Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dem Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax für dringende Fälle die Zulassung erteilt. Mit dem Novavax-Impfstoff steht nun ein proteinbasierter Corona-Impfstoff zur Verfügung - eine seit langem bekannte und genutzte Methode. Daher könnte der Impfstoff auch für Menschen interessant sein, die Vorbehalte gegen die neuartigen Technologien der mRNA- und Vektorimpfstoffe haben.

Novavax, Biontech, Moderna und Co – was sind die Unterschiede?

Bei Novavax handelt es sich um einen sogenannten „Totimpfstoff“. Diese Art der Impfstoffe unterscheiden sich von Lebendimpfstoffen wie Biontech und Moderna dadurch, dass dabei abgetötete Teile des Erregers geimpft. Diese Erreger können sich im Körper nicht vermehren oder eine Erkrankung auslösen. Novavax funktioniert nach dem Prinzip der Grippeimpfstoffen.

Für wen ist Novavax gegeignet?

Novavax soll eine Alternative zu den bisher verwendeten Impfstoffen von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson sein.
Besonders bei Menschen, die den Corona-Impfungen skeptisch gegenüber stehen, erweckt der Impfstoff Hoffnung. Fälschlicherweise wird der Impfstoff Novavax häufig als Totimpfstoff deklariert. Bei dem Impfstoff handelt es sich allerdings um ein Vakzin auf Proteinbasis – so steht es auch auf der offiziellen Website des Unternehmens. Das Verfahren wird schon lange bei Impfungen gegen Hepatitis B oder Keuchhusten verwendet. Es gibt kaum Unterschiede zu den bisher geläufigen Impfstoffen. Nach aktuellen Informationen sind auch bei Novavax zwei Impfdosen im Abstand von drei Wochen zur Grundimmunisierung vonnöten. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist der Impfstoff auch für Booster-Impfungen geeignet. Freigegeben ist er für alle Personen ab 18 Jahren.

RLP, Bayern, Sachsen: Wann starten die Corona-Impfungen mit Novavax?

Corona-Impfungen mit dem Präparat des US-Herstellers Novavax sollen voraussichtlich Ende Februar in Deutschland starten können. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit Verweis auf Firmenangaben in Berlin sagte. Genaue Termine für weitere 3,25 Millionen Dosen, die gekauft wurden, stünden noch nicht fest. Er hoffe auf Lieferung noch im Februar. Eine spezielle Verteilung innerhalb Deutschlands sei zwar nicht vorgesehen. Er erwarte jedoch eine größere Nachfrage in einigen Bundesländern wie Sachsen, Sachsen-Anhalt, möglicherweise auch Teilen von Bayern, sagte Lauterbach.
In Rheinland-Pfalz können sich die Menschen ab dem kommenden Montag (24.1.) für eine Impfung mit dem neuen Impfstoff Novavax registrieren lassen. Das sagte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) dem SWR.