In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es zu heftigen Unwettern in weiten Teilen Norditaliens, wobei insbesondere die Region um die Metropole Mailand stark betroffen war. Alle Infos im Überblick.
Welche Regionen in Italien sind besonders betroffen?
Aufgrund der enormen Regenfälle trat der Fluss Seveso über die Ufer und führte zu Überschwemmungen in den nördlich des Stadtzentrums von Mailand gelegenen Vierteln Isola und Niguarda. Auf Bildern und Videos konnte man Menschen sehen, die bis zu den Knien im Wasser auf den Straßen standen. Bahnstationen waren überflutet, und ganze Straßenzüge standen unter Wasser. Berichte über Verletzte oder Tote gab es nicht.
Betroffen waren und sind auch die norditalienischen Regionen Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Ligurien sowie Trentino-Südtirol. In diesen Regionen gelten die vom Zivilschutz ausgerufenen Warnstufen gelb und orange. In einigen Gegenden blieben sicherheitshalber Schulen geschlossen.
So sind die Wetteraussichten in der Region
Der Regen sowie Sturm und Gewitter werden nach Angaben der Behörden in der Lombardei noch in den kommenden Tagen anhalten.
Feuerwehr im Dauereinsatz, Sorge vor Erdrutschen
Die Feuerwehr musste seit den frühen Morgenstunden am Dienstag bereits zu vielen Einsätzen ausrücken. Nach eigenen Angaben führte sie in der Lombardei mehr als 170 Einsätze durch. Da der Regen weiter anhalten soll, ist die Sorge bei den Behörden groß, dass weitere Flüsse über die Ufer treten oder es zu Erdrutschen kommen könnte.
Die Einsatzkräfte treffen nun vorsorglich Maßnahmen, um die Auswirkungen der Unwetter in Grenzen zu halten. An dem bei Touristen beliebten Comer See, der infolge der starken Regenfälle auch überschwemmt ist, wurden etwa mobile Barrieren errichtet, um das Wasser vom Fließen in die Stadt aufzuhalten.
(mit Material von dpa)
to: Marco Ugarte/dpa
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21.10.2023: Mexiko, San Jose del Cabo: Soldaten entfernen Reifen aus dem Schlamm, nachdem Hurrikan „Norma“ auf Land getroffen ist. Auch bei Hurrikan „Otis“ wird mit katastrophalen Schäden gerechnet. © Foto: Fernando Llano, dpa
Hurrikan „Otis“ hat an der Westküste Mexikos rund um den weltbekannten Badeort Acapulco heftige Schäden verursacht. Fassaden von Hotels wurden abgerissen, Fensterscheiben zerbrachen, Bäume stürzten um und Straßen wurden überflutet, wie die Zeitung „Milenio“ am Donnerstag berichtete. Der Hurrikan hat dabei mindestens 27 Todesopfer gefordert.
Sturmflut an der Ostsee
Bilder und Videos vom Unwetter an der Küste
Kiel
Mexiko, Acapulco: Der Hurrikan hat viele Gebäude teils schwer beschädigt. © Foto: Marco Ugarte/dpa
Wann und wo hat der Hurrikan Mexiko getroffen?
Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Stundenkilometern und Böen von bis zu 330 Stundenkilometern ist Hurrikan „Otis“ in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) in der Nähe des mexikanischen Badeorts Acapulco auf Land getroffen. Die Kommunikation mit der Region sei völlig zusammengebrochen, sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador am Mittwoch. Das ganze Ausmaß der Schäden sei deshalb noch schwer abzuschätzen.
Innerhalb von nur etwa zwölf Stunden hatte sich „Otis“ von einem Tropensturm zu einem extrem gefährlichen Hurrikan entwickelt. Über Land verlor der Sturm dann etwas an Kraft und zog als Hurrikan der Kategorie 4 mit immer noch anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 215 Kilometern pro Stunde weiter, wie der mexikanische Wetterdienst am Mittwoch mitteilte.
Mindestens 27 Tote in Acapulco
Beim Durchzug des Hurrikans "Otis" sind in dem mexikanischen Badeort Acapulco mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen würden vermisst, sagte die Sekretärin für Sicherheit, Rosa Icela Rodríguez, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der Präsidentschaft. "Otis" war als extrem gefährlicher Hurrikan der Kategorie fünf und mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 270 Stundenkilometern an der mexikanischen Pazifikküste auf Land getroffen.
Hurrikan hinterlässt Trümmerlandschaft in Acapulco
Die Autobahn zwischen Acapulco und der rund 480 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt wurde nach Erdrutschen gesperrt. Der Flughafen des Touristenorts stellte den Betrieb ein. Medienberichten zufolge saßen über 100 000 Urlauber zunächst fest. Nahe Acapulco wurde ein Fischer bei dem Versuch getötet, sein Boot zu schützen, wie der Fernsehsender Foro TV berichtete.
Zunächst gab es nur wenige Informationen über das Ausmaß der Schäden, da Internet und Telefonnetz zusammengebrochen waren. Nach Angaben des staatlichen Anbieters CFE waren zeitweise 500 000 Haushalte ohne Strom. Präsident Andrés Manuel López Obrador reiste mit mehreren Ministern nach Acapulco, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Auf Fotos in Medien waren unter anderem verwüstete Küstenabschnitte in der Stadt zu sehen. Die Lobby eines Hotels war übersät mit Trümmerteilen, sogar ein Kleinwagen war in das Innere des Hotels gespült worden. Die Fassade des Einkaufszentrums Galerías Diana wurde auf einer Seite komplett abgerissen.
Erdrutsche und entwurzelte Bäume blockierten Straßen und Autobahnen. In dem Dorf Sabanillas wurden laut einem Bericht von „Milenio“ die Häuser und Felder von Dutzenden Familien zerstört. Die örtliche Regierung richtete Notunterkünfte ein, wie die Gouverneurin von Guerrero, Evelyn Salgado Pineda, mitteilte. Rund 8400 Soldaten wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in die Region verlegt, um bei Bergungs- und Aufräumarbeiten zu helfen.
Mexiko, Acapulco: Menschen gehen mit geplünderten Waren aus einem Einkaufszentrum, nachdem Hurrikan Otis über Acapulco, Mexiko, hinweggefegt ist. © Foto: Marco Ugarte/dpa
Frühwarnsystem für Erdbeben beschädigt
„Otis“ beschädigte außerdem das Frühwarnsystem für Erdbeben an der mexikanischen Pazifikküste. Die Kommunikation mit mindestens 27 der rund 100 Sensoren des seismischen Beobachtungsnetzes sei unterbrochen, teilte der Betreiber am Mittwoch mit. Sollte sich in der Nähe der beschädigten Sensoren ein starkes Beben ereignen, könne die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt werden.
Wann ist Hurrikan-Saison?
Tropische Wirbelstürme entstehen über warmem Ozeanwasser. Die zunehmende Erderwärmung erhöht die Wahrscheinlichkeit starker Stürme. Von einem Hurrikan spricht man ab einer Windgeschwindigkeit von 119 Kilometern pro Stunde. Die Hurrikan-Saison beginnt im Pazifik am 15. Mai und im Atlantik am 1. Juni. Sie endet in beiden Regionen am 30. November.
Wie wird die Stärke von Hurrikans gemessen?
Die Stärke von Hurrikans wird nach einer von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala bemessen: Ein Hurrikan der Kategorie 1 erreicht bis 153 Kilometern pro Stunde. Stufe 2 gilt bis Tempo 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251. Verheerende Schäden drohen bei einem Hurrikan der höchsten Kategorie 5, der mit einer Windgeschwindigkeit von mehr als 251 Kilometern pro Stunde rotiert. Oft gewinnen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke. Über Land verlieren sie schnell ihre Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt.
(mit Material von dpa und AFP)
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