Wegen der rasch steigenden Anzahl von Infektionen mit dem Corona-Virus hat Slowenien am Montag erneut einen 30-tägigen Pandemie-Notstand ausgerufen. Das berichtet die slowenische Nachrichtenagentur STA. Unmittelbare Konsequenzen hat dieser Schritt vorerst keine. Er bildet aber die Grundlage dafür, dass die Behörden auch lokal abgestufte neue Maßnahmen und Einschränkungen anordnen können. Ein erster Corona-Notstand war in dem EU-Land vom 12. März bis Ende Mai verhängt worden.
Bereits seit letztem Freitag gilt in Slowenien erneut ein Teil-Lockdown mit Bewegungsbeschränkungen. Bewohner in sieben von zwölf Regionen, die aufgrund der hohen Infektionszahlen als „rot“ eingestuft wurden, dürfen ihre jeweilige Region nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Zu den „roten“ Zonen gehören die Hauptstadt Ljubljana sowie die umliegenden Regionen.

Lockdown in Slowenien: Kritische Lage in roten Zonen

In den „roten“ Zonen sind außerdem seit Freitag öffentliche Veranstaltungen, Versammlungen, Hochzeiten und religiöse Zeremonien untersagt. Masken müssen auch im Freien getragen werden. Die restlichen fünf Regionen gelten als „orange“. Dort gelten keine Bewegungsbeschränkungen, Masken müssen nur in öffentlich zugänglichen Innenräumen und öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

Hohe Corona-Zahlen in Slowenien

In Slowenien, einem Land mit knapp mehr als zwei Millionen Einwohnern, ist die Zahl der Ansteckungen zuletzt noch sprunghafter angestiegen als im benachbarten Österreich mit seinen hohen Corona-Zahlen. Den letzten Tageswert gaben die Behörden am Donnerstag mit 745 an. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie im März 10.683 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. 176 Tote wurden im Zusammenhang mit der Krankheit bereits gemeldet.
In den letzten 14 Tagen haben sich nach Angaben vom Donnerstag 230 Menschen pro 100.000 Einwohner angesteckt. In Ljubljana waren es 270. Für die Einstufung der Regionen gilt in Slowenien diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz als Kriterium. Beträgt sie über 40, ist die Region „orange“, bei über 140 ist sie „rot“. Keine der Regionen ist derzeit als „grün“ - mit einem Wert unter 40 - eingestuft. Für Sloweniens Hauptstadt Ljubljana hat das Auswärtige Amt bereits am 7. Oktober eine Reisewarnung wegen Corona erlassen.

RKI-Risikogebiete in Slowenien

  • Gorenjska mit der Hauptstadt Ljubljana/Laibach (seit 7. Oktober)
  • Jugovzhodna Slovenija (seit 17. Oktober)
  • Koroška (seit 30. September)
  • Osrednjeslovenska seit 7. Oktober)
  • Primorsko-Notranjska (seit 23. September)
  • Podravska (seit 17. Oktober)
  • Pomurska (seit 17. Oktober)
  • Savinjska (seit 7. Oktober)
  • Zasavska (seit 7. Oktober)