Rettung von Uniper: Milliardenverlust und Gasumlage: Wer sind die Kunden von Uniper?

Uniper ist gerettet: Die Bundesregierung steigt mit 30 Prozent bei Uniper ein. Auf Gaskunden kommen jetzt höhere Preise für Gas zu.
Oliver Berg/dpaDer Gas-Riese Uniper ist durch die Drosselung der Gaslieferungen aus Russland in Gefahr geraten. Damit das Unternehmen nicht pleite geht, steigt die Bundesregierung ein und hat ein Drittel der Firmenanteile übernommen.
Teil der Abmachung zwischen Uniper und der Bundesregierung ist, dass das Unternehmen die gestiegenen Kosten für die Beschaffung von Erdgas an seine Kunden weitergeben darf. Für diese Kunden werden die Preise für Gas also steigen.
- Wer sind die Gas-Kunden von Uniper?
- Wie stark werden die Gaspreise steigen?
- Wann werden die Preise steigen?
Uniper Kunden: Stadtwerke und Unternehmen
Uniper gehört zu den großen Energieversorgern in Europa und ist der größte in Deutschland. Das Unternehmen gehört mehrheitlich dem finnischen Unternehmen Fortum. Uniper ist 2016 aus der E.ON entstanden. Uniper beliefert Kunden mit Gas in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Belgien, Luxemburg und der Niederlande. Das Unternehmen betreibt Kohle-, Gas-, und Atomkraftwerke in England, Schweden, der Niederlande und in Ungarn. Zudem besitzt die russische Tochtergesellschaft Unipro Kohle- und Gaswerke in Russland.
Die Zahl der von Uniper belieferten Kunden ist daher riesig, mehr als hundert Stadtwerke und dazu noch Industriefirmen. Zum Vergleich: Es gibt etwa 1.000 Stadtwerke in Deutschland. Dabei beliefern nicht alle Stadtwerke mit Gas.
Bei den Kunden von Uniper handelt sich um Unternehmen in allen Branchen – z.B. Automobilunternehmen, High-Tech-Unternehmen, Lebensmittelunternehmen – sowie um Versorgungsunternehmen wie Stadtwerke und andere öffentliche Betreiber von Infrastruktur. Die Kunden von Uniper sind aber nur gewerblich, das heißt keine Privathaushalte beziehen direkt Gas von Uniper. Aber: Auch Stadtwerke dürfen die gestiegenen Preise an ihre Kunden weiterleiten.
Gaspreise: Wie schlimm wird es noch und ab wann steigen Preise?
Der Bund steigt bei Uniper ein - auf Gaskunden kommen wegen einer Umlage Preissteigerungen zu. Die Umlage kommt am 1. Oktober. Die Bundesregierung habe Uniper in den Verhandlungen erläutert, dass ab dem 1. Oktober 2022 ein allgemeiner Mechanismus zur Weitergabe von 90 Prozent der Ersatzbeschaffungskosten für alle Importeure infolge russischer Gaskürzungen eingeführt werden solle.
Mit der Umlage würde die Politik auch ein Preissignal an die Verbraucherinnen und Verbraucher senden, dass sich Energieeinsparungen lohnen. Wegen stark gestiegener Beschaffungskosten an den Märkten kommen ohnehin Preiserhöhungen auf die Verbraucher zu.
Die Preise werden je nach Haushaltsgröße um mehrere hundert Euro pro Jahr steigen. Die Gasumlage beträgt 2,4 Cent pro Kilowattstunde. Hier in diesem Text könnt ihr nachlesen, wie hoch euer Durchschnittsverbrauch an Gas ist und wie viel mehr Geld ihr dadurch zahlen müsst.
Uniper verliert 12 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2022
Der Energiekonzern Uniper hat wegen der ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland im ersten Halbjahr 2022 Milliardenverluste verzeichnet. Gemäß dem internationalen Standard IFRS verbuchte der Düsseldorfer Konzern in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Minus von mehr als zwölf Milliarden Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon steht im Zusammenhang mit erwarteten künftigen Auswirkungen von Gaslieferbeschränkungen.
Schwer auf dem Betriebsergebnis lasten auch Wertminderungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, weil die neue Gas-Pipeline Nord Stream 2, an der Uniper maßgeblich beteiligt ist, nicht in Betrieb genommen wurde. Insgesamt hat der Konzern Schulden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro angehäuft.
