In der Corona-Pandemie ändert sich die Situation stetig - Zahlen steigen, Zahlen fallen, in Europa und auf der Welt. Täglich ändert sich auch die Zahl der Neuinfektion mit dem Coronavirus in Deutschland, beinahe jeden Tag wird neu entschieden, wie man auf steigende - oder auch fallende - Fallzahlen reagiert. Tag. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Johns-Hopkins-University (JHU) veröffentlichen jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen. Hier sind die aktuellen Fallzahlen für Mittwoch, 23.09.2020.

Aktuelle RKI-Zahlen für Deutschland: So hoch liegen die Corona-Neuinfektionen heute

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI am Mittwoch, 23. September, 1769 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: Am Dienstag waren es 1821 gewesen.
  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Stand Mittwoch, 23.09.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 277.412 Infizierte.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9409. Die JHU meldet weiterhin 9405 Tote.
  • Genesene: Bis Mittwochmorgen hatten etwa 245.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

RKI-Zahlen zu Corona: Der aktuelle R-Wert für Deutschland

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Mittwoch bei 0,92 (Vortag: 1,06) Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,99 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

RKI-Dashboard: So entwickeln sich die Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Wer sich jenseits der Deutschland-Zahlen für die Entwicklung der Corona-Pandemie in seinem Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - kann das im Dashboard des RKI tun.
In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI Zahlen auch für die Bundesländer und die darunter liegenden Kreise - hier der Süden Deutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg.
In seinem Dashboard veröffentlicht das RKI Zahlen auch für die Bundesländer und die darunter liegenden Kreise - hier der Süden Deutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Corona-App für Deutschland: Betreiber ziehen positives 100-Tage-Fazit

Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. „Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen“, sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden. Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als ein „Vertrauensbeweis der Bevölkerung“. Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen.
Die App wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,2 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Mehrere Schulen in Baden-Württemberg betroffen

Schule in Zeiten von Corona: Das bedeutet für Schüler und Lehrer Abstand halten, wo es geht, außerhalb des Unterrichts Masken tragen und in Gruppen lernen. Dennoch kommt es immer wieder zu Infektionen. Das hat Auswirkungen auf die Schulen und Klassen.Auch Kitas sind von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Wie sie ihren Betrieb aufrecht erhalten, zeigt ein Beispiel aus Ulm:

Corona in Deutschland: Es drohen Streiks an Kliniken und Kitas

„Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen die Beschäftigten in der gesamten Breite des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu Warnstreiks aufrufen“, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke der dpa in Berlin. Bereits für diesen Mittwoch sind weitere Ausstände in mehreren Bundesländern geplant. „In dieser Tarifauseinandersetzung ist Energie“, sagte der Verdi-Chef.
Eine bedeutende Rolle werden laut Werneke die Kliniken spielen. „In den Krankenhäusern dampft und brodelt es“, sagte der Verdi-Chef. Hier gebe es eine große Erwartungshaltung, dass die laufenden Tarifverhandlungen für mehr als zwei Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen ein deutliches Einkommensplus bringen. Auch in Kitas, Pflegeheimen und allen weiteren Bereichen dürfte der Unmut der Beschäftigten laut Werneke verstärkt zu spüren sein.

Weltweiter Anstieg der Corona-Zahlen

Das Coronavirus greift weltweit immer schneller um sich. In der vergangenen Woche seien weltweit fast zwei Millionen Neuinfektionen registriert worden und damit so viele wie nie zuvor, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf am Dienstag mit. Vor allem in Europa schnellten sowohl die Infektions- als auch die Todeszahlen nach oben. In den USA überschritt die Zahl der Corona-Todesfälle die Schwelle von 200.000.
Der WHO-Statistik zufolge wurden in der vergangenen Woche weltweit 1.998.897 neue Corona-Fälle registriert. Dies sei ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber der Vorwoche und „die höchste Zahl an registrierten Fällen innerhalb einer Woche seit Beginn der Epidemie“ Ende vergangenen Jahres in China. In Europa nahmen die Neuinfektionen exponentiell um elf Prozent zu, in Afrika dagegen gingen sie laut den gemeldeten Zahlen um zwölf Prozent zurück.

Washington/Neu Delhi/Rio de Janeiro/Moskau

Knapp 30 Prozent mehr Corona-Tote in Europa

Die Zahl der neuen Corona-Todesfälle weltweit lag laut WHO bei 37.700 in der vergangenen Woche - sie ging demnach um rund zehn Prozent gegenüber der Vorwoche zurück. Allerdings galt dieser Trend nicht für Europa, wo die Zahl der Toten binnen einer Woche rapide auf über 4000 stieg. Dies sei ein Anstieg um 27 Prozent gegenüber der Vorwoche.