Der Gas-Riese Uniper ist durch die Drosselung der Gaslieferungen aus Russland in Gefahr geraten. Damit das Unternehmen nicht pleite geht, steigt jetzt die Bundesregierung ein und hat ein Drittel der Firmenanteile übernommen. Vor zwei Wochen hatte Uniper staatliche Hilfe gefordert.
Teil der Abmachung zwischen Uniper und der Bundesregierung ist, dass das Unternehmen die gestiegenen Kosten für die Beschaffung von Erdgas an seine Kunden weitergeben darf. Für diese Kunden werden die Preise für Gas also steigen.
  • Wer sind die Gas-Kunden von Uniper?
  • Wie stark werden die Gaspreise steigen?
  • Wann werden die Preise steigen?

Uniper Kunden: Stadtwerke und Unternehmen

Uniper gehört zu den großen Energieversorgern in Europa und ist der größte in Deutschland. Das Unternehmen gehört mehrheitlich dem finnischen Unternehmen Fortum. Uniper ist 2016 aus der E.ON entstanden. Uniper beliefert Kunden mit Gas in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Belgien, Luxemburg und der Niederlande. Das Unternehmen betreibt Kohle-, Gas-, und Atomkraftwerke in England, Schweden, der Niederlande und in Ungarn. Zudem besitzt die russische Tochtergesellschaft Unipro Kohle- und Gaswerke in Russland.
Die Zahl der von Uniper belieferten Kunden ist daher riesig, mehr als hundert Stadtwerke und dazu noch Industriefirmen. Zum Vergleich: Es gibt etwa 1.000 Stadtwerke in Deutschland. Dabei beliefern nicht alle Stadtwerke mit Gas.
Bei den Kunden von Uniper handelt sich um Unternehmen in allen Branchen – z.B. Automobilunternehmen, High-Tech-Unternehmen, Lebensmittelunternehmen – sowie um Versorgungsunternehmen wie Stadtwerke und andere öffentliche Betreiber von Infrastruktur. Die Kunden von Uniper sind aber nur gewerblich, das heißt keine Privathaushalte beziehen direkt Gas von Uniper. Aber: Auch Stadtwerke dürfen die gestiegenen Preise an ihre Kunden weiterleiten.

Gaspreise steigen: Wie schlimm wird es noch und ab wann steigen Preise?

Der Bund steigt bei Uniper ein - auf Gaskunden kommen wegen einer Umlage Preissteigerungen zu. Die Umlage kommt am 1. Oktober oder am 1. September. Die Bundesregierung habe Uniper in den Verhandlungen erläutert, dass ab dem 1. Oktober 2022 ein allgemeiner Mechanismus zur Weitergabe von 90 Prozent der Ersatzbeschaffungskosten für alle Importeure infolge russischer Gaskürzungen eingeführt werden solle.
Mit der Umlage würde die Politik auch ein Preissignal an die Verbraucherinnen und Verbraucher senden, dass sich Energieeinsparungen lohnen. Wegen stark gestiegener Beschaffungskosten an den Märkten kommen ohnehin Preiserhöhungen auf die Verbraucher zu.
Wie hoch die Presie werden, kann noch nicht vorausgesagt werden. Scholz sagte aber, dass er davon ausgehe, dass eine vierköpfige Familie mindestens 200 bis 300 Euro mehr im Jahr bezahlen müsse.