Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Frist zur Einführung einer Impfpflicht für Mitarbeiter von Klinken, Altenheimen oder Arztpraxen „gegebenenfalls noch einmal kritisch zu überdenken“. Der Bund müsse zunächst noch offene Fragen klären, sagte Holetschek der „Mediengruppe Münchner Merkur tz“. „Wer fällt unter diese Impfpflicht konkret? Wie kann die pflegerische, medizinische und hauswirtschaftliche Versorgung in den Einrichtungen im Einzelfall aufrechterhalten werden? Was geht vor: Impfpflicht oder Versorgung?“

Novavax: Für wen ist der Impfstoff geeignet?

Außerdem gebe es noch einen weiteren Grund, die Frist zu überprüfen: Ende Februar werde der Impfstoff des Herstellers Novavax geliefert. „Auch dieser Proteinimpfstoff – er basiert auf einer anderen Technologie als die bisher verfügbaren Corona-Impfstoffe – kann nochmal eine positive Rolle dabei spielen, manche Menschen von einer Impfung zu überzeugen“, erläuterte Holetschek der Mediengruppe. In Bayern soll das Vakzin deshalb bevorzugt für Impfungen von Beschäftigten in Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich zur Verfügung stehen.
Wann der Impfstoff in Bayern vorrätig sein wird ist noch unklar. In Rheinland-Pfalz können sich die Menschen schon am Montag (24.1) für eine Impfung mit Novavax registrieren.

Novavax gegen die Impfskepsis im Osten?

Vor einigen Wochen hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Hoffnung geäußert, dass nach der Zulassung von Novavax in Ostdeutschland die Impfzurückhaltung sinkt. Bisher nicht geimpfte Bürger könnten sich jetzt entscheiden, „ob sie sich wirklich gemein machen wollen mit Gewalt und Einschüchterungen und ob sie echte Alternativen haben möchten zu den bisherigen Impfstoffen. Wer wirklich ein anderes Impfmittel wollte, bekommt mit Novavax endlich ein neues Angebot“, erklärte Ramelow. Der Linke-Politiker appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen.