sich bisher darauf zurückgezogen, dass sich die Frage derzeit für Deutschland nicht stelle. Das kann sich aber schnell ändern. Mit entscheidend ist, ob es ein Mandat der Vereinten Nationen für eine solche Truppe geben wird. Ob die USA und Israel solch ein Mandat anstreben, ist unklar. 

Wird der teilweise Waffenexportstopp nach Israel aufgehoben?

Merz hatte am 8. August verfügt, dass keine Lieferungen von Waffen an Israel mehr genehmigt werden, die im Gaza-Krieg eingesetzt werden können. Da es nun eine Waffenruhe gibt, erwägt die Bundesregierung, die Beschränkung wieder rückgängig zu machen. Wann eine Entscheidung fällt, ist unklar. Der teilweise Exportstopp hat Deutschland als wichtigstem Verbündeten Israels neben den USA neues Vertrauen in der arabischen Welt gebracht. Das könnte ein Grund sein, die Beschränkungen zunächst noch aufrecht zu halten.

Bundeskanzler Friedrich Merz trifft US-Präsident Donald Trump in Ägypten. Deutschland will sich am Wiederaufbau des Gazastreifens beteiligen.

Evan Vucci/AP Pool/AP/dpa