Martin Schirdewan ist seit 25.6.2022 ein Teil der neuen Doppelspitze der Partei „Die Linke“. Auf dem Bundesparteitag in Erfurt wurde der Berliner zusammen mit Janine Wissler als Führungs-Duo gewählt. Wer ist Martin Schirdewan? Und wie tickt der Politiker privat? Hier gibt es alle Infos:

Alter, Beruf, Familie: Martin Schirdewan in Zahlen und Fakten

  • Geburtstag: 12.7.1975
  • Alter: 46
  • Geburtsort: Ost-Berlin
  • Beruf: studierte Politikwissenschaftler
  • Frau/Freundin: nichts bekannt
  • Kinder: ein Kind
  • Eltern: nichts bekannt
  • Großeltern: Martin Schirdewan ist Enkel des KPD- und SED-Politikers Karl Schirdewan (1907 bis 1998)

Lebenslauf von Martin Schirdewan

Laut eigenen Aussagen hatte Martin Schirdewan in der vergangenen Jahren folgenden beruflichen Werdegang:
  • 2006-2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei einem Abgeordneten der Fraktion von „Die Linke“ im Bundestag
  • 2006-2008: Leitender Redakteur bei sacco und vanzetti, dem Jugendmagazin der Tageszeitung Neues Deutschland
  • 2008-2014: Koordinator der AG OST der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Partei „Die Linke“
  • 2015-2017: Leiter des Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Brüssel, des Verbindungsbüros in Athen und Aufbau des Verbindungsbüros in Madrid
  • seit November 2017: Abgeordneter im Europäischen Parlament und zuständig für Wirtschafts- und Währungsfragen, Koordinator der The Left-Fraktion im Untersuchungsausschuss FISC (vorher im TAX3-Ausschuss) und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz
  • seit 2019: zusätzlich Co-Fraktionsvorsitzender von „The Left“
  • seit 25.6.2022: Teil der Doppelspitze von der Partei „Die Linke“

Martin Schirdewan als Parteivorsitzender

Nun sind die Hessin Janine Wissler und der Berliner Martin Schirdewan die neue Doppelspitze der Partei, die nach Wahlschlappen und internen Querelen in einer Existenzkrise steckt. Beide setzten sich am Samstag, 25.6.2022, beim Bundesparteitag in Erfurt im ersten Wahlgang gegen mehrere Mitbewerber durch. Wissler erhielt rund 57,5 Prozent der Stimmen, Schirdewan 61,3 Prozent. Auf die zweite Position in der Doppelspitze wurde Schirdewan gewählt, der bisher schon im Parteivorstand saß. Er sagte in seiner Bewerbungsrede, er habe Erfahrung damit, „eine bunte Ansammlung von Linken zu lenken und zu führen“. Offiziell trat er für den Thüringer Landesverband an, der in der Partei Gewicht hat. In Thüringen stellt die Linke mit Bodo Ramelow ihren einzigen Ministerpräsidenten. Auch Schirdewan betonte: „Die Leute brauchen keine Partei, die sich im Streit ständig selbst versenkt.“

Martin Schirdewan und die Position der Linken zum Krieg in der Ukraine

Die Linke hat einen Friedensplan für die Ukraine vorgelegt und fordert darin sofortige Gespräche über einen Waffenstillstand. Diese sollten jetzt vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Staatschef Wladimir Putin aufgenommen werden, sagte Parteichef Martin Schirdewan am Montag in Berlin. Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron sollten vermitteln und China und Indien einbeziehen.
Zweiter Punkt des Plans ist der Rückzug Russlands auf Positionen vor dem Überfall auf die Ukraine am 24. Februar. Sofern Putin dies einlöst, sollten alle nach Kriegsbeginn verhängten Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden, sagte Schirdewan. Dritter Punkt des Linken-Plans ist eine Ausweitung der humanitären Hilfe für die Ukraine und ein Schuldenschnitt, um den Wiederaufbau zu ermöglichen.
Der Plan liefe darauf hinaus, dass die bereits 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim sowie Separatistengebiete in der Ostukraine unter russischer Vorherrschaft blieben - was die Ukraine strikt ablehnt. Auch Russland hat derzeit wenig Interesse an Friedensgesprächen. Beide Seiten hoffen auf militärische Geländegewinne. Deshalb dürften die Vorschläge kaum Aussicht auf Umsetzung haben.
Schirdewan forderte auch, den von Deutschland angestrebten Importstopp für russisches Öl aus der „Druschba“-Leitung aufzugeben. Er halte den einseitigen Verzicht der Bundesregierung für einen „fatalen Fehler“, sagte er. Das hätte negative Folgen für die ostdeutsche Wirtschaft. Das Druschba-Öl müsse weiter fließen.
(mit Material von dpa)