Wieder Kreta-Erdbeben: Reisehinweis für Griechenland

Reisehinweis vom Auswärtigen Amt für Griechenland aufgrund des Erdbebens auf Kreta: Wie Reisende sich verhalten sollten und ob der Urlaub dennoch stattfinden kann.
Socrates Baltagiannis/dpaDie Postkartenidylle auf den griechischen Inseln wird in jüngster Zeit immer wieder durch Erdbeben erschüttert. Am frühen Donnerstagmorgen (22. Mai 2025) bebte erneut die Erde vor der griechischen Trauminsel Kreta. Am 30. Mai bebte die Erde vor Kreta erneut mit einer Stärke von 4,3. Was Reisende jetzt wissen müssen.
Aktuelle Situation: Erneut Erdbeben vor Griechenland
Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat am frühen Donnerstagmorgen (22. Mai 2025) mehrere griechische Urlaubsinseln erschüttert. Wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte, ereignete sich das Beben vor den griechischen Inseln Kreta und Santorin. Das Epizentrum lag demnach in einer Tiefe von 68 Kilometern etwa 82 Kilometer nordöstlich von Kretas Hauptstadt Heraklion entfernt. Verletzte oder Schäden wurden zunächst nicht gemeldet. Ein Video zeigt die Erschütterungen auf Kreta. Erst Mitte Mai hatte ein Erdbeben der Stärke 6,1 südlich der Insel Kasos auch auf bei Urlaubern sehr beliebten Ägäis-Inseln wie Kos, Rhodos und Kreta für Erschütterungen gesorgt. Am 30. Mai bebte die Erde vor Kreta erneut. Es war ein eher sanftes Beben mit einem Wert von 4,3.
Ab Ende Januar 2025 waren tausende Beben rund um Santorini und die Nachbarinseln registriert worden. Eine solche Serie von Beben hatte es in dem Gebiet nach Expertenangaben seit 1964 nicht mehr gegeben. Nach den Beben Mitte Mai hatte das Auswärtige Amt am 15. Mai seinen Reisehinweis für Griechenland aktualisiert.
Ist Griechenland-Urlaub noch sicher? Diese Einschätzung eines Sicherheits-Analysten ist eindeutig.
Rückblick: Reisehinweis wegen Erdbeben auf Santorini, dann Kreta
Rückblick: Bereits Anfang Februar 2025 gab es auf und vor der griechischen Trauminsel Santorini kontinuierliche Erd- und Seebeben. Die Stärke der Beben schwankte damals laut dem Auswärtigen Amt zwischen 3 und 5,2 auf der Richterskala. Auch wenn die seismologische Aktivität auf der Kykladeninsel sich nur noch auf einem niedrigen Niveau bewegte, rechneten die griechischen Behörden mit weiteren Erdbeben, sogar der Notstand wurde kurzfristig ausgerufen. Das Auswärtige Amt gab den ersten Reisehinweis aufgrund der Erdbeben für Griechenland heraus. Wichtig zu wissen: Der Reisehinweis ist keine Reisewarnung. Das ist vor allem für Reisende eine wichtige Information. Nähere Informationen dazu lesen Sie weiter unten.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Mai riss ein Erdbeben mit der Stärke 6,1 auf der Richterskala die Menschen auf Kreta aus dem Schlaf. Das Epizentrum lag nach Experteneinschätzung rund 22 Kilometer vor der beliebten Urlaubsinsel Kreta. Auch bei Urlaubern auf den Inseln Kos und Rhodos sorgte das Beben für Unruhe, zumal danach eine Tsunamiwarnung folgte.
Auch interessant: Für diese beliebten Urlaubsländer gelten aktuell Reisehinweise und Reisewarnungen
Griechenland Urlaub: Wie sollen Reisende sich nun verhalten?
Das griechische Ministerium für Klima und Katastrophenschutz hat kurz nach den Ereignissen Einheimische und Reisende aufgerufen, sich von der Ostküste Kretas und der Insel Rhodos fernzuhalten und nach Möglichkeit höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Die bei Wanderern beliebte „Samaria-Schlucht“ auf Kreta wurde vorläufig geschlossen, damit die Behörden mögliche Schäden an der Route prüfen können.
Unklar war bisher noch, wie sich die Situation auf Kreuzfahrtschiffe auswirkt. Nach Angaben des Reiseportals schiffe-und-kreuzfahrten.de hat die Situation aber bisher keine größeren Auswirkungen auf Kreuzfahrtschiffe in der Region. So führt demnach beispielsweise TUI Cruises regelmäßig Passagierwechsel auf der Insel Kreta in Heraklion durch.
Reiserücktritt wegen Kreta-Erdbeben?
Wer einen Griechenland Urlaub gebucht hat, kann und muss die Reise trotz des Reisehinweises zunächst antreten. Der Hinweis gilt nicht als offizielle Reisewarnung. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät dazu, in jedem Fall die aktuellen Reisehinweise durch das Auswärtige Amt mitzuverfolgen, die wir auf diesem Portal stetig aktualisieren.
Sollte es in der gebuchten Region zum Zeitpunkt der Reise oder kurz zuvor zu erheblichen Einschränkungen aufgrund von Erdbeben oder anderen Naturgewalten kommen, ist es sinnvoll, den Reiseveranstalter zu kontaktieren, rät die Verbraucherzentrale. Keinesfalls sollte eine gebuchte Pauschalreise einfach so storniert werden.
Oft wird bei Extremwetter und anderen Naturereignissen nur dann eine Stornierung anerkannt, wenn es die Reise erheblich einschränkt, beispielsweise weil die Anreise aufgrund von Erdrutschen nicht möglich ist oder weil die Unterkunft selbst direkt von den Folgen betroffen ist. Die reine Angst vor Erdbeben ist kein Stornogrund. Reisende, die sich bereits auf dem Weg nach Griechenland befinden sollten, falls nötig, Beweise sichern oder Schäden bzw. Beeinträchtigungen in der Unterkunft fotografieren. Auch hier ist es wichtig, umgehend mit dem Reiseveranstalter Kontakt aufzunehmen.
Sind Erdbeben in Griechenland häufiger geworden? Das verrät die Statistik.
Reiserücktritt bei Individualreisen nach Griechenland
Komplizierter wird es für Individualreisende. Flugtickets werden laut der Verbraucherzentrale nur dann erstattet, wenn die Airline den Flug annulliert. Unterkünfte müssen in der Regel selbst dann bezahlt werden, wenn keine Anreise möglich ist. Nur wenn die gebuchte Unterkunft aufgrund von Naturgewalten gar nicht zur Verfügung steht, haben Reisende in manchen Fällen einen Anspruch auf Rückerstattung. Reiserücktrittsversicherungen sind meistens auch keine Option, den Reisepreis zurückzufordern. Diese Versicherungen springen in der Regel nur bei unerwarteter Krankheit oder persönlichen Notfällen ein.
Reisehinweise für Griechenland: hilfreiche Informationsquellen für Reisende
Touristen sollten sich aber vorsorglich mit Verhaltenshinweisen bei Erdbeben und Tsunamis vertraut machen. Hilfreiche Informationen dazu bieten die Merkblätter des Deutschen GeoForschungsZentrums. In dem Merkblatt zum Thema Erdbeben sind auch einige Hinweise nachzulesen, die Reisenden bei der Auswahl der richtigen Unterkunft helfen können, falls ein Griechenland Urlaub zwar geplant, aber noch nicht gebucht ist. Demnach sind Hochhäuser ohne Erdbebensicherung oder Häuser in engen Gassen keine gute Wahl, meiden sollte man auch „Objekte, auf die schlecht konstruierte Nachbarhäuser stürzen können.“
Notfallbenachrichtigungen auf dem Handy aktivieren
Das Auswärtige Amt empfiehlt dringend, die Notfallbenachrichtigungen (Cell Broadcast) auf dem Handy zu aktivieren. Wer ein iPhone besitzt, kann die Warnungen so anschalten: Über die Einstellungen den Unterpunkt „Mitteilungen“ auswählen und dann ganz unten die „Testwarnungen“ aktivieren. Auch bei Android lassen sich die Warnungen aktivieren. Dafür navigiert man in den Einstellungen zum Punkt „Sicherheit und Notfälle“. Dort können die „Katastrophenwarnungen“ angeschaltet werden.
Weitere Maßnahmen für Reisende
Die digitale Plattform „mysafetyplan.gov.gr“ bietet (in griechischer Sprache) eine „digitale Karte sicherer Orte“, die in Echtzeit Informationen zu den von Katastrophenschutz, Kommunen und Regionen bereitgestellten Notunterkünften bietet. Das Deutsche Geoforschungszentrum rät außerdem, sich vor der Reise in die Krisenvorsorgeliste „Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen. Auch in Neapel bebte die Erde erst kürzlich. Was Italien-Reisende wissen müssen
