Orkan in Deutschland aktuell: Emir fordert Todesopfer – Sturmwarnung für Nord- und Ostseeküste

Niedersachsen, Norden: Dunkle Wolken ziehen über den Strand von Norddeich. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für Teile der Nordseeküste herausgegeben.
Sina Schuldt/dpaDas Orkantief Emir (international: Ciaran) hat Westeuropa mit voller Wucht getroffen und mehrere Todesopfer sowie etliche Verletzte gefordert. In Frankreich waren Millionen Menschen ohne Strom. Auch England, Belgien und die Niederlande sind betroffen. Auch Deutschland wurde vom Sturmtief getroffen und hat bereits ein Todesopfer zu beklagen. Vor den Augen ihrer Familie wurde im Harz eine Frau aus Bayern von einem umstürzenden Baum erschlagen.
Frau von umfallendem Baum erschlagen – Sturm stärker als erwartet
Eine Frau aus Bayern ist am Rammelsberg im Harz durch einen umstürzenden Baum tödlich verletzt worden. Die 46-Jährige erlag noch vor Ort ihren Verletzungen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.
Die Frau war laut einem Feuerwehrsprecher mit ihrem Ehemann und ihren beiden kleinen Kindern in der Nähe eines Ausflugslokals unterwegs. Die Angehörigen wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Der Rammelsberg ist ein mehr als 600 Meter hoher Berg am Nordrand des Harzes, in der Nähe von Goslar. In der Region tobte das Orkantief „Emir“ (international: Ciaran) laut Feuerwehr deutlich stärker als erwartet.
Eine 64-jährige Frau aus Deutschland wurde zudem in Gent getötet, die in Belgien zu Besuch war.

Hessen, Ebsdorfergrund-Hachborn: Eine Sturmböe hat im mittelhessischen Hachborn bei Marburg rund 200 Quadratmeter einer Photovoltaikanlage vom Dach gerissen und auf die Straße geweht.
Nadine Weigel/dpaZugverkehr durch Emir beeinträchtigt
Bereits am Donnerstagmorgen beeinträchtigten erste umgestürzte Bäume den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen. Betroffen waren die Regionen Euskirchen, Remscheid, Mönchengladbach/Viersen und Dorsten.
Sturmwarnung des DWD: Welche Orte in Deutschland sind betroffen?
Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für Teile der Nordseeküste und eine Starkwindwarnung für Teile der Ostseeküste herausgegeben. Ein Orkantief ziehe vom Ärmelkanal über England Richtung Nordsee, hieß es vom Wetterdienst am frühen Donnerstagmorgen. Bis zum Mittag werden demnach Sturmböen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erwartet.
An der Nordsee seien inbesondere Ostfriesland und Helgoland betroffen. An der Ostsee soll es mehrheitlich bei Starkwind bleiben, aber von Flensburg bis Fehmarn und auf Rügen sei mit stärkeren Windböen zu rechnen.
Wird der Sturm so schlimm wie in Westeuropa?
Deutschland soll von dem Orkantief auch etwas zu spüren bekommen, aber nur sehr abgeschwächt.
Wie sind die Wetteraussichten an der Küste?
Begleitet wird der Starkwind von dichter Bewölkung und Regenschauern bei Temperaturen zwischen 11 und 14 Grad. Zum Wochenende hin soll der Wind leicht abnehmen, es bleibt aber größtenteils stürmisch und regnerisch.
Toskana wurde hart getroffen – Tote und Verletzte in Italien
Schwere Unwetter mit heftigen Regenfällen haben die mittelitalienische Region Toskana in der Nacht zum Freitag heimgesucht. Mindestens drei Menschen kamen dabei ums Leben, wie der Präsident der Region, Eugenio Giani, am Morgen mitteilte. Alle Infos gibt es hier:
(mit Material von dpa)

