Zahlreiche Menschen in Deutschland fragen sich derzeit, ob das Reisen und ein echter „Ferien-Urlaub“ im
  • Frühjahr,
  • in den Sommerferien
2021 trotz der Corona-Pandemie, Reise-Regelungen und Verboten endlich wieder möglich sein werden. Das Interesse ist groß: Einer repräsentativen Umfrage für den Reiseveranstalter Dertour zufolge ist eine Urlaubsreise im Jahr 2021 für jeden zweiten Deutschen wichtig - trotz Corona. Besonders Jüngere wollen nicht auf Ferien verzichten: 65 Prozent der Befragten zwischen 25 und 34 Jahren stufen Urlaub im laufenden Jahr als wichtig ein.

Was für und gegen Urlaub 2021 in Europa spricht

Wird es 2021 möglich sein, wie früher - vor der Pandemie - einfach seine Koffer zu packen und wieder frei zu reisen, zumindest innerhalb der EU in beliebte Reiseländer wie
  • Spanien,
  • Frankreich,
  • Italien,
  • Österreich?
Manches spricht dafür, manches aber auch dagegen:
  • Und es ist fraglich, wann die Impfquote hoch genug sein wird angesichts der Verzögerungen durch Mangel an Impfstoff.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach dem Corona-Gipfel Grenzkontrollen für Nachbarländer ins Spiel gebracht, wenn diese sich nicht an einheitliche Corona-Regeln halten wollen.

EU-Corona-Impfpass: Nachweis soll als Reise-Erlaubnis dienen

Das Impfen wird eine wesentliche Rolle nicht nur bei der Bekämpfung des mutierenden Coronavirus spielen, sondern auch bei der Frage, wann Urlaubsreisen in Europa wieder möglich sein werden. Die Idee: Ein Impfpass für Menschen, die bereits immunisiert worden - und deshalb nicht mehr ansteckend sind.
Am Donnerstag, 21.1.2021, haben die 27 EU-Staaten in einem Videogipfel über die Impfstrategie in Europa beraten. Dabei ging es auch darum, ob und wie die Länder ein gemeinsames Dokument zum Nachweis von Corona-Impfungen einführen. Doch angesichts der kritischen Lage beim Impfen und der drängenden Frage ob man die Grenzen für den Warenverkehr und Pendler offen lässt, wurde das Thema nicht abschließend behandelt.
Aber es wurde bekräftigt, dass die 27 Staaten an einem gemeinsamen Impfpass arbeiten wollen: Man solle in der Lage sein, sich „auf gemeinsame Elemente zu verständigen, die in das Zertifikat für medizinische Zwecke aufgenommen werden“, sagte EU-Ratschef Charles Michel nach dem Gipfel.
Einer der wichtigsten Kernpunkte ist laut EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, dass noch nicht geklärt sei, ob Geimpfte das Virus weiter übertragen und wie lange der Impfschutz anhalte. wie geht es jetz weiter? Können Reisende auf den Impfpass hoffen? Fragen und Antworten rund um die Pläne zum Reise-Impfpass für die EU:

Worum geht es beim Impfzertifikat für Reisen in der EU?

Den Anstoß zu der Idee eines EU-Corona-Impfpasses gaben besonders Urlaubsländer wie Malta, Griechenland und Spanien. Kyriakos Mitsotakis, griechischer Ministerpräsident, plädierte für einen in der gesamten EU gültigen Impfpass und forderte: „Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen.“
Die EU-Kommission hat dazu bereits einen Vorschlag gemacht, den die EU-Staats- und Regierungschefs jetzt prüfen wollen: Bis Ende Januar sollen sich die 27 auf ein gemeinsames Vorgehen bei „Impfzertifikaten“ einigen. Ob damit einfacheres Reisen oder andere Privilegien verbunden wären, ließ die Kommission offen.

Welche Reiseländer sind für einen EU-Impfpass?

  • Zu den Befürwortern des Reise-Impfpasses gehört zum Beispiel Spanien, ebenfalls ein beliebtes Urlauberland. „Das könnte zur Wiederherstellung der Mobilität auf europäischer Ebene beitragen“, sagte Tourismusministerin Reyes Maroto.
  • Portugal, das am Mittwoch bei nur 10,3 Millionen Einwohnern mit mehr als 14.600 Neuinfektionen dramatische Anstiege der Fallzahlen erlebt, reagierte ebenfalls positiv.
  • Andere Länder zögern, darunter auch Deutschland: Kanzlerin Angela Merkel hielt die Diskussion vor dem Gipfel für verfrüht.
  • Europastaatsminister Michael Roth betrachtet ein Impfzertifikat als wichtig. „So weit sind wir aber leider noch nicht.“ Noch seien zu wenige geimpft, zu viele Fragen offen. Ungeklärt sei vor allem, ob Geimpfte andere mit dem Coronavirus anstecken können.

Was wird die EU zum Impfpass entscheiden?

Die Erwartung ist: Eine gemeinsame Entscheidung für ein einheitliches Dokument, beim Gipfel war aber vorher klar, dass es noch keinen Beschluss über die Nutzung geben werde. Unklar ist, ob der gelbe Impfpass der Weltgesundheitsorganisation gemeinsamer Nenner werden könnte. Es zeichnete sich aber ab, dass der Impfpass zunächst nur ein medizinisches Dokument sein solle und kein Reisedokument.

Warum gibt es Bedenken gegen Vorteile für Geimpfte?

Privilegien für Geimpfte, das könnte eine Impfpflicht durch die Hintertür bedeuten und die Gesellschaft spalten - so argumentierte Innenminister Horst Seehofer (CSU) schon länger. Als Außenminister Heiko Maas (SPD) nun forderte, Geimpften den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben, schlug ihm viel Kritik entgegen. Die wichtigsten Argumente: Solange nicht jeder Zugang zur Impfung hat, wären Vorteile unfair. Zudem könne dies Vertrauen in die Politik untergraben, die immer wieder betont hat, Impfen sei freiwillig. Die FDP-Europapolitikerin Nicola Beer fordert jedoch ebenfalls, Grundrechte von Geimpften nicht unnötig lang einzuschränken.

Dürfen Veranstalter, Hotels oder Fluggesellschaften nicht geimpfte Menschen von Reisen ausschließen?

Experten beantworten diese heikle Frage nicht eindeutig. Das hänge „von einer Vielzahl von Faktoren ab, über die zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage getroffen werden kann“, heißt es im Bundesjustizministerium. Ministerin Christine Lambrecht (SPD) meint, bis zur Klärung der Frage, ob auch nach der Impfung das Virus noch auf andere Menschen übertragen werden kann, verbiete sich eine unterschiedliche Behandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften. Sonderregeln gibt es allerdings längst. „So werden schon heute häufig negative Corona-Tests von Reisenden gefordert - zum Beispiel von zahlreichen Kreuzfahrt-Unternehmen“, teilt der Deutsche Reiseverband (DRV) mit.

Könnte der EU-Impfpass den Urlaub 2021 und die Reise-Branche retten?

Auch wenn der DRV die Impfungen als „Licht am Ende des Tunnels“ sieht - von Rettung ist nicht die Rede. „Es wird noch eine Weile dauern, bis alle, die sich auch impfen lassen möchten, geimpft sein werden“, so der Verband. Für die Übergangszeit müsse die Politik rasch eine Strategie präsentieren, wie Reisen sicher möglich seien.

Wird Urlaub 2021 möglich sein, oder fällt die Saison ins Wasser?

Muss nicht sein. Die EU-Kommission hält eine Impfrate von 70 Prozent der Erwachsenen in der EU bis zum Sommer für machbar - wobei „Sommer“ eine Spanne zwischen Juni und Ende August bedeutet. Die Diskussion innerhalb der EU läuft jetzt - und es wird sich zeigen, ob sich die 27 Länder das zutrauen. Als Risiko gelten die neuen, hoch ansteckenden Virusmutationen, die die Impfungen zum Wettlauf mit der Zeit machen. Wird eine so hohe Impfrate tatsächlich erreicht, wäre dies aus Sicht der Kommission die „Wende“ im Kampf gegen die Pandemie - und könnte auch den Sommerurlaub retten.