Die Halbinsel Krim spielt im Ukraine-Krieg eine wichtige Rolle. Seit vielen Jahren herrscht zwischen Russland und der Ukraine ein Konflikt um die Halbinsel. 2014 erfolgte ihre Annexion durch Russland.
  • Was ist die Krim und wo genau liegt sie?
  • Warum gibt es den Konflikt um die Krim zwischen Russland und der Ukraine?
  • Was passierte 2014 bei der Annexion?
Alle Infos zur Krim und ihrer Annexion lest ihr hier.

Lage, Größe, Bevölkerung – die wichtigsten Fakten zur Krim

  • Land: Ukraine
  • Lage: Halbinsel zwischen dem nördlichen schwarzen Meer und dem Asowschen Meer
  • Größe: 26.844 Quadratkilometer
  • Einwohner: 2.353.100 (Stand: 1.1.2014)

Halbinsel Krim: Diese Kämpfe gab es in der Geschichte

Seit jeher ist die Krim aufgrund ihrer Lage aus politischer und ökonomischer Perspektive ein begehrenswertes Gebiet. In ihrer Geschichte war die Krim besiedelt von Völkern unterschiedlicher Religionen und Nationen. Viele Jahre stand die Halbinsel auch unter russischer Herrschaft. Immer wieder kam es in der Geschichte dort zu kriegerischen Auseinandersetzungen. So auch in der Mitte des 19. Jahrhunderts zwischen Russland und dem osmanischen Reich. Russland, das die Krim unter Kaiserin Katharina der Großen annektiert hatte, verlor den Krieg.
Einen historischen Einschnitt erfuhr die Halbinsel 1920, als sie zur autonomen sozialistischen Sowjetrepublik ernannt wurde. So wurde sie in den Folgejahren auch unter dem Einfluss Stalins geleitet und während des zweiten Weltkriegs hart umkämpft. Vor allem die Großstadt Sewastopol wurde bei den Kämpfen fast komplett zerstört. 1944 wurde sie von der Sowjetunion befreit und, angeordnet von Stalin, komplett russifiziert. Mehr als 200.000 Menschen wurden in dieser Zeit von der Krim in Richtung Sibirien und Mittelasien deportiert.
Bis dahin spielte die Ukraine für die Krim noch keine Rolle. Das sollte sich 1954 ändern, als das damalige Staatsoberhaupt der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, die Krim der Ukrainischen Sowjetrepublik zusprach. Mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 und der Entstehung zahlreicher unabhängiger Oststaaten wie der Ukraine wurde die Krim abermals zu einem Konfliktobjekt. Russland und die prorussisch orientierten Bewohner der Krim strebten nach einer Annektierung der Krim, die Ukraine ihrerseits schloss dies aus. 2014 wurde die Halbinsel schließlich von Russland annektiert.

Annexion der Krim: Was passierte auf der Halbinsel?

Die Annexion der Krim 2014 war das Ergebnis bereits seit Jahren herrschender Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine um die Halbinsel. Am 18. März wurde sie geopolitisch Teil Russlands. Russland brach damit auch mit Abkommen mit der Ukraine wie dem Freundschaftsvertrag und dem Budapester Memorandum von 1994, das die Grenzen der Ukraine achtete. 2016 bekräftigte die UN-Generalversammlung die Nichtanerkennung der Annexion der Krim durch Russland.
Die Konflikte zwischen den beiden Staaten begannen bereits mit der Unabhängigkeit der Ukraine. Russland startete 1992 mit ersten Abspaltungsversuchen der Krim. 2014 gelangte der Konflikt zu seinem Höhepunkt: In der Ukraine kam es zu Massenprotesten, nachdem der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch aus Kiew ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union auf Eis legte und sich Russland zuwandte. Er wurde gestürzt. Das Krim-Parlament stimmte im Anschluss einem Beitritt zur Russischen Förderation zu und stieß gleichzeitig ein Referendum zur Abspaltung von der Ukraine an. Am 21. März 2014 nahm Moskau die Krim offiziell in das Land auf. Mit dem Beschluss begannen im Osten der Ukraine Kämpfe. Pro-russische Separatisten besetzen die Bezirke Donezk und Luhansk und riefen dort „unabhängige Volksrepubliken“ aus. Mehr als 13.000 Menschen sterben bei dem bewaffneten Konflikt.
Der damalige ukrainische Präsident Petro Poroschenko unterschreibt im Mai 2014 das unter seinem Vorgänger gescheiterte Assoziierungsabkommen mit der EU, woraufhin Russlands Präsident Wladimir Putin mit „ernsthaften Konsequenzen“ droht.
2015 beschließen Russland und die Ukraine eine Waffenruhe, welche von Seiten Russlands nicht eingehalten wird. Auch in den folgenden Jahren gibt es weitere Angriffe. 2021 startet Russland eine Militäroffensive mit mehr als 100.000 Soldaten an der ukrainischen Grenze. Die russische Regierung beteuert zunächst, dass sie keine Angriffe in der Ukraine plane, am 24. Februar 2022 marschiert die russische Armee in das Land ein. Seitdem herrscht dort Krieg.

Bedeutung für Russland: Warum ist Putin die Krim so wichtig?

Nicht erst seit Wladimir Putin strebt Russland danach, die Krim für sich zu annektieren. Schon früh kämpfte das Land um die Halbinsel, weil sie wirtschaftlich großes Potenzial aufweist. Immerhin liegt auf der Krim der Hafen Sewastopol. Aus militärischer Sicht ist der Weg von dort für russische Flotten in weite Teil der Welt deutlich leichter als beispielsweise von St. Petersburg an der Ostsee aus. Auch aus Sicht des Handels hat der Hafen eine ideale Lage, immerhin ist der Schiffstransport billiger als jeder andere Verkehrsweg. Mit der Hinwendung der Ukraine in Richtung Westen und der Nato, ist der Hafen auf der Krim für Russland nicht mehr sicher. Auch deshalb ließ Putin die Krim annektieren.

Krieg in der Ukraine: Das fordert Putin für die Krim

Seit fast zwei Wochen herrschen kriegerische Kämpfe in der Ukraine. Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine waren bisher erfolglos. Russlands Präsident Wladimir Putin stellt hohe Forderungen an seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. Putin fordert neben einer Entmilitarisierung des Landes auch die Annektierung der Krim als Teil Russlands. Der Kreml teilte mit, dass eine Beendigung des Konflikts nur möglich sei, wenn der die Ukraine die Halbinsel Krim als Teil Russlands akzeptiert.
Friedensgespräche Ukraine Russland heute Dritte Verhandlungsrunde: Welche Ergebnisse hat es gegeben?

Kiew

Bevölkerung auf der Halbinsel Krim: pro-russisch orientiert

Zwar gehört die Krim eigentlich zur Ukraine, aufgrund ihrer russisch geprägten Geschichte leben auf der Halbinsel aber vor allem Russen. Von den 2,35 Millionen Bewohnern sind 50 Prozent Russen, 25 Prozent Ukrainer. Auch die russische Sprache ist dort dominierend, lediglich 10 Prozent der Menschen dort sprechen ukrainisch, 77 Prozent russisch.