Endlich haben sich Bund und Länder offenbar auf ein Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket geeinigt. Nach Angaben von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) konnte man sich Mitte Oktober auf ein Eckpunktepapier festlegen. Nach einem erneuten Treffen der Verkehrsminister am Donnerstag, den 13.10. konnten sich Bund und Länder wohl auf ein 49-Euro-Ticket einigen. Was bisher bekannt ist, erfahrt ihr hier.

Das Klimaticket: Ab wann ist es erhältlich?

Bereits im September hatten sich Bund und Länder zumindest darauf einigen können: Ab 1. Januar 2023 soll das neue Ticket zu kaufen sein. Geplant ist ein Ticket, das genauso wie das 9-Euro-Ticket in ganz Deutschland gültig ist und das man unkompliziert über sämtliche regionalen Verkehrsanbieter und in deren Apps kaufen kann.

49 Euro Ticket ab Januar: Nur im Jahresabo erhältlich?

In einem Eckpunktepapier einer Arbeitsgruppe zur Konferenz hieß es zunächst, das Ticket solle zum Start für den Preis von 49 Euro im Jahresabo erhältlich sein. Dieser Startpreis führe zu einem hohen Anteil von Neukunden und habe eine hohe Klimawirkung. Das Ticket solle bundesweit gültig sein. Offen war, ob das Ticket dann wirklich nur im Jahresabonnement erhältlich sein würde.
Nach der Verkehrsministerkonferenz wurde jedoch bekannt, dass es wohl doch ein monatlich kündbares Modell geben soll. „Die Verkehrsministerkonferenz hält in Übereinstimmung mit dem Bund einen Einführungspreis von 49 Euro/Monat im monatlich kündbaren Abonnement für ein mögliches Angebot“, heißt es im Beschlusspapier. Bund und Länder unterstützten eine schnellstmögliche Einführung.

Wie lange soll es das 49 Euro Ticket geben?

Die Bundesländer haben nach der Verkehrsministerkonferenz gesagt, dass sie sich ein Modell wünschen, das nach zwei Jahren wieder evaluiert wird. Beschlossen ist hierzu also noch nichts – aber denkbar wäre ein Ticket, das bis 2025 gilt.

49-Euro-Ticket: Wo wird es gültig sein?

Angesichts der Tatsache, dass dieses neue Ticket wesentlich teurer sein wird als das erfolgreiche 9-Euro-Ticket, fragen sich viele, ob man denn dann auch mehr für das Geld bekommt. Können Reisende zum Beispiel auch den ICE benutzen? Hier geht es zum Artikel über den Geltungsbereich des 49-Euro-Tickets.

Finanzierung: Länder wollen aus VMK mehr Geld

Über die wichtigste Frage gibt es auch noch keine Einigkeit: Wie wird das neue Ticket bezahlt? Bei der Verkehrsministerkonferenz hat man sich mit einer dringend nötigen Erhöhung der Regionalisierungsmittel und einer Mitfinanzierung des Bundes für die hohen Energiepreise befasst, so die Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Bremens Senatorin Maike Schaefer (Grüne). Der Bund stelle ab 2023 für das Ticket 1,5 Milliarden jährlich zur Verfügung, heißt es in der Beschlussvorlage. Ziel sei eine Finanzierung durch die Länder in gleicher Höhe. „Die Länder sind unter der Bedingung einer Verständigung über die Regionalisierungsmittel zur Kofinanzierung bereit.“
Die Länder wollen auch wegen gestiegener Energiekosten generell mehr Geld vom Bund zur Finanzierung des Nahverkehrs. Mitte September hatten sie beschlossen, erst über eine Nachfolgeregelung zu entscheiden, wenn der Bund mit einem Angebot auf ihre Forderungen eingeht. Die Länder wollen eine Erhöhung der sogenannten Regionalisierungsmittel um 1,5 Milliarden Euro von diesem Jahr an. Mit diesem Geld vom Bund bestellen die Länder Bahn- und Busverkehre bei den Verkehrsanbietern. Zusätzlich soll der Bund die Mittel 2022 und 2023 aufgrund der gestiegenen Energiepreise jeweils um 1,65 Milliarden Euro erhöhen.
Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Regierungschefs der Länder hatten sich in der vergangenen Woche nicht in Finanzfragen einigen können. Die Ampel-Koalition hatte sich bereit erklärt, für ein dauerhaftes bundesweites Nahverkehrsticket jährlich 1,5 Milliarden Euro extra zu geben, wenn die Länder mindestens den gleichen Betrag beisteuern.