• Am Sonntag, 14.03.21, findet in Baden-Württemberg die Landtagswahl statt
  • Bleibt Winfried Kretschmann (Grüne) Ministerpräsident? Oder läuft im die bisherige Kultusministerin Susanne Eisenmann von der CDU den Rang ab?
  • Eine Übersicht über die Programme und Positionen der Parteien zur Wahl liefert der Wahl-o-Mat
  • Das Tool der Bundeszentrale für politische Bildung ging am Mittwoch, 10.02.21, an den Start
Welche Partei passt am besten zu meinen politischen Ansichten? Diese Frage stellen sich im Vorfeld der Landtagswahl am 14. März viele Menschen in Baden-Württemberg. Wer sich für deren Beantwortung nicht durch hunderte Seiten Wahlprogramm quälen will, stößt im Internet schnell auf den Wahl-o-Mat. Das Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) gibt seit 2002 einen Überblick über die wichtigsten Themen einer Wahl, die Positionen der Parteien und die Übereinstimmung der eigenen Meinung mit diesen Positionen.
Insgesamt haben das Tool seit dem Start mehr als 82 Millionen Nutzer bei rund 50 Wahlen genutzt. „Der Wahl-o-Mat ist die Volkssportübung im Vorfeld von Wahlen geworden“, sagt Thomas Krüger, Präsident der BpB. Weil viele klassische Wahlkampfveranstaltungen in diesem Jahr wegen Corona ausfallen werden, geht er davon aus, dass digitale Angebote wie der Wahl-o-Mat eine besondere Rolle spielen werden.
Das sieht auch Kommunikationsexperte Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim so. Der Professor beschäftigt sich seit Jahren auch mit Wahlkämpfen und sagt: „Der Wahl-o-Mat ist kein Nischenthema mehr, sondern wirkt in der Breite.“ Er untermauert diese Beobachtung mit Zahlen zur OB Wahl in Stuttgart, die im November ebenfalls unter Corona-Bedingungen stattfand. Brettschneider und sein Team befragten Wähler, was sie an digitalen Angeboten im Wahlkampf wahrgenommen hatten. Das Ergebnis: 47 Prozent der Befragten gaben an, den Kandidat-o-Mat, der mit dem Wahl-o-Mat vergleichbar ist, genutzt zu haben.

Wahlomat: Bundeszentrale BPB erwartet deutlich mehr Nutzer in Baden-Württemberg

Auch bei der BpB geht man davon aus, dass die Wahl im Südwesten einen Schub für das Angebot bringt. „Baden-Württemberg war in den vergangenen Jahren immer Vorreiter, was die Nutzung des Wahl-o-Mat angeht“, sagt Martin Hetterich, der bei der BpB mit Kollegen für das Angebot verantwortlich ist. 2016 nutzen ihn 1,81 Millionen Menschen, die Macher gehen davon aus, dass es in diesem Jahr deutlich mehr sein werden. Wie viel mehr, hänge auch damit zusammen, wie umkämpft eine Wahl sei. „Je enger die Umfragen und je unklarer der Ausgang einer Wahl, desto mehr steigen der Nutzerzahlen“, sagt Hetterich.
Genutzt wird das Angebot laut Brettschneider mit unterschiedlichen Motiven. Für 85 Prozent der Nutzer diese es als Selbstversicherung: „Die meisten wissen schon, wen sie wählen wollen und schauen, ob der Wahl-o-Mat ihre Absicht bestätigt“, sagt der Professor. Anders bei Erstwählern. Diese hätten oft eine geringere Bindung zu einer bestimmten Partei und nutzten das Tool eher als erste Orientierung. Hier geht es direkt zum Wahl-o-Mat für die Landtagswahl.

Wahlentscheidung wie bei Tinder: Die App Wahlswiper hilft bei Wahlentscheidung

Neben dem bekannten Wahl-o-Mat gibt es auch weitere Portale, die bei der Wahlentscheidung helfen können. Bereits seit vergangener Woche ist das Frageportal „Abgeordnetenwatch“ online. Dort hat jeder der 810 Kandidaten der Wahl ein Profil und kann mit Fragen gelöchert werden. Der Vorteil gegenüber dem Wahl-o-Mat: Man kann direkt den Kandidaten im eigenen Wahlkreis befragen und auch Themen ansprechen, die im anderen Angebot nicht abgebildet werden.
In den kommenden Wochen soll auch ein „Kandidierenden-Check“ freigeschaltet werden, bei dem sich die Kandidaten zu zehn Thesen positionieren. „Dieses Portal ist eher etwas für Menschen, die ohnehin gut über die Landespolitik Bescheid wissen und Informationen aus erster Hand wünschen“; sagt Kommunikationsexperte Brettschneider.
An der Funktionsweise einer bekannten Dating-App orientiert sich hingegen der Wahlswiper, den ein Team um den Freiburger Politikprofessor Uwe Wagschal entwickelt hat: Mit dem Wischen auf dem Smartphone nach links oder rechts stimmt man einer Aussage zu oder lehnt sie ab. Nach 33 Fragen ist klar, welche Partei am besten zum Nutzer passt.

Die aktuelle Entwicklung im Live-Ticker: Hochrechnungen, Reaktionen, Ergebnisse

In unserem Live-Ticker zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021 berichten wir am Sonntag über die neuesten Entwicklungen der Wahl sowie natürlich die Ergebnisse: