Wer plant, über den Winter in die Ferne zu reisen oder in den Nachbarländern von Deutschland Skiurlaub zu machen, muss besonders auf die Reisewarnungen und Corona-Regeln achten. Die Einstufung zum Risikogebiet kann dem Urlaub einen Strich durch die Rechnung machen. Auch am Freitag, 14.01.2022, hat das RKI wieder eine neue Liste der Hochrisikogebiete veröffentlicht. Nachdem Österreich entsprechend eingestuft wurde, gelten wieder alle Nachbarländer Deutschlands als Corona-Risikogebiet. Das hat Folgen für den geplanten Ausflug dorthin in den Winterferien – und wirft Fragen auf:
  • Welche Länder gelten aktuell laut RKI als Hochrisikogebiet?
  • Was bedeutet das für die Einreise und Rückkehr?
  • Was gilt für Geimpfte, Genesene und Ungeimpfte?
  • Welche Regeln gelten für die Quarantäne?

Österreich ist Hochrisikogebiet seit Sonntag, 16.01.2022

Mit Österreich gilt seit Sonntag, 16.01.2022, auch das letzte Nachbarland von Deutschland als Hochrisikogebiet. Die Bundesregierung stuft das Österreich wegen hoher Corona-Infektionszahlen erneut als Risikogebiet ein. Ausgenommen davon sind folgende Regionen:
  • Gemeinde Mittelberg
  • Gemeinde Jungholz
  • Rißtal im Gemeindebiet von Vomp
  • Eben am Achensee
Ischgl und St. Anton  liegen im Bezirk Landeck, wo die Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche zuletzt bei rund 2900 stand. Im Bezirk Kitzbühel lag der Wert bei ungefähr 3400. Damit liegen diese Regionen weit über dem österreichischen Gesamtwert, der wegen der sich stark ausbreitenden Omikron-Variante zuletzt auf die 1000er Marke zusteuerte.

Hohe Inzidenz: Österreich ist Risikogebiet – 2G+ Regeln für die Einreise

Österreich kämpft derzeit wie viele europäische Länder mit einer neuen Corona-Welle, die vor allem von der hochansteckenden Omikron-Variante getrieben wird. Wegen der hohen Infektionszahlen stuft die Bundesregierung das Nachbarland seit Sonntag wieder als Hochrisikogebiet ein. Vor touristischen Reisen nach Österreich wird gewarnt - dies dürfte insbesondere den Wintertourismus hart treffen.
Seit 16.01.22 gilt für Österreich eine Reisewarnung. Die Regeln für die Einreise sind streng: Grundsätzlich gilt für alle, die nach Österreich reisen möchten 2G+. Man muss daher ein Impfnachweis oder Genesungsnachweis und zusätzlich einen molekularbiologischen Test (wie zum Beispiel PCR-Test) vorweisen. Wer schon eine Booster-Impfung erhalten hat, braucht keinen extra Test. Einreisende ohne 2G-Nachweis müssen für zehn Tage in Quarantäne. Davon kann man sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test befreien. Außerdem ist in diesem Fall eine Anmeldung im Rahmen der Pre-Travel-Clearance erforderlich.

 Skifahren in Österreich - strenge Regeln für den Skiurlaub

In Österreich war der Saisonstart enttäuschend. Das Land hofft nun auf die kommenden Monate. „Der Optimismus ist weiterhin da“, sagte der Tourismus-Sprecher der Wirtschaftskammer Tirol, Mario Gerber. Für Februar hätten sich auch deutsche Gäste angemeldet. Die Auslastung der 5000 Tiroler Beherbergungsbetriebe sei bisher außer in der Silvesterwoche ungewohnt niedrig gewesen. Die Branche ärgere sich über die auf 22 Uhr vorverlegte Sperrstunde, sagte Gerber. Das verleite Gäste und Mitarbeiter zu späten Treffen außerhalb der kontrollierten Bereiche der Restaurants.
Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger befürchtet, dass die erneute Einstufung ihres Landes als Hochrisikogebiet der Tourismusbranche schadet. Sie kritisierte die deutsche Regelung, nach der auch ungeimpfte Kinder unter zwölf Jahren bei der Rückkehr aus Österreich künftig mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben müssen - wies aber auf eine recht einfache Lösung des Problems hin: „Wer geimpft ist, kann jederzeit einen sicheren und erholsamen Urlaub in Österreich verbringen“, meinte Köstinger.

Frankreich, Niederlande, Bulgarien: mehr als 30 Länder neu auf Risikoliste

Neben Österreich stehen seit Sonntag, 16.01.2022 mehr als 30 andere Länder auf die Liste, viele davon in Afrika und in der Karibik. Insgesamt werden damit fast 140 der rund 200 Länder auf der Welt auf der Risikoliste stehen. Von der Liste gestrichen wurde diesmal kein Land. Die Niederlande steht ohnehin schon seit 21. November 2021 auf der Liste der Hochrisikogebiete. Nun ist der überseeische Teil des Königreichs der Niederlande St. Martin dazugekommen. Frankreich gilt seit 19. Dezember 2021 als Hochrisikogebiet – ab Sonntag gilt auch noch für das französische Überseegebiet St. Pierre und Miquelon ein Reisewarnung. Ebenfalls betrifft das Bulgarien.

RKI Risikogebiete: Alle Nachbarländer von Deutschland sind betroffen

Mit der Bekanntgabe von Österreich als Hochrisikogebiet, stehen jetzt alle neun Nachbarländer Deutschlands auf der Risikoliste. Für sie gilt damit also automatisch eine Reisewarnung. Das sind die Nachbarländer von Deutschland, die als Risikogebiet gelten:

Rückkehr aus Risikogebiet: Das gilt bei der Einreise nach Deutschland

Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.
Vor allem für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die keinen vollständigen Impfschutz haben, dürfte das eine Hürde darstellen. Sie laufen Gefahr, dass die Kinder nach einem Schneevergnügen in den Alpen etwa den Beginn des Unterrichts nach den Ferien verpassen und stattdessen zu Hause in Quarantäne festsitzt. In manchen Bundesländern beginnen die Winterferien schon Ende Januar, in anderen erst Anfang oder Mitte Februar.

Ist eine Reisewarnung ein Reiseverbot? Bedeutung für Stornierung

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist neben strikten Quarantäne-Auflagen eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Was ist ein Hochrisikogebiet?

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems und auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Diese Nachweise braucht man bei der Rückreise nach Deutschland

Seit 23.12.2021 besteht eine generelle Nachweispflicht. Die bedeutet, dass alle Reisenden ab 6 Jahren grundsätzlich bei Einreise nach Deutschland über ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis verfügen müssen. Das gilt unabhängig von der Art des Verkehrsmittels und unabhängig davon, ob man in einem Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet war.

Neue Hochrisikogebiete ab Sonntag, 16.01.22, im Überblick

Folgende Länder und Regionen kommen neu zur RKI-Liste der Hochrisikogebiete hinzu:
  • Albanien
  • Antigua und Barbuda
  • Äquatorialguinea
  • Benin
  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien
  • Burkina Faso
  • Costa Rica
  • Die Dominikanische Republik
  • Dschibuti
  • Eritrea
  • Frankreich - das französische Überseegebiet St. Pierre und Miquelon
  • Gambia
  • Guinea-Bissau
  • Guyana
  • Kolumbien
  • Lettland
  • Liberia
  • Madagaskar
  • Die Niederlande - der überseeische Teil des Königreichs der Niederlande St. Martin
  • Niger
  • Nordmazedonien
  • Österreich - mit Ausnahme der Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee
  • Peru
  • Die Philippinen
  • St. Kitts und Nevis
  • St. Lucia
  • St. Vincent und die Grenadinen
  • São Tomé und Príncipe
  • Senegal
  • Serbien
  • Somalia
  • Suriname
  • Tschad
  • Die Zentralafrikanische Republik
Eine ausführliche Liste über alle Hochrisikogebiete gibt es auf der RKI-Seite.