Um das Eintragen von Coronavirus-Mutationen nach Deutschland zu verhindern, schließt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im äußersten Fall auch neue Grenzkontrollen nicht aus. „Das wollen wir nicht, wir wollen uns partnerschaftlich mit unseren Nachbarn einigen“, betonte sie am Dienstag nach den Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Aber wir können nicht zusehen, dass dann der Eintrag einfach kommt, weil andere Länder ganz andere Wege gehen“, sagte sie mit Blick auf den Umgang mit der Pandemie.

Merkel will sich mit Tschechien absprechen

Bei den Herkunftsgebieten von Mutationen wie Großbritannien müsse man besonders streng hinsichtlich der Einreise sein, betonte Merkel. Mit Hochrisikogebieten wie Tschechien müsse man sich koordinieren und Teststrategien absprechen. „Und wenn Länder ganz andere Wege gehen sollten, was ich im Augenblick nicht sehe, aber das kann auch sein, dann muss man auch bis zum Äußersten bereit sein und sagen: Dann müssen wir auch wieder Grenzkontrollen einführen.“
Ihr sei es daher sehr wichtig gewesen, bei dieser Runde mit den Ministerpräsidenten vorzulegen und bestimmte Maßnahmen zu beschließen. Damit könne sie in Brüssel sagen, dass Deutschland Vorsorge betreibe, sagte die Kanzlerin.

Zehntägige Quarantäne nach Großbritannien-Reise

Seit 18. Januar muss bei Reisen nach Großbritannien ein negativer Corona-Test vorliegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Trotzdem müssen sich Einreisende nach ihrer Ankunft in eine zehntägige Quarantäne begeben - egal, aus welchem Land sie kommen. Die Quarantäne kann frühestens ab dem fünften Tag durch einen weiteren negativen Corona-Test beendet werden. Zunächst gilt diese Regelung bis Mitte Februar.

Grenzkontrollen in Bayern und Baden-Württemberg?

Beim ersten Lockdown im Frühjahr waren nationale Grenzkontrollen eingeführt worden, um das Einschleppen des Virus aus dem Ausland so weit wie möglich zu verhindern. Damals hatte es herbe Kritik an dieser Maßnahme gegeben, weil Pendler, Familien und Unternehmen darunter litten. M

Laut Auflistung des Robert Koch-Instituts gibt es folgende Risikogebiete

  • Benelux-Region
    Laut RKI gelten die gesamten Niederlande (inklusive autonomer Länder) als Risikogebiet. Auch ganz Belgien und ganz Luxemburg sind inzwischen (wieder) Risikogebiete.
  • Frankreich
    Kontinentalfrankreich gilt als Risikogebiet – ausgenommen ist die Insel Korsika. Auch die französischen Überseegebiete Französisch-Guyana, Französisch-Polynesien und St. Martin gelten als Risikogebiete.
  • Österreich und Ungarn
    Das RKI weist ganz Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg / Kleinwalsertal als Risikogebiet aus. In Ungarn wurde inzwischen das gesamte Land zum Corona-Risikogebiet erklärt.
  • Island
    Die gesamte Region Island gilt derzeit nicht mehr als Risikogebiet.
  • Schweiz
    Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die gesamte Schweiz.
  • Großbritannien und Irland
    Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar zählen als Risikogebiet. Ausgenommen sind die weiteren Überseegebiete Isle of Man und die Kanalinseln. Hier gilt nur die Insel Jersey als Risikogebiet. Auch ganz Irland ist Risikogebiet.
  • Spanien, Portugal und Gibraltar
    Ganz Spanien gilt als Risikogebiet. Auch das an Spanien grenzende britische Überseegebiet Gibraltar steht auf der Liste. In Portugal gilt nun das gesamte Land als Risikogebiet, ebenso die autonomen Azoren.
  • Italien
    Inzwischen gilt auch ganz Italien als Risikogebiet. Das gilt auch für den Vatikan.
  • Tschechien und Slowakei
    Ganz Tschechien gilt ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Gleiches gilt für die Slowakei.
  • Slowenien und Kroatien
    Kroatien gilt nun ohne Ausnahmen als Risikogebiet. Ebenso ist es im benachbarten Slowenien.
  • Türkei und Griechenland
    Von Reisen in die Türkei wird abgeraten. In Griechenland gelten die folgende Regionen derzeit als Risikogebiete: Westmakedonien, Westgriechenland, Attika, Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien, Thessalien, Nördliche Ägäis und Peloponnes.
  • Dänemark, Finnland, Schweden, Norwegen
    Inzwischen gilt das gesamte Gebiet Dänemarks mit Ausnahme der Färöer Inseln und Grönland als Risikogebiet. Ebenso eingestuft ist mittlerweile ganz Schweden. In Norwegen sind die Provinzen Oslo, Vike, Innlandet, Rogaland und Trondelag als Risikogebiete eingestuft. In Finnland gilt die Region Uusimaa als Risikogebiet, hierzu gehört auch die Stadt Helsinki.
  • Rumänien, Moldau und Bulgarien
    Ganz Rumänien wird als Risikogebiet eingestuft. Das gilt auch für das Nachbarland, die Republik Moldau. Auch Bulgarien gilt komplett als Risikogebiet.
  • Polen und Baltikum
    Vor Reisen nach ganz Polen wird gewarnt. Das gilt auch für Estland, Lettland und Litauen.