Ukraine News: Deutsche Leopard-2-Panzer in der Ukraine eingetroffen

Zwei Leopard 2A6 des Panzerbataillon 203 der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Senne in Augustdorf, Nordrhein-Westfalen.
Federico Gambarini/dpaErstmals seit Beginn des Krieges haben Deutschland und Großbritannien schwere Kampfpanzer an die Ukraine geliefert. Dabei handelt es sich um 18 deutsche Leopard-2-Panzer und britische Challenger-Panzer, die inzwischen in der Ukraine eingetroffen sind, wie von der Bundesregierung und der Regierung in Kiew am Montagabend bestätigt wurde. Kiew hatte bereits lange um moderne westliche Kampfpanzer gebeten, Ende Januar kam dann die Zusage. Die Panzer könnten bei einer ukrainischen Frühjahrsoffensive zum Einsatz kommen.
Pistorius: Panzer können an der Front entscheidendes leisten
„Unsere Panzer sind wie versprochen pünktlich in den Händen unserer ukrainischen Freunde angekommen. Ich bin mir sicher, dass sie an der Front Entscheidendes leisten können“, erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Abend, wie die Nachrichtenagentur afp berichtet.
Ende Januar hatte die Bundesregierung die Lieferung von Leopard-2-Panzern aus Bundeswehrbeständen bis Ende März zugesagt und dabei erwirkt, dass auch die USA Panzerlieferungen ankündigten. Insgesamt 18 Panzer des Typs 2 A6 sollen zusammen mit modernen Leopard-Panzern aus Schweden und Portugal die in der Ukraine übliche Bataillonsstärke von 31 Panzern erreichen.
Auf dem Truppenübungsplatz Munster in Niedersachsen wurden die Besatzungen aus der Ukraine in den vergangenen zwei Monaten am Leopard-Panzer ausgebildet. Munition und Ersatzteile sowie zwei Bergepanzer vom Typ Büffel trafen laut Verteidigungsministerium inzwischen ebenfalls in der Ukraine ein. Rund 40 Schützenpanzer vom Typ Marder seien demnach bereits im Land.
Die Diskussionen um die Lieferung westlicher schwerer Panzer an die Ukraine hielten bei den Verbündeten monatelang an. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte darauf bestanden, dass Deutschland einen solchen Schritt nicht im Alleingang vollziehen werde.
Auch Großbritannien hat geliefert
Bereits knapp zwei Wochen vor der Bundesregierung hatte die Regierung in London der Ukraine die Lieferung von schweren Kampfpanzern zugesagt, und zwar 14 Panzer vom Typ Challenger 2. Zu dieser Zeit stellte ebenfalls Polen die Lieferung von Leopard-Panzern eines älteren Modells aus deutscher Produktion in Aussicht. Polen stellt seinerseits gemeinsam mit anderen Staaten einen Gefechtsverband zusammen und hat ebenfalls bereits erste Leopard-Panzer an die Ukraine geliefert.
Die Challenger-Panzer aus Großbritannien „sind bereits in der Ukraine“, sagte eine Sprecherin des ukrainischen Verteidigungsministeriums am Montagabend. Oleksij Resnikow, ukrainischer Verteidigungsminister, teilte mit, er habe „Neuzugänge“ für die ukrainischen Streitkräfte inspiziert. Es handle sich hierbei um Challenger-Panzer sowie deutsche Marder-Schützenpanzer, gepanzerte Lkw vom Typ Cougar und gepanzerte Transporter vom Typ Stryker aus den USA. „Vor einem Jahr hätte niemand mit einer so starken Unterstützung unserer Partner gerechnet“, erklärte Resnikow im Onlinedienst Facebook. Die britischen Challenger bezeichnete er als „militärische Kunstwerke“.
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Die Ukraine wehrt sich bereits seit über einem Jahr gegen die russische Invasion. Die Verluste sind dabei auf beiden Seiten hoch.
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