Wahlen in den USA 2024: Der aktuelle Stand der Präsidentschaftswahlen

Die Vizepräsidentin Kamala Harris.
ERIN SCHAFF/AFPDer US-Wahlkampf ist in vollem Gange, Demokraten und Republikaner positionieren sich zu den wichtigsten Wahlkampfthemen für die US-Wahl 2024. Nach dem Rückzug von Joe Biden bringt sich dessen Vizepräsidentin für die Präsidentschaftskandidatur in Stellung, nach dem Attentat auf Trump zieht die Chefin des Secret Service Konsequenzen. Die aktuellen Entwicklungen im Wahlkampf im Überblick:
Trump gegen Harris: Republikaner müssen Strategie wechseln
Im Präsidentschaftswahlkampf könnte nun die Stunde der Frauen schlagen. So machte nach Ansicht vieler Beobachter die Unterstützung von Nancy Pelosi, ehemalige Sprecherin des Repräsentantenhauses und immer noch eine der einflussreichsten Strippenzieherinnen bei den Demokraten, den Weg endgültig frei für die Kandidatur von Kamala Harris. Doch die muss sich erst noch dem Votum der Partei stellen. In Straßenumfragen fällt immer wieder noch ein anderer Name: der von Michelle Obama, Gattin von Ex-Präsident Barack Obama.
Klar ist aber, dass die Republikaner ihre Strategie ändern müssen. Denn nach dem Rückzug von Amtsinhaber Joe Biden aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf haben die Republikaner ein Problem. Bis jetzt hatte der 78-jährige Donald Trump seinen 81-jährigen Kontrahenten von den Demokraten als Greis dargestellt, der hinfällig und somit nicht mehr geeignet sei für das Spitzenamt. Nun ist Trump plötzlich selbst der alte Mann. Denn vermutlich wird er es mit Kamala Harris zu tun bekommen.
Doch nicht nur die Republikaner müssen ihre Strategie ändern. Auch vor den Demokraten liegen große Herausforderungen. Normalerweise werden politische Kampagnen über Monate hin geplant. Jetzt bleiben bis zum Wahltermin Anfang November gerade einmal etwas mehr als 100 Tage.
Hier gibt es alle Infos rund um Kamala Harris!
Vize sucht Vize: Wer könnte mit Harris in den Wahlkampf ziehen?
Kamala Harris erhält in ihrer Demokratischen Partei breite Unterstützung für ihre Nominierung als Präsidentschaftskandidatin. Offen ist noch, mit wem die US-Vizepräsidentin in den Wahlkampf ziehen möchte. Die Auswahl des sogenannten Running Mate ist strategisch wichtig: Es geht darum, Stimmen in den Schlüsselstaaten zu gewinnen, bestimmte Zielgruppen anzusprechen und als Team ein breites Spektrum der Partei abzudecken. Unter anderem sind diese Politiker sind im Gespräch:
- Josh Shapiro: Gouverneur von Pennsylvania
- Mark Kelly: Senator von Arizona
- Andy Beshear: Gouverneur von Kentucky
- Roy Cooper: Gouverneur von North Carolina

Die Direktorin des US-Geheimdienstes Kimberly Cheatle.
John McDonnell/dpa
Secret-Service-Chefin nach Trump-Attentat zurückgetreten
Die nach dem Attentat auf Ex-US-Präsident Donald Trump in die Kritik geratene Chefin des Secret Service, Kimberly Cheatle, ist zurückgetreten. Sie zog damit am Dienstag die Konsequenzen aus dem Mordanschlag vom 13. Juli. US-Präsident Joe Biden dankte Cheatle für ihre jahrzehntelange Arbeit für die Behörde und kündigte eine baldige Nachfolgeregelung an. Cheatle hatte am Montag eingeräumt, dass der für den Schutz amtierender und ehemaliger Präsidenten zuständige Secret Service beim Attentat auf Trump „versagt“ habe.
Trump hatte das Attentat am 13. Juli nur knapp überlebt, er wurde von einer Kugel am rechten Ohr getroffen. Ein Mann im Publikum wurde getötet, zwei weitere Teilnehmer der Kundgebung wurden schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter, der 20-jährige Thomas Matthew Crooks, wurde von einem Scharfschützen des Secret Service erschossen - 26 Sekunden, nachdem er die ersten Schüsse auf Trump abgegeben hatte.
Unmittelbar nach dem Attentat war die Frage laut geworden, wie sich Crooks mit seiner Waffe nur etwa 150 Meter entfernt von Trump auf einem Dach hatte positionieren können.