„Wir stehen vor einem weiteren Anwachsen der Infektionswelle. Je nach weiterer Entwicklung könnten möglicherweise sogar erst einmal weitere Einschränkungen sinnvoll sein“, teilte die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine) gegenüber der Deutschen Presse Agentur mit. „Wir müssen eine gewisse Demut walten lassen bei all den Dingen, die wir bisher nicht über Covid-19 wissen, insbesondere durch Omikron.“ Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet den Höhepunkt der Omikron-Welle erst für Mitte Februar. Um sich gegen die Auswirkung der neuen Corona-Welle zu wappnen, passt das Land Baden-Württemberg die Corona-Regeln an die aktuelle Lage an. In einem Bereich kam es zu Lockerungen: Die Maßnahmen für die Quarantäne wurden angepasst. Für Infizierte oder Kontaktpersonen gelten demnach nun andere Regelungen.
Welche das sind, könnt ihr in dieser Übersicht nachlesen. Das gilt nach der Booster-Impfung:

Booster-Impfung und Quarantäne: Das gilt für Geboosterte in BW

Wer sich in Baden-Württemberg die Booster-Impfung geben lässt, ist etwa in der Gastronomie von der 2G-plus-Regel ausgenommen. Nun gibt es auch Ausnahme-Regelungen, was die Quarantäne betrifft.

Geboostert mit Corona infiziert: Regeln für die Quarantäne

Wer sich in Baden-Württemberg – trotz Impfung – mit dem Coronavirus infiziert hat, muss nach wie vor in eine Absonderung. Für positiv getestete Menschen gilt einheitlich, dass sie die Quarantäne nach 10 Tagen beenden können. Ab Tag 7 nach dem Quarantäne-Beginn ist dann ein Freitesten möglich.

Muss man als geboosterte Kontaktperson in Quarantäne in BW?

Auch für Kontaktpersonen dauert die Quarantäne ohne Freitesten zehn Tage. Es gibt aber Ausnahmen. Für alle ist ab Tag 7 ein Ende durch einen negativen Test möglich. Gar nicht erst in Quarantäne als Kontaktperson müssen folgende Personengruppen:
  • Frisch Geimpfte (maximal drei Monate alter Schutz)
  • Frisch Genesene (Erkrankung liegt maximal drei Monate zurück)
  • Menschen mit Booster-Impfung (Auffrischimpfung)

Nach Quarantäne-Lockerung: Wird auch Stufensystem in BW angepasst?

Das Land Baden-Württemberg will sein Stufensystem der Anti-Corona-Maßnahmen wegen der Omikron-Variante überarbeiten. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, will das Sozialministerium die Regeln in der neuen Corona-Verordnung Ende Januar anpassen.

Bund-Länder-Treffen: Kretschmann muss über Lockerungen entscheiden

Angesichts der Warnungen des Expertenrats der Bundesregierung vor der Omikron-Welle stehen mögliche Lockerungen in Baden-Württemberg wieder auf der Kippe. Die Landesregierung will kurz nach den Beratungen von Bund und Ländern am Montag, 24.01.2022, ihre Corona-Verordnung überarbeiten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann steht vor einer schwierigen Abwägung. Zuletzt hatte der Grünen-Politiker versichert, er werde auf dem „Pfad der Vorsicht“ bleiben.
Doch nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs, welches das Einfrieren der Alarmstufe II mit harten Einschränkungen für Ungeimpfte für teilweise rechtswidrig erklärt hat, muss das Land sein Stufensystem wieder in Kraft setzen. Weil die Belastung der Krankenhäuser in den vergangenen Wochen - relativ gesehen - gesunken ist, müsste die Regierung eigentlich die Maßnahmen etwas lockern.