• Schüler sollen zudem wieder ins Klassenzimmer zurückkehren
In vielen Teilen Baden-Württembergs fallen die für diesen Montag, 19.04., geplanten Schulöffnungen für alle Kinder und Jugendlichen der Corona-Notbremse zum Opfer. Allein 11 von 44 Stadt- und Landkreisen werden die Schulen größtenteils geschlossen lassen, weil sie entweder schon drei Tage über der Inzidenz von 200 lagen oder kurz davor stehen. Nach den Großstädten Stuttgart und Ulm empfahlen auch die Landratsämter im Ostalbkreis und in Rottweil wegen stark steigender Infektionszahlen auf die Öffnungen zu verzichten.

Corona-Hotspots BW: Hier gibt es keinen Wechselunterricht

In Corona-Hotspots mit zuletzt über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Woche soll es grundsätzlich nur Fernunterricht geben. Dazu gehören:
  • der Stadt- und Landkreis Heilbronn,
  • Schwäbisch Hall,
  • der Hohenlohekreis,
  • Göppingen,
  • Heidenheim
  • und Rastatt.
Mindestens sechs weitere Kreise im Südwesten liegen nur knapp unter dem kritischen Schwellenwert von 200 oder haben ihn am Samstag wie Ludwigsburg erstmals überschritten.

Testpflicht Schule BW: Einverständniserklärung für Wechselunterricht

Von Montag (19.04) an sollen nach Plänen des Kultusministeriums alle Jahrgangsstufen aller Schularten wieder in Präsenz unterrichtet werden können - allerdings meistens im Wechsel, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Wer mehr als drei Tage in Folge an der Schule ist, muss sich zweimal pro Woche testen lassen. Das gilt für Schülerinnen und Schüler genau wie für Lehrkräfte. Dafür müssen Eltern eine Einverständniserklärung unterschreiben. Schülerinnen und Schüler über 14 Jahre müssen zusätzlich ebenfalls schriftlich in den Test einwilligen.

7-Tage-Inzidenz in BW steigt auf 173,4

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist auch am Sonntag weiter gestiegen - auf 173,4. Am Samstag lag der Wert bei 170,5, am Freitag bei 168,4. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Sonntag (Stand 16.00) liegen inzwischen 13 der 44 Stadt- und Landkreise über der 200er-Inzidenz (Samstag: 10) - und nur 5 unter der 100er-Inzidenz.
Am höchsten ist der Wert nun in der Stadt Heilbronn mit 286,7, danach folgen der Landkreis Schwäbisch-Hall mit 279,5 und der Landkreis Heilbronn mit 274,1 und. Am niedrigsten war die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin in der Stadt Freiburg mit 72,2. Erst unter der 50er-Marke können Gesundheitsämter Kontakte von Infizierten nachverfolgen, wie es immer wieder hieß.
Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie ist um 1411 auf 407.652 gestiegen. Bisher sind 9063 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben. Das waren 12 mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 358 316 Infizierte (plus 1752). Am Sonntag sind die gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.
Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 64.259 Fälle mit Hinweisen auf „besorgniserregende Varianten“ übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben, wie sie beispielsweise in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B1.351) entdeckt worden waren. Ihr Anteil liegt im Südwesten den Angaben zufolge inzwischen bei 93 Prozent.
2.018.983 Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag mindestens ein erstes Mal gegen das Virus geimpft worden. Das sind 18,2 Prozent der Bevölkerung. Eine zweite Schutzimpfung, die bei den meisten Impfstoffen nötig ist, haben 713.486 Menschen (6,4 Prozent) erhalten.

Intensivbetten in Baden-Württemberg zu mehr als 80 Prozent belegt

2070 Intensivbetten von betreibbaren 2390 Betten (86,6 Prozent) sind derzeit belegt. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Solche Betten werden auch nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern ebenso für andere gravierende Erkrankungen.