• Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen laut RKI seit Ende Juli konstant an.
  • In immer mehr Städten und Landkreisen werden die Frühwarnzahlen und Grenzwerte überschritten.
  • Hier lest ihr die aktuellen Fallzahlen des RKI vom Donnerstag, 15.10.2020
Die Corona-Fallzahlen in Deutschland, Europa und der Welt ändern sich stetig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die US-amerikanische Johns-Hopkins-University (JHU) veröffentlichen jeden Tag die neuen Zahlen zu Neuinfektionen, Infizierten, Toten und Genesenen. Entsprechend der Entwicklung werden in verschiedenen Regionen Maßnahmen verschärft - oder wieder gelockert.

Video Bund: schnelles Eingreifen bei hohen Corona-Infektionszahlen

RKI meldet Rekordwert für Deutschland: Mehr als 6000 Neuinfektionen gibt es am 15.10.2020

Am Mittwoch haben die Gesundheitsämter dem RKI erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen gemeldet. Der letzte Höchstwert seit April waren 4721 neu nachgewiesene Fälle am Samstag gewesen.
Am Donnerstag, 15. Oktober, wurden dem RKI insgesamt 6638 Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. Dies ist die bisher höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland.
Zuvor hatte der Wert in den vergangenen Tage bereits mehrmals die Schwelle von 4000 überschritten.
Bislang waren Ende März mit knapp 6300 Neuinfizierten die meisten registriert worden. Allerdings sind die jetzigen Werte nicht mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

RKI mahnt zum Infektionsschutz wegen aktueller Zahl an Corona-Neuinfektionen

Die neuen Corona-Zahlen sind sehr hoch und sicherlich alarmierend. Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte von April und heute nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.
Die Zahl der Coronatests schwankt seit Mitte August zwischen rund 1,1 Millionen und 1,2 Millionen pro Woche. Die Rate der positiven Tests ist nach RKI-Angaben vom Mittwochabend jedoch deutlich gestiegen: von 0,74 Prozent Ende August auf 2,48 Prozent in der Woche vom 5. bis 11. Oktober.
Außerdem gebe es in mehreren Labors einen Rückstau, einige gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an. „Das RKI erreichen in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befinden“, schreibt das Institut im Lagebericht vom Mittwoch. Der zusätzliche Testbedarf durch Urlauber nach Einführung des Beherbergungsverbots mit der Option zu einer „Freitestung“ habe die Situation weiter verschärft.
Das RKI schreibt zur momentanen Situation: „Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Der Anteil der Covid-19 Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu. Senioren gelten in der Regel als anfälliger für eine schwere Corona-Erkrankung als Jüngere.

Coronavirus-Zahlen - So viele Neuinfektionen, Tote und Genesene gibt es heute in Deutschland

  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 341.223 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Stand Donnerstag, 15.10.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) hatte am Donnerstag 344.487 Infizierte gemeldet.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt jetzt bei 9710. Das sind 33 mehr als am Vortag. Die JHU hatte am Donnerstag ebenfalls 9710 Tote gemeldet.
  • Genesene: Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 284.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

RKI-Zahlen für Deutschland: Der aktuelle R-Wert

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,04 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,16 (Vortag: 1,20). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

RKI-Dashboard: Die Entwicklung der Corna-Zahlen in Landkreisen und Bundesländern

Doch nicht nur die Corona-Zahlen in Deutschland interessieren die Menschen. Gerade auch die Entwicklung der Pandemie im eigenen Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - ist von Interesse. Daten und Zahlen dazu liefert das Dashboard des RKI.

Sperrstunde, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht: Das sind die Beschlüsse von Bund und Ländern

„Wir sind in einer ernsten Lage“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Rand der Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise. Aus Sorge vor einer unkontrollierbaren Ausbreitung der Corona-Pandemie mit unabsehbaren Folgen für Bürger und Wirtschaft verschärfen Bund und Länder die Gegenmaßnahmen in Hotspots. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten verständigten sich am Mittwoch auf einheitliche Regeln für Städte und Regionen mit hohen Infektionszahlen. Dazu gehören eine Ausweitung der Maskenpflicht, eine Begrenzung der Gästezahl bei privaten Feiern, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum und eine Sperrstunde für die Gastronomie.

Bundesregierung: Quarantänepflicht für Risikogebiete ab 8. November

Die neue Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ausländischen Corona-Risikogebieten soll ab dem 8. November gelten. Ursprünglich sollten die Neuerungen schon zum 15. Oktober kommen.
Wer sich in den zehn Tagen vor der Einreise in einem vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Land oder einer solchen Region aufgehalten hat, muss laut Seibert demnächst bei seiner Rückkehr unverzüglich für zehn Tage in Quarantäne gehen. Zudem muss er sich beim Gesundheitsamt melden. Wer die Selbstisolation vorzeitig beenden möchte, kann frühestens am fünften Tag nach der Einreise einen Coronavirus-Test machen lassen. Wenn das Ergebnis negativ ist, endet die Pflicht zur Quarantäne. In jedem Fall ist das Gesundheitsamt über das Ergebnis zu informieren. Wenn der Test negativ ausfällt, aber innerhalb von zehn Tage Symptome einer Covid-19-Erkrankung auftreten, müssen Betroffene einen weiteren Test machen.