Unwetter in Italien heute
: Sturm Ciaran trifft Toskana – fünf Tote und viele Verletzte

Sturm Ciaran hat auch Italien nicht verschont: bei heftigen Unwetter kommen in Italien mindestens fünf Menschen ums Leben, viele werden verletzt. Alle Infos im Überblick.
Von
Philipp Staedele
Prato
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Italien, Lamporecchio: Schwere Unwetter mit heftigen Regenfällen haben die mittelitalienische Region Toskana in der Nacht zum Freitag heimgesucht.

-/Vigili del Fuoco/dpa

Bei schweren Unwettern mit heftigen Regenfällen sind in der mittelitalienischen Region Toskana mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. In der Nacht zum Freitag kam es in der bei Urlaubern beliebten Region zu teils schweren Überschwemmungen, nachdem extrem große Mengen Regen niedergegangen waren. „Noch nie hatten wir in so wenigen Minuten so viel Regen registriert“, schrieb der Präsident der Toskana, Eugenio Giani, in einem Post bei X (vormals Twitter). Mehrere Menschen wurden verletzt, es gibt Berichte über Vermisste.

Heftige Unwetter sorgen für Chaos in der Toskana

Besonders betroffen waren die Gemeinden Campi Bisenzio, Prato und Quarrata in der Provinz Prato. „In nur wenigen Stunden fielen 155 Millimeter Regen. Ein Ereignis, das es unseres Wissens nach seit mindestens zwei Jahrhunderten nicht mehr gegeben hat“, sagte Pratos Bürgermeister Matteo Biffoni. Das Unwetter verwandelte die Straßen in mehreren Dörfern in reißende Ströme aus Wasser und Schlamm. Das Gebiet unweit von Florenz gleicht aus der Luft gesehen einer Seenlandschaft. Ganze Straßenzüge und Felder sind überschwemmt.

Giani rief am frühen Freitagmorgen den Notstand für die Region aus. Die Feuerwehr rückte in dem Gebiet demnach zu mehr als 1000 Einsätzen aus. Außerdem seien mehr als 40 000 Haushalte in dem Gebiet unweit von Florenz ohne Strom. Der Fluss Bisenzio trat dort über die Ufer und überschwemmte mehrere Gemeinden. Auf Videos in den sozialen Medien war zu sehen, wie im Ort Campi Bisenzio viele Autos in einer Straße von den Wassermassen mitgerissen wurden.

Italien, Prato: Blick aus dem Feuerwehrhubschrauber Drago 53, der überschwemmte Gebiete in der Provinz Prato überfliegt. Schwere Unwetter mit heftigen Regenfällen haben die mittelitalienische Region Toskana in der Nacht zum Freitag heimgesucht.

-/Vigili del Fuoco/dpa

Autobahn gesperrt, Krankenhäuser überschwemmt

Teile der Autobahn 11 wurden gesperrt. Beim Bahnverkehr kam es zu erheblichen Problemen. In einigen Gegenden waren die Ströme des Wassers so gewaltig, dass auch Krankenhäuser überschwemmt wurden. Der Zivilschutz war in der Nacht im Einsatz. Er rief am Donnerstagabend die Menschen dazu auf, nicht das Haus zu verlassen.

Bereits in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober 2023 hatten schwere Unwetter Mailand überschwemmt.

Betroffen von den schweren Unwettern war zudem die Region Venetien im Nordosten des Mittelmeerlandes. Ein Mensch wurde in der Provinz Belluno nördlich von Venedig vermisst. Es handelt sich um einen Feuerwehrmann, der nicht im Dienst war, aber bei den Vorbereitungen auf das Unwetter Sandsäcke an einem Fluss aufgestapelt hatte.

Regierung erwägt den nationalen Notstand auszurufen

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verfolge „mit großer Besorgnis die Entwicklung der katastrophalen Ereignisse“, hieß es in einer Mitteilung ihres Amtssitzes. Sie drücke den Opfern ihr tiefes Mitgefühl aus. Toskana-Präsident Giani besprach sich indes mit Meloni über das weitere Verfahren. Laut Giani ziehe es die Regierung in Rom in Betracht, wegen der Lage in der Toskana den nationalen Notstand auszurufen, um schnellere Maßnahmen für Hilfen und Entschädigungen ergreifen zu können.

Ciaran in Deutschland – Frau von Baum erschlagen

Das Orkantief Ciaran trifft auch Deutschland: Der Deutsche Wetterdienst hat am frühen Donnerstagmorgen eine Sturm- und Unwetterwarnung für die deutsche Nord- und Ostseeküste herausgegeben. Im niedersächsischen Goslar starb eine 46-jährige Frau aus Bayern durch einen umstürzenden Baum, wie die örtliche Polizei mitteilte. Alle Infos hier:

(mit Material von dpa)