Skiurlaub in Österreich. In der Winterzeit ist Skifahren für viele Menschen eine der liebsten Beschäftigungen, um aus dem Alltag auszubrechen – egal ob es sich um einen längeren Urlaub oder um Tages- oder Wochenendausflüge handelt. Doch auch die diesjährige Skisaison steht unter dem Zeichen des Corona-Virus. Aufgrund der Omikron-Variante spitzt sich die Infektionslage auch in Österreich immer weiter zu. Das betrifft auch den Tourismus, wegen der vielen Skiurlauber steigen die Inzidenzen in die Höhe.
Einige Skiregionen in Österreich weisen die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen im Alpenland auf. Im Bezirk Kitzbühel lag die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner zuletzt bei etwa 3600 - fast dreimal so hoch wie der bundesweite Wert. Laut der staatlichen Gesundheitsagentur Ages sind 70 bis 80 Prozent der Corona-Infektionen im Freizeitbereich in Österreich auf Lokalbesuche von Skifahrern zurückzuführen.
Aktuell gilt Österreich für Deutschland als Hochrisikogebiet. Zudem gelten strenge Corona-Regeln. Hier im Überblick:
  • Die aktuelle Inzidenz und wichtige Coronazahlen in Österreich.
  • Testpflicht, Nachweis und Impfung: Corona-Regeln bei der Einreise.
  • Was gilt vor Ort auf der Piste, in der Hütte und beim Skifahren?

Einreise nach Österreich: Testpflicht für Geimpfte und Genesene

Das Nachbarland Österreich hat seine Einreiseregeln kurz vor Weihnachten verschärft. Die Regeln sind viel strenger, als in den meisten anderen Ländern: Auch vollständig geimpfte und genesene Personen müssen zusätzlich einen PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) oder eine Booster-Impfung nachweisen können. Wer das nicht kann, muss bereits vor dem Grenzübertritt das Einreiseformular ausfüllen und nach der Einreise für zehn Tage in Quarantäne. Diese kann beendet werden, sobald ein negativer PCR-Test vorliegt.

Rückreise aus Österreich: Das gilt bei der Einreise aus einem Hochrisikogebiet

Seit dem 16. Januar 2022 gilt Österreich wieder als Hochrisikogebiet. Das liegt an den sehr hohen Infektionszahlen in dem Land. Mit der Einstufung geht eine Reisewarnung einher. Das bedeutet aber nicht, dass es ein Reiseverbot gibt – es wird nur davon abgeraten, in das Land zu reisen.
Für die Rückreise nach Deutschland aus dem Hochrisikogebiete gilt folgendes:
  • Seit 23.12.2021 besteht eine generelle Nachweispflicht
  • Alle Reisenden ab 6 Jahren brauchen ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis
  • Das gilt unabhängig von der Art des Verkehrsmittels und unabhängig davon, ob man in einem Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet war.
  • Die Nachweise müssen hier hochgeladen werden

Aktuelle Corona-Regeln beim Skifahren: Piste, Hütte und Après-Ski

In Österreich gilt beim Skifahren die 2G-Regel. Das gilt für Lifte und Seilbahnen sowie für Beherbergungen in Hotels und Ferienwohnungen. Auch Restaurants, Cafés und andere gastronomische Betriebe sind nur für Geimpfte und Genesene zugänglich. Es gilt eine allgemeine Sperrstunde um 22 Uhr. Après-Ski-Lokale bleiben generell geschlossen. Aufgrund der angespannten Lage mit steigenden Zahlen wurde die FFP2-Pflicht ausgeweitet. Auch außerhalb von Gebäuden muss die Maske immer dann getragen werden, wenn der Sicherheitsabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Die Corona-Regeln werden streng kontrolliert. Verstöße werden mit Bußgeldern ab 500 Euro geahndet.

Wann gilt man in Österreich als geimpft, genesen, geboostert?

Die Bestimmungen unterscheiden sich in einigen Ländern grundlegend. Sogar zwischen einzelnen Bundesländern kann beispielsweise variieren, ab wann man als „geboostert“ gilt. Hier die Definitionen je nach Status in Österreich:
  • Genesen: Wer in den letzten 180 Tagen eine Corona-Infektion überstanden hat und dies mit einer ärztlichen Bestätigung nachweisen kann, gilt in Österreich als genesen.
  • Vollständig geimpft: Die beiden Impfungen müssen mindestens 14 Tage auseinanderliegen, und die vollständige Impfung gilt ab dem Tag der zweiten Dosis für 270 Tage.
  • Geboostert: Die Booster-Impfung wird grundsätzlich ab dem Tag der Auffrischungs-Impfung anerkannt.

Skifahren in Österreich: Corona-Lage, aktuelle Zahlen und Inzidenz

Die Zahl der Neuinfektionen schnellt in Österreich nach oben. Binnen 24 Stunden steckten sich nach Angaben der Behörden vom Mittwoch, 19. Januar, im Nachbarland 16.685 Menschen mit dem Virus an. Hier die aktuellen Coronazahlen (Stand 19.01.2022) für Österreich:
  • 7-Tage-Inzidenz: 1206,2
  • Neuinfektionen: 1.263,4
  • Neue Todesfälle: 20
  • Impfquote (vollständig): rund 73,6 Prozent

Österreich will Corona-Impfpflicht wie geplant im Februar einführen

In Österreich soll die Impfpflicht gegen das Coronavirus wie geplant Anfang Februar in Kraft treten. So steht es in dem Gesetzentwurf, den die Regierung am Sonntag vorstellte. Die Impfpflicht soll für Personen ab 18 und nicht wie bislang geplant ab 14 Jahren gelten. Kontrollen sollen Mitte März beginnen, darunter im Straßenverkehr, wie Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagte. Für Impfverweigerer gilt ein Strafrahmen von 600 und 3600 Euro, wenn sie einer Impfaufforderung nicht nachkommen und einen gesetzten Impftermin verstreichen lassen.

Kitzbühel verschärft Maßnahmen nach verbotener Après-Ski-Party

Der österreichische Luxus-Skiort Kitzbühel will scharf gegen wegen der Corona-Pandemie verbotene Après-Ski-Partys vorgehen. Die Bezirksbehörde kündigte am Dienstag an, dass die Außengastronomie bis Ende der Woche geschlossen bleiben muss - also auch während der traditionellen Weltcup-Skirennen der Herren am Wochenende. Außerdem sollen Polizeistreifen „in Dauerschleife durch die Stadt ziehen“, um Lokale und Bars zu kontrollieren, sagte Bezirkshauptmann Michael Berger dem Sender ORF. Ausgelöst wurden die strengeren Maßnahmen durch ein Video einer Après-Ski-Party.
Derzeit sind der Barbetrieb und das Servieren ohne zugewiesene Sitzplätze in allen österreichischen Lokalen verboten. Ein Unternehmer, der als Gast in einer Bar in Kitzbühel war, hatte Aufnahmen von dicht gedrängt Feiernden vor wenigen Tagen online geteilt. Eine Welle der Entrüstung folgte. „Das ist völlig inakzeptabel. So etwas können wir nicht dulden“, sagte Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger warnte, dass Gastronomen Corona-Hilfsgelder zurückzahlen müssen, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten.