Friedrich Merz: Familie, Karriere und Zahnarzt-Aussage – der CDU-Politiker im Porträt
Friedrich Merz ist seit Januar 2022 Bundesvorsitzender der CDU. Seit dem 15. Februar 2022 ist er außerdem Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und somit Oppositionsführer im 20. Deutschen Bundestag. Nach Äußerungen zur AfD ist der Politiker nun auch aufgrund von Aussagen über Zahnbehandlungen für Asylbewerber stark in die Kritik geraten.
- Was ist aber über Friedrich Merz privat bekannt?
- Wer ist seine Familie?
Alle Infos zum CDU-Parteivorsitzenden gibt es hier in der Übersicht in seinem Porträt.
Merz Steckbrief im Steckbrief: Größe, Ehefrau, Kinder
- Name: Friedrich Merz
- Geburtstag: 11.11.1955
- Geburtsort: Brilon
- Größe: 1,98 m
- Ehefrau: Charlotte Merz, Richterin in Arnsberg
- Beruf: Rechtsanwalt, Richter, Politiker
- Familie: drei Kinder (einen Sohn, zwei Töchter), fünf Enkelkinder
- Twitter: FriedrichMerz
- Instagram: merzcdu
Kinder und Ehefrau: Die Familie von Friedrich Merz
1981 heiratete Friedrich Merz seine Ehefrau Charlotte. Sie arbeitet heute als Direktorin des Amtsgerichts in Arnsberg. Gemeinsam haben sie drei Kinder: einen Sohn und zwei Töchter. Des Weiteren hat Friedrich Merz fünf Enkelkinder.

Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU kommt mit Ehefrau Charlotte Merz zum 69. Bundespresseball ins Hotel Adlon.
dpaFriedrich Merz: Politischer Werdegang und Karriere
Friedrich Merz ist seit 1972 Mitglied der CDU. Seit 1989 hält er ein politisches Amt inne, damals als Abgeordneter im Europäischen Parlament. Zwischen 1994 und 2009 saß Merz im Bundestag, zwischen 2000 und 2002 war er Fraktionsvorsitzender der Partei. Nach 2009 verließ er die Politik und arbeitete wieder als Wirtschaftsanwalt und als Lobbyist. Seit 2018, nachdem Angela Merkel ihren Rücktritt aus der Politik bekannt gab, erscheint Friedrich Merz wieder auf der politischen Bühne.
Friedrich Merz und der CDU-Vorsitz: Drei Anläufe
Dreimal hat sich Friedrich Merz seit 2018 um den Vorsitz der CDU beworben. Das erste Mal gab er sein Interesse im Oktober 2018 bekannt. Damals hatte Altkanzlerin Angela Merkel angekündigt, den Vorsitz abgeben zu wollen und bei der nächsten Bundestagswahl 2021 nicht mehr anzutreten. Neben Friedrich Merz standen Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn zur Wahl. Im zweiten Wahlgang verlor Merz gegen Kramp-Karrenbauer, die bis 2020 Vorsitzende der Partei war.
Im Februar 2020 gab Friedrich Merz bekannt, dass er erneut für den CDU-Parteivorsitz kandidieren würde. Dabei war es klar, dass der CDU-Parteivorsitzende dann womöglich bei der Wahl 2021 auch der Kanzlerkandidat der Union sein würde. Neben Merz bewarben sich diesmal Jens Spahn und Armin Laschet. Wegen der Corona-Pandemie wurde der CDU-Parteitag im Januar 2021 digital durchgeführt. Im zweiten Wahlgang unterlag Merz diesmal Armin Laschet, der später auch Kanzlerkandidat der Union wurde.
Nach der historischen Wahlniederlage der Union bei der Bundestagswahl 2021 legte Armin Laschet sein Amt nieder. Die CDU müsse sich neu aufstellen, um eine starke Opposition zu sein, so Laschet. Im November 2021 wurde klar, dass sich Friedrich Merz zum dritten Mal um den Parteivorsitz bewerben würde. Bei dieser Runde standen ihm Helge Braun und Norbert Röttgen gegenüber. Diesmal wurde vor dem Parteitag eine Mitgliederbefragung zum CDU-Vorsitzenden durchgeführt. Dabei entschieden sich 62,1 Prozent der rund 400.000 CDU-Mitglieder für Friedrich Merz. Beim CDU-Parteitag am 15. und 16. Januar 2021 wurde Merz offiziell zum Vorsitzenden gewählt.
Privatjet von Friedrich Merz: Pilot in der Freizeit
Friedrich Merz ist Pilot und ist in der Vergangenheit schon zu seinen Terminen selbst geflogen. Wie viele Flugzeuge er tatsächlich besitzt, hat in der Vergangenheit für Diskussion gesorgt.
Merz-Äußerungen über Zahnarzt für Asylbewerber und das CDU-Video-Debakel
CDU-Chef Friedrich Merz hat mit harten Aussagen über abgelehnte Asylbewerber, die sich in Deutschland nach seinen Worten „die Zähne neu machen“ lassen scharfe Kritik und eine erneute Diskussion über seine Wortwahl ausgelöst. SPD, Grüne und Linkspartei warfen ihm Populismus vor und forderten eine Entschuldigung. Von Parteifreunden bekam er am Donnerstag zunächst Rückendeckung.
Merz hatte am Mittwoch im „Welt-Talk“ des Senders Welt gesagt, bei dem es um Migranten ging: „Die werden doch wahnsinnig, die Leute, wenn die sehen, dass 300 000 Asylbewerber abgelehnt sind, nicht ausreisen, die vollen Leistungen bekommen, die volle Heilfürsorge bekommen. Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine.“ Die Unionsfraktion verbreitete das Video – zunächst ohne die Passage mit den Zähnen, später in der ganzen Version noch einmal – auch auf der Plattform X, vormals Twitter.
Merz-Aussagen stoßen auf heftige Kritik
Bundesinnenministerin Nancy Faeser, SPD-Spitzenkandidatin für die Hessen-Wahl in eineinhalb Wochen schrieb: „Das ist erbärmlicher Populismus auf dem Rücken der Schwächsten. Wer so spricht, spielt Menschen gegeneinander aus und stärkt nur die AfD“. Sie wies Merz' Aussagen als falsch zurück: Asylsuchende würden nur behandelt, wenn sie akut erkrankt seien oder unter Schmerzen litten.
„Dass sich Geflüchtete massenhaft in Deutschland die Zähne machen lassen, wie Friedrich Merz gesagt hat, das geht im Regelfall nicht“, sagte der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Christoph Benz, der „FAZ“. Er könne Merz' Aussagen nicht nachvollziehen, sagte Benz zudem der „Wirtschaftswoche“.
(mit Material von dpa)

