• Umfragen sehen die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann klar vor der CDU.
  • Ein wichtiges Them im Vorfeld der Wahl ist die Gesundheitspolitik infolge der Corona-Krise. Wie stehen die Kandidaten im Wahlkreis Ulm dazu?
Kann Winfried Kretschmann seine dritte Amtszeit als Ministerpräsident von Bade-Württemberg antreten? Oder wird CDU-Kandidatin Susanne Eisenmann neue Regierungschefin? Das wird sich bei der Landtagswahl am Sonntag, 14.03.2021 entscheiden. Doch erst nach Koalitionsverhandlungen dürfte feststehen, welche Partei den Posten für sich beanspruchen kann.
Wegen der Corona-Pandemie fand der Wahlkampf der Parteien vorwiegend online statt. Die Kandidaten stellten sich unter anderem in Video-Konferenzen und Live-Chats vor. Außerdem kommunizierten die Parteien ihre Ziele intensiv über soziale Medien. Daneben gibt es aber auch die klassischen Wahlprogramme online zu finden. Hier eine Übersicht der Programme der größten Parteien.

Grüne: Klimaneutralität, Artenvielfalt, besserer ÖPNV

Die Grünen streben an, dass die Energie komplett aus Sonne, Wind und Wasser erzeugt wird. Außerdem soll sich die Landwirtschaft wieder lohnen. Und das ganze Land soll mit dem ÖPNV „gut erreichbar“ sein. Im Wahlprogramm der Grünen sind außerdem Ziele für eine ökologische und sozial gerechte Wirtschaft, eine bessere Bildung und Gesundheitsversorgung und eine Stärkung der Demokratie definiert.

CDU: Digitalisierung, Sicherheit und moderne Wirtschaft

Die CDU sieht vor allem Nachholbedarf bei der Digitalisierung der Schulen. Trotzdem will die Partei schnellstmöglich wieder Schulden abbauen. Zu einer modernen Wirtschafts- und Arbeitswelt gehören für die CDU auch der Ausbau von Glasfaser- und 5G-Mobilfunk-Technik. Weitere große Punkte im Wahlprogramm der CDU sind die Familienpolitik, klare Regeln für die Integration und innere Sicherheit.

AfD: Mehr Volksbegehren, kein Rundfunkbeitrag mehr

Im Wahlprogramm der AfD wird Deutschland als Nationalstaat betont. Entsprechend fordert die Partei mehr Grenzkontrollen und konsequente Abschiebungen von ausländischen Straftätern. Allen Asylbewerbern sollen laut dem Programm Leistungen gekürzt werden. Außerdem möchte die Partei die „Verkehrswende stoppen“, den Rundfunkbeitrag abschaffen und Kohle- und Atomkraftwerke erhalten.

SPD: Kostenlose Bildung, menschliche Pflege und bezahlbarer Wohnraum

Auch das Wahlprogramm der SPD ist online verfügbar. Die Partei hat darüber hinaus die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst.
  • Arbeitsplätze sollen gesichert werden. Zugleich strebt die SPD eine „sozial gerechte Wirtschaft“ an.
  • Bildung soll grundsätzlich kostenfrei sein.
  • Im Bereich Gesundheit und Pflege soll der Mensch im Vordergrund stehen und nicht der Gewinn der Klinik- und Heim-Betreiber.
  • Wohnraum soll für alle bezahlbar sein, fordert die SPD.
  • Außerdem wünscht sie sich „echten Klimaschutz“. Was das heißen soll, bleibt in der Zusammenfassung des Wahlprogramms aber unklar.

FDP: Mobilität ohne Vorurteile, digital aufholen

Im Gegensatz zur AfD möchte die FDP den Straßenverkehr nicht bevorzugen, vielmehr will sie alle Verkehrsmittel berücksichtigen und miteinander vernetzen. Dafür fordert die Partei einen konsequenten Ausbau der Glasfaser-Technik, auch um Funklöcher zu schließen. Im Bereich Bildung will die Partei die verbindliche Grundschulempfehlung wieder einführen. Außerdem sollten neue Stellen in der Justiz geschaffen werden. Weitere Schwerpunkte im Wahlprogramm der FDP sind die Themen Wirtschaft, Forschung, Gesundheit und Umwelt.

Linke: Preiswerter Wohnraum, Bildung für alle und weltoffene Gesellschaft

Die Linke möchte wieder in den Stuttgarter Landtag einziehen, nachdem sie 2016 ausgeschieden war. Ein wichtiges Ziel der Partei ist die Abschaffung von Leiharbeit und Werkverträgen. Außerdem sollen große Immobilienkonzerne enteignet werden, um Spekulationen zu vermeiden.Den ÖPNV will die Partei ausbauen. Weitere Forderungen im Wahlprogramm der Linken: Aktionsplan gegen Kinderarmut, 50 Prozent Frauenanteil im Landtag und ein Aufnahmeprogramm für „Geflüchtete aus EU-Hotspots“.