Danuse Nerudova gehört bei der Präsidentschaftswahl in Tschechien am Wochenende definitiv zum Favoritenkreis. Neben dem Milliardär Andrej Babis und Ex-Militär Petr Pavel hat sie gute Chancen auf das Präsidentenamt - und das vor allem bei der jungen Wählerschaft.
  • Wie sieht ihr Leben und ihre Karriere aus?
  • Wie stehen Nerudovas Chancen auf die Präsidentschaft?

Danuse Nerudova: Alter, Herkunft und Familie

  • Name: Danuše Nerudová
  • Geburtstag: 04.01.1979
  • Alter: 44
  • Geburtsort: Brno, Tschechien
  • Eltern: Danuše und Oldřich Peslar
  • Ehemann: verheiratet
  • Kinder: Söhne Filip und Daniel
  • Ausbildung: Mendel-Universität Brünn
  • Bücher: Máme na víc

Danuse Nerudova: Die Karriere der jungen Ökonomin

Nerudova studierte Wirtschaftspolitik und Verwaltung an der Mendel-Universität Brünn. 2005 promovierte sie mit einer Dissertation zum Thema Steuerharmonisierung, Koordinierung und Wettbewerb im Kontext des einheitlichen EU-Binnenmarktes, seit 2007 leitet sie dort das Institut für Rechnungswesen und Steuern.
Von 2009 bis 2014 war Nerudova Prodekanin der Betriebs- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, wo sie 2017 wurde sie zur Professorin für Volkswirtschaftslehre berufen.
Vom 1. Februar 2018 bis 31. Januar 2022 war sie Rektorin der Mendel-Universität Brünn und gleichzeitig die erste Frau in diesem Amt. Zu ihren Forschungsgebieten gehören vor allem die Harmonisierung nationaler Steuern in der Europäischen Union, Steuern und deren Finanzierung und das Rentensystem Auch mit der Gleichstellung von Mann und Frau hat sich Nerudova beschäftigt.

Wie stehen die Chancen Nerudovas auf das Präsidentenamt?

Ebenso wie Petr Pavel ist Nerudova eine Quereinsteigerin und gehört keiner Partei an. Klar ist, dass die Regierung besser damit leben könnte, wenn Nerudova oder Pavel die Wahl gewinnen als mit Babis, dem derzeit lautesten Oppositionspolitiker. Sowohl Nerudova als auch Pavel gelten nicht als populistische Schreihälse, vielmehr betonen sie in ihren Wahlkämpfen, dass sie konstruktive Politik betreiben wollen.
Auch wenn das Amt vornehmlich ein repräsentatives ist, möchte Nerudova eine aktive Präsidentin sein. Sie möchte Themen in die Öffentlichkeit tragen, "die gesellschaftlich relevant sind", sagte sie dem tschechischen Magazin "Reporter". Die Ökonomin spricht dabei immer wieder den Klimawandel als eine der größten Herausforderungen an und ist klar proeuropäisch.
Eine am Wochenende veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem für CNN Prima News sah Nerudova mit 24,4 Prozent an dritter Stelle der Spitzenkandidaten - hinter Babis (27,9 Prozent) und Pavel (26,7 Prozent). Dennoch kann sich die 44-jährige Hoffnungen machen, die erste Frau im höchsten Staatsamt zu werden. Laut dem Magazin "Reflex" ist sie vor allem bei "jüngeren, städtischen, dynamischen" Wählern beliebt. "Der Schlüssel zu allen Veränderungen ist die Reform des Bildungswesens in der Tschechischen Republik", sagte Nerudova dem tschechischen Rundfunk. Viele, die Babis nicht wollen, werden sich zwischen ihr und Pavel entscheiden.