Wahlen in den USA 2024
: Der aktuelle Stand der Präsidentschaftswahlen

In den USA wird gewählt, die neuesten Infos und der aktuelle Stand der Präsidentschaftswahl gibt es hier.
Von
Philipp Staedele
Washington
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Wahl 2024 Harris: 23.07.2024, USA, West Allis: Vizepräsidentin Kamala Harris spricht bei ihrer Wahlkampfveranstaltung in der West Allis Central High School. Foto: Kayla Wolf/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

USA, West Allis: Vizepräsidentin Kamala Harris bei ihrer Wahlkampfveranstaltung in der West Allis Central High School.

Kayla Wolf/AP/dpa

Der US-Wahlkampf ist in vollem Gange, Demokraten und Republikaner positionieren sich zu den wichtigsten Wahlkampfthemen für die US-Wahl 2024. Nach dem Rückzug von Joe Biden hat dessen Vizepräsidentin Kamala Harris ihren ersten Wahlkampfauftritt. Derweil muss sich Elon Musk zu Spenden für Trump äußern. Die aktuellen Entwicklungen im Wahlkampf im Überblick:

Erster Wahlkampfauftritt: Harris warnt vor Trump-Sieg

Bei ihrem ersten Wahlkampfauftritt als voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten hat US-Vizepräsidentin Kamala Harris im Fall eines Wahlsiegs ihres republikanischen Rivalen Donald Trump vor einem „Land des Chaos, der Angst und des Hasses“ gewarnt. Der Rechtspopulist verfolge eine rückwärtsgewandte Politik, sagte Harris am Dienstag unter dem Jubel ihrer Anhänger.

„Wollen wir in einem Land der Freiheit, des Mitgefühls und der Rechtsstaatlichkeit leben, oder in einem Land des Chaos, der Angst und des Hasses?“, sagte die 59-Jährige bei der Veranstaltung in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin, der als einer der Schlüsselstaaten bei der Wahl im November gilt. In Milwaukee hatte vergangene Woche der Parteitag der Republikaner stattgefunden, auf dem Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt wurde.

Harris' Rede stand in starkem Kontrast zu den Ansprachen des scheidenden US-Präsidenten: Wo Joe Bidens Reden oft energielos und holperig wirkten, lieferte seine Vizepräsidentin einen kraftvollen und enthusiastischen Auftritt - den das Publikum in Wisconsin mit Jubel quittierte. Die Menschenmenge stimmte wiederholt Sprechchöre mit dem Vornamen der 59-Jährigen an.

Harris gilt nach Bidens Rückzug aus dem Rennen um das Weiße Haus als Favoritin für die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei. Der 81-Jährige hatte am Sonntag angesichts der Zweifel an seiner geistigen und körperlichen Fitness den Verzicht auf seine erneute Kandidatur erklärt und Harris seine Unterstützung zugesagt. Er war nach einem schwachen Aufritt beim TV-Duell gegen Trump in die Kritik geraten.

Harris in neuer Umfrage vor Trump

Derweil sah eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage von Reuters/Ipsos Harris mit einem knappen Vorsprung vor ihrem republikanischen Rivalen. Demnach lag Harris mit 44 Prozent leicht vor Trump, der den Angaben zufolge auf 42 Prozent kam. Die Umfrage war in den ersten beiden Tagen nach Bidens Ankündigung, auf seine Präsidentschaftskandidatur zu verzichten und stattdessen Harris zu unterstützen, ausgeführt worden. Es ist eine der ersten Befragungen seit dem Rückzug des Präsidenten.

Trump sagte unterdessen während eines Telefoninterviews mit Journalisten, er sei zu einem Fernsehduell mit Harris bereit - oder auch zu „mehr als einer Debatte“. Gegen Harris rechnet sich Trump, der vor gut einer Woche offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner nominiert worden war, nach eigenen Angaben bessere Chancen aus als gegen Biden. „Sie ist viel radikaler als er (...). Ich denke also, dass sie leichter (zu schlagen) sein sollte als Biden, denn er war etwas mehr Mainstream, aber nicht viel“, sagte der 78-Jährige.

Hier gibt es alle Infos rund um Kamala Harris!

Musk bestreitet Millionen-Spenden an Trump

Tech-Multimilliardär Elon Musk hat bestritten, 45 Millionen Dollar (etwa 41 Millionen Euro) monatlich für den Wahlkampf des US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump spenden zu wollen. In einer Botschaft auf seiner Onlineplattform X nannte Musk am Dienstag einen entsprechenden Pressebericht „lächerlich“. Er tätige zwar einige Spenden an die Organisation America PAC, aber in einer „viel niedrigeren Höhe“ als berichtet.

Die Zeitung „Wall Street Journal“ hatte eine Woche zuvor berichtet, dass Musk 45 Millionen Dollar monatlich an America PAC spenden wolle. Die Organisation sei neu gegründet worden, um die Präsidentschaftskampagne des Republikaners zu unterstützen, hieß es in dem Bericht.

Musk hatte einige Tage vor diesem Zeitungsbericht formell seine Unterstützung für Trumps Präsidentschaftskandidatur ausgesprochen. Seine Unterstützungserklärung veröffentlichte Musk kurz nach dem versuchten Mordanschlag auf Trump während einer Wahlkampfkundgebung.

Individuelle Wahlkampfspenden sind in den USA zwar auf 3300 Dollar pro Person begrenzt. Das System der Wahlkampffinanzierung ermöglicht es jedoch, höhere Summen an politische Organisationen zu spenden, die wiederum Kandidaten direkt oder indirekt unterstützen.

Quellen:

reuters.com: Harris leads Trump 44% to 42% in US presidential race, Reuters/Ipsos poll finds

wallstreetjournal.com: Elon Musk Has Said He Is Committing Around $45 Million a Month to a New Pro-Trump Super PAC