Kalter Krieg: Konflikt zwischen Ost und West: Was ist ein Kalter Krieg?

Was ist ein Kalter Krieg? Wann fand er zuletzt statt? Und warum gilt der Krieg in der Ukraine mittlerweile als „heiß“?
Madeleine Kelly/dpaAls die russischen Truppen am 24. Februar in die Ukraine einmarschierten wurde klar: Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist eskaliert. Hunderttausende Menschen sind seitdem auf der Flucht und zahlreiche ukrainische Städte wurden zerstört. Aus dem Kalten Krieg wurde ein „heißer“.
- Doch was ist ein Kalter Krieg überhaupt?
- Wann fand der letzte Kalte Krieg statt?
- Warum ist der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weit mehr?
Alle Informationen dazu lest ihr hier.
Definition: Was ist ein Kalter Krieg?
Als Kalter Krieg werden Auseinandersetzungen zwischen Staaten ohne den Einsatz von Waffen bezeichnet. Vielmehr basiert der Konflikt auf Propaganda, Drohungen und wechselseitiger Aufrüstung, er wird also auf verbaler Ebene ausgetragen. Die Gefahr, dass aus einem Kalten Krieg ein „heißer“ wird, ist ständig gegeben.
Kalter Krieg 1947 bis 1989 – Ein Konflikt zwischen Ost und West
Den größten und wohl bekanntesten Kalten Krieg trugen zwischen 1947 und 1989 die Weststaaten, inklusive der USA, und die Sowjetunion aus. Militärische Auseinandersetzungen gab es in den Ländern zwar nie, dafür aber in anderen Teilen der Welt, unter anderem in Korea, Vietnam und Afghanistan. Das politische Geschehen auf der ganzen Welt wurde dabei beeinflusst.
Startpunkt des Kalten Krieges war das Ende des Zweiten Weltkriegs. In der Nachkriegszeit kamen die unterschiedlichen Ziele der Supermächte wie Frankreich, Großbritannien, USA und der Sowjetunion zum Vorschein und führten zur Teilung Deutschlands in BRD und DDR. Ganz Europa erfuhr dadurch eine Spaltung, denn es entstanden zwei Lager, die Nato und die Staaten des Warschauer Pakts (Oststaaten). Beide Lager versuchten das jeweils andere Lager mit politischen, wirtschaftlichen, technischen und militärischen Bemühungen in ihren Möglichkeiten einzuschränken. Auslöser des Kalten Kriegs war die sogenannte „Truman-Doktin“ durch den damaligen US-Präsidenten, die besagt, „freien Völkern beizustehen, die sich der angestrebten Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch äußeren Druck widersetzen.“ Ziel der Doktrin war es, die Expansion der Sowjetunion aufzuhalten.
Wie groß die Unterschiede der westlichen und östlichen Lager ideologisch und politisch waren zeigt ihre Ausrichtung: Während sich der Westen für Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft einsetzte, herrschten im Osten Diktatur und Planwirtschaft.
Kalter Krieg: Wettrüsten statt Waffeneinsatz
Zu einem Einsatz von Waffen von Seiten der Supermächte kam es im Verlaufe des Kalten Kriegs nicht. Die beteiligten Staaten trumpften eher mit einem Wettrüsten auf – auch atomar. Beide Seiten drohten außerdem mit einem Atomkrieg. Mehrfach bestand die Gefahr einer Eskalation des Konflikts, so zum Beispiel 1948 in der Berlin-Blockade, 1950 während des Koreakriegs, 1961 beim Bau der Berliner Mauer und 1962 während der Kubakrise.
Das Wettrüsten der großen Staaten trieb viele wissenschaftliche Entwicklungen voran. So beispielsweise die Raumfahrt- und Raketentechnik, neue Waffen wurden entwickelt, sowie Elektronik, Computertechnik und Flugzeugbau in eine neue Richtung gelenkt.
Mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch und dem Führungswechsel im Kreml 1985 kamen die Aufrüstungen zum Stehen und die Blöcke näherten sich ein wenig an. 1991 folgte die Auflösung der Sowjetunion und die Entstehung zahlreicher unabhängiger Staaten in Osteuropa. Auch der Kalte Krieg wurde damit beendet.
Warum ist der Konflikt in der Ukraine kein Kalter Krieg mehr?
Dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine kein Kalter Krieg ist, wird spätestens mit dem Einmarsch russischer Truppen in das osteuropäische Nachbarland klar. Seit dem 24. Februar wird in der Ukraine mit Waffen gekämpft, viele Städte wurden zerstört und Menschen sind auf der Flucht.
Einen Kalten Krieg führen vielmehr die Nato und Russland, indem sie gegenseitig aufrüsten und mit Sanktionen drohen. Auch Propaganda wird betrieben. So streut Russlands Präsident Wladimir Putin gezielt Falschinformationen in seinem Land, indem er die „Entnazifizierung der Ukraine“ fordert. Ob daran Bedarf besteht, ist jedoch gar nicht klar. Des Weiteren wurden unabhängige Medien in Russland verboten, sodass Berichterstattung dort nur noch über staatstreue Radiosender, Zeitungen und TV-Sendungen läuft.
Wie wahrscheinlich ist es, dass aus dem Kalten Krieg zwischen der Nato und Russland nun ein „Heißer Krieg“ wird? Das ist unklar. Die Nato hat zuletzt immer wieder beteuert militärisch nicht in der Ukraine einzugreifen. Sobald aber ein Nato-Mitglied angegriffen wird, tritt der Bündnisfall in Kraft, der in einem Gegenangriff des Westens enden kann.


