Schädliche UV-Strahlen: Schutz vor Sonnenbrand: Wie Sonnencreme hilft

Schutz vor Sonnenbrand: Mit Sonnencreme sollte man vor allem in den Sommermonaten nicht sparen.
Jan Woitas/dpaWolkenloser Himmel, Temperaturen über 30 Grad, die Sonne scheint aus ganzer Kraft: Das Sommerwetter, das sich seit einigen Wochen hält, zieht viele Sonnenanbeter nach draußen. Doch es gibt auch Schattenseiten, denn zu viel Sonnenlicht kann ungesund sein und sogar Krebs begünstigen. Daher ist beim Sonnenbaden Maß gefragt. Um die Haut zu schützen, gibt es grundsätzliche Empfehlungen:
- Pralle Mittagssonne meiden: Von 11 bis 15 Uhr ist die UV-Strahlung am intensivsten. Die aktuellen UV-Werte kann man täglich beim Deutschen Wetterdienst abrufen.
- Im Freien den Kopf bedecken, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen und leichte, aber längere Kleidung tragen.
- Auch Sonnencremes schützen vor Sonnenbrand – allerdings nur eine begrenzte Zeit, und außerdem schützen sie nicht gänzlich vor Hautkrebs, da sie noch einen Teil der schädlichen UV-Strahlung durchlassen. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin.
Die Auswahl und die richtige Anwendung der Sonnencreme sind entscheidend – die wichtigsten Fakten im Überblick:
Welcher Lichtschutzfaktor (LSF) bei Sonnencreme ist der richtige?
Faustregel: Je höher der UV-Wert, umso besser sollte der Sonnenschutz sein. Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF, gibt an, wie viel länger man in der Sonne bleiben kann, ohne dass ein Sonnenbrand entsteht. Zur Berechnung dieser Zeit muss man den eigenen Hauttyp und damit die Eigenschutzzeit kennen – die unterschiedlichen Hauttypen sind zum Beispiel auf der Internetseite des Bundesamts für Strahlenschutz beschrieben. Die Eigenschutzzeit gibt an, wie lange man sich ohne Hautrötung ungeschützt in der Sonne aufhalten kann. Eigenschutzzeit mal Lichtschutzfaktor ergibt dann die Schutzdauer, wenn man eingecremt ist.
Ein Beispiel: Würde man ohne Sonnencreme höchstens zehn Minuten in der Sonne bleiben können und Lichtschutzfaktor 20 verwenden, würde dieser Zeitraum auf mehr als drei Stunden verlängert (10 Minuten x LSF 20 = 200 Minuten). Aber Achtung: Diese theoretisch errechnete Zeit sollte man sicherheitshalber um etwa ein Drittel verringern. Statt drei Stunden wären in dem Beispiel höchstens etwa zwei Stunden Sonnenbad zu empfehlen.
Wie oft eincremen?
Regelmäßig Sonnencreme auftragen – nicht nur einmal am Morgen. Wer sich zum Beispiel viel bewegt, sollte alle zwei bis drei Stunden nachcremen. Auch wenn auf der Sonnencreme „wasserfest“ steht, diese nach dem Baden oder Abtrocknen nochmal neu auftragen. Dadurch bleibt der Schutz bestehen – verlängert sich aber zeitlich nicht. Jedes Mal muss das Mittel reichlich und lückenlos aufgetragen, die Verbraucherzentrale empfiehlt rund drei bis vier Esslöffel Sonnenschutzmittel für den ganzen Körper.
Welche Sonnencreme bei empfindlicher Haut?
Wer empfindliche Haut hat oder unter Allergien leidet, könnte bei herkömmlichen Sonnencremes Beschwerden bekommen, unter anderem weil diese meist organisch-chemischen Filter sowie Duft- und Konservierungsstoffe enthalten. Einige der zugelassenen UV-Filter stehen außerdem im Verdacht, unser Hormonsystem zu stören. Die Verbraucherzentrale empfiehlt sensiblen Hauttypen, auf Naturkosmetik zurückzugreifen. Diese erkennt man an Siegeln wie „COSMOS/BDIH“ oder „NATRUE“ – für diese Produkte sind ausschließlich mineralische Lichtschutzfilter zugelassen. Auf Duft- und Konservierungsstoffe ist jedoch gesondert zu achten, da nicht alle Naturkosmetik frei davon ist.
Wie lange ist Sonnencreme haltbar?
Experten raten, geöffnete Sonnencreme vom vergangenen Jahr nicht mehr zu verwenden. Bei bereits seit längerer Zeit geöffneten Produkten besteht das Risiko, dass der UV-Schutz mit der Zeit abnimmt, die Sonnencreme also nicht mehr ausreichend schützt.
Besonders gefährlich könnte es bei alter Sonnencreme mit dem UV-Filter Octocrylen werden: Dieser kann sich mit der Zeit in Benzophenon umwandeln, was allergische Hautreaktionen auslösen kann und sogar krebserregend sein kann. Auch der UV-Filter Homosalat ist umstritten. Ein Blick in die Liste der Inhaltsstoffe ist also in jedem Fall ratsam.
Welcher Sonnenschutz für Kinder?
Während die Haut mit den Jahren einen gewissen Eigenschutz gegen UV-Licht aufbaut, sind bei Kindern diese Schutzmechanismen noch nicht voll ausgebildet; die Haut ist noch dünner. Deshalb müssen sie besonders vor intensiver Sonnenstrahlung geschützt werden, Kinder unter zwei Jahren sollen möglichst gar nicht starker Sonne ausgesetzt werden.
Neben Schatten – zum Beispiel unter Sonnenschirmen, Strandmuscheln oder Sonnensegeln – und Kleidung kann man mit Sonnencreme den Hautschutz stärken. Experten empfehlen für die empfindliche Kinderhaut Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50 oder LSF 50+) – aber auch hier ist mehrmaliges Eincremen pro Tag wichtig.


