Was erwartet Deutschland nach diesem Corona-Sommer 2022? Seit Wochen steigen die Zahlen stetig an. Lagen beispielsweise die Inzidenzen Mitte Juni noch unter der Marke von 500 haben sie sich einen Monat später dem Wert 800 genähert. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr gab das Robert-Koch-Institut für den 16. Juli 2021 eine Inzidenz von 8,6 bekannt. Der Unterschied: In diesem Jahr ist mit der Omikron-Variante BA.5 eine Virusmutation dominant, die oft gar keine Symptome oder nur leichte Krankheitsverläufe hervorruft. Jetzt arbeitet die Bundesregierung an neuen Plänen für den Corona-Herbst.
  • Was erwartet Deutschland im Corona-Herbst 2022?
  • Droht im Herbst ein neuer Lockdown?
  • Was empfiehlt der Expertenrat der Bundesregierung an Corona-Regeln?

Droht im Herbst ein neuer Lockdown?

Die Bundesregierung arbeitet aktuell an einem Konzept für den nahenden Corona-Herbst. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP): „Wir sind uns einig in der Koalition, dass es keinen Lockdown mehr geben wird, keine pauschalen Schulschließungen und auch keine Ausgangssperren.“

Was erwartet Deutschland im Corona-Herbst 2022?

Die zum Frühjahr vor allem auf Drängen der FDP stark zurückgefahrenen Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz laufen am 23. September aus. Sie sind die Rechtsgrundlage für Schutzmaßnahmen in den Ländern und definieren mögliche Instrumente. Allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen fielen damit Anfang April weg. Bundesweit gilt noch Maskenpflicht in Fernzügen und Flugzeugen. Die Länder regeln dies für Busse und Bahnen im Nahverkehr sowie etwa auch für Arztpraxen und Kliniken. Für die kältere Jahreszeit wird nach der Sommerwelle ein weiterer Anstieg der Infektionszahlen erwartet. Die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes wird aktuell in der Bundesregierung beraten, das Konzept soll im August mit den Bundesländern abgestimmt werden und im September im Bundestag eingebracht werden.

Was empfiehlt der Expertenrat der Bundesregierung an Corona-Regeln?

Der „ExpertInnenrat der Bundesregierung“ hatte Anfang Juni eine Stellungnahme zur „Pandemievorbereitung auf Herbst/Winter 2022/23“ vorgelegt. In dem Schreiben werden drei unterschiedliche Szenarien für den nahenden Herbst/Winter-Zeitraum betrachtet. Und selbst im „ungünstigen Szenario“ ist von einem Lockdown keine Rede mehr. In diesem Fallbeispiel gehen die Experten beim Auftreten einer neuen Virusvariante mit erhöhter Übertragbarkeit und mehr schweren Krankheitsverläufen davon aus, dass es wieder Maßnahmen wie die Kontaktnachverfolgung, Abstandsgebote, eine Maskenpflicht und die Reaktivierung der Impfzentren geben müsse. Flächendeckende Schließungen von Schulen, Handel, Kultur und Gastronomie finden sich als Empfehlungen in der Stellungnahme des Expertenrates nicht.
(mit Material von dpa)