Hochwasser Bayern
: Donau, Isar und Main: Tauwetter und Regen sorgen für kleinere Überschwemmungen im Freistaat

Der Schnee taut, es fällt Regen und die Flüsse in Bayern treten über die Ufer. Vor allem in Nordbayern gilt deshalb eine Warnung vor Hochwasser.
Von
Esther Lehnardt mit DPA
München
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Am Wochenende steigt die Gefahr für Hochwasser in Bayern. An Donau, Isar und Main kann es zu Überschwemmungen kommen. (Symbolbild)

Pixabay

In Bayern kommt es am Wochenende vereinzelt zu Hochwasser

Dafür sorgen Regen und Tauwetter mit höheren Temperaturen

Die Pegelstände an der Donau steigen.

Im Nachbarbundesland Baden–Württemberg steigt die Hochwassergefahr.

Durch Schneeschmelze und Regen sind am Samstag in Bayern die Hochwasserwarnstufen eins und zwei in vielen Regionen erreicht worden. Bei solchen Überflutungen werden zumeist aber nur Felder oder Straßen unter Wasser gesetzt. Mitunter stieg das Wasser aber auch auf Stufe drei, wie der Hochwassernachrichtendienst des Umwelt–Landesamtes in Augsburg berichtete.

Der Hochwassernachrichtendienst hat mehrere kleine Warnungen für Bayern veröffentlicht.

Screenshot Hochwassernachrichtendienst

Zusätzlich müssen die Menschen in Bayern am Wochenende auch wieder in einigen Gegenden mit Glätte rechnen. Der Regen gehe vermehrt wieder in Schnee über, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Auch Sturmböen waren angekündigt. Für den Alpenrand gab es eine Unwetterwarnung. Bis Sonntag sollten sich dort die Wassermengen durch Regen und Schneeschmelze mitunter auf 100 bis 180 Liter pro Quadratmeter summieren.

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen: Feuerwehr in ganz Bayern im Einsatz

Bei Baunach (Landkreis Bamberg) musste die Feuerwehr am Freitag das Wasser eines übergelaufenen Weihers in einen Bach pumpen. In Rödental (Kreis Coburg) gab es einen Feuerwehreinsatz wegen einer überfluteten Straße. Im mittelfränkischen Fürth wurden zwei Straßen wegen Überflutung gesperrt.

Im schwäbischen Obermaiselstein trat am Freitag ein Bach über die Ufer. Das Wasser lief in den Keller eines Wohnhauses. Auch ein angrenzender Pferdestall sei unter Wasser gestanden, berichtete die Feuerwehr. Ursache der Überschwemmung sei jedoch nicht Hochwasser sondern ein Schneepfropfen an einer Brücke des Lochbachs gewesen, wodurch das Wasser nicht mehr richtig habe abfließen können.

Das Wasserwirtschaftsamt Regensburg rechnete für Sonntag in der Welterbestadt mit den Warnstufen zwei bis drei. Bei einem Donau–Hochwasser dieser Dimension ist die Regensburger Altstadt üblicherweise durch mobile Schutzwände gut abzuschirmen.

Warnung des Hochwassernachrichtendienstes in Bayern für Landshut, Coburg und Bamberg

Der Hochwassernachrichtendienst in Bayern fasst seine Meldungen in einer Karte zusammen. Hochwasserwarnungen mit Überschwemmungen von bebauten Gebieten, gab es demzufolge am Samstagnachmittag für drei Gebiete:

Bamberg

Lichtenfels

Kulmbach

Coburg

Wetterbericht des DWD: Weiter Regen in Bayern

Die Regenfälle sollen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Sonntag allmählich in Schnee übergehen. Die Niederschläge würden nachlassen. Dadurch werde das Hochwassergeschehen in den betroffenen Regionen nicht weiter verschärft, heißt es im am Samstag veröffentlichten Lagebericht des Hochwassernachrichtendienstes.

Hochwasser in Bayern: Zunächst keine Einsätze am Freitag laut Polizei

Trotz steigender Pegelstände hat es in Bayern zunächst keine größeren Hochwasser–Einsätze gegeben. Das teilten die Polizeipräsidien im Freistaat am Freitagmorgen mit. In der Nacht waren nur einzelne Landstraßen überschwemmt oder Keller überflutet worden.

Itz, Schwarzach und Vils: In kleineren Gewässern Warnstufe drei am Freitag

Am Freitag waren vielerorts die Pegelstände bereits in die Hochwasserwarnstufen eins oder zwei gestiegen. Bei solchen Überflutungen werden zumeist aber nur Felder oder Straßen unter Wasser gesetzt. An mehreren Gewässern wie der Itz, der Schwarzach und der Kleinen Vils wurde Stufe drei erreicht, bei der auch bereits einzelne Gebäude überflutet werden können. Teilweise mussten Feuerwehren mit Sandsäcken Barrieren bauen oder Keller auspumpen.

Hochwasser: Höchste Alarmstufe an Schwabach in Mittelfranken

An der Schwabach in Mittelfranken wurde am Freitag die höchste Stufe vier erreicht. Der Hochwassernachrichtendienst des Umwelt–Landesamtes in Augsburg rechnete aber damit, dass sich die Lage in der Region entspannt, da oftmals die Pegelstände bereits den Scheitelbereich erreicht hätten. In Ober– und Unterfranken würden die Wasserstände aber noch stark ansteigen. Dort könnten dort an den Gewässern auch vereinzelt die Meldestufe drei erreicht werden.

Auto unter Brücke eingeklemmt

Darüber hinaus gab es am Freitag örtliche Überschwemmungen beispielsweise auch im Allgäu. Nach Polizeiangaben rollte in Stetten im Unterallgäu ein Auto in einen Bach und wurde von der starken Strömung mitgerissen. Schließlich wurde der Wagen unter einer Brücke eingeklemmt.

Hochwasser BW: Tauwetter sorgt für Hochwasser an Donau, Rhein und Neckar

Auch in Baden–Württemberg traten die Flüsse teilweise über die Ufer. Nach dem vielen Schnee der vergangenen Tage hat das Tauwetter eingesetzt.

Hochwasser Ulm und Neu–Ulm: Überschwemmung an Donau und Iller

Das Tauwetter lässt Donau und Iller über die Ufer treten. Die Städte Ulm und Neu–Ulm reagieren und sperren bestimmte Wege ab.

Mosel, Saar und Rhein: Flüsse in Rheinland–Pfalz und Saarland steigen an

Nach dem Schnee der vergangenen Tage wird auch in Rheinland–Pfalz und im Saarland in den kommenden Tagen mit Hochwasser gerechnet. Wegen häufiger Regenfälle und Schneeschmelze schwellen Mosel und Rhein deutlich an — es könnte zu Überschwemmungen kommen.