Grippe, RSV, Covid: Über 7 Millionen Menschen krank - das müssen Sie jetzt wissen

Der aktuelle Wochenbericht des RKI zeigt: Die Grippewelle ist noch nicht vorbei. Welche Rolle aktuell RSV und Covid spielen, die Lage in den Krankenhäusern und welche Personen besonders häufig unter schweren Verläufen leiden.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDeutschland steckt mitten in einer intensiven Erkältungs- und Grippesaison. Der aktuelle ARE-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) für die 5. Kalenderwoche 2026 zeigt: Atemwegserkrankungen sind weitverbreitet, die Arztpraxen stark ausgelastet. Welche Infektionen derzeit für den hohen Krankenstand sorgen – ein Überblick.
Rund 7,4 Millionen Menschen sind krank
Laut dem wöchentlichen Bericht des Robert Koch-Instituts ist die Zahl akuter Atemwegserkrankungen weiter gestiegen. Um die wöchentlichen Daten vergleichbar zu machen, hat das RKI die sogenannte „ARE-Inzidenz“ als Kennzahl entwickelt. Die liegt aktuell bei 8.800 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Hochgerechnet bedeutet das rund 7,4 Millionen neue Atemwegsinfekte innerhalb einer Woche. Das Niveau gilt als hoch, ist für diese Jahreszeit aber nicht ungewöhnlich.
Grippe dominiert das Infektionsgeschehen
Während zu Beginn der klassischen Erkältungssaison im Herbst vor allem Covid-Erreger das Geschehen bestimmten, hat sich spätestens seit Januar die Grippe durchgesetzt. Nachgewiesen werden weiter vorrangig Influenza-A-Viren, hauptsächlich vom Subtyp A(H3N2). Das „Humane respiratorische Synzytial-Virus“ (RSV) folgt zwar mit deutlichem Abstand, doch die RSV-Infektionen nehmen laut dem Bericht des RKI stark zu – die RSV-Welle begann Anfang Januar 2026. SARS-CoV-2 taucht in den Proben nur noch vereinzelt auf.
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Wie oft geht es ins Krankenhaus?
Glücklicherweise ist nicht jede Infektion schwer, dennoch: Ein Teil endet im Krankenhaus. Bei den gemeldeten laborbestätigten Fällen ergibt sich bei den stationären Krankenhausaufenthalten folgendes Bild für die aktuelle Meldewoche:
- Influenza: 24.513 Fälle, davon 5.171 hospitalisiert. Das entspricht 21 Prozent.
- RSV: 3.761 Fälle, davon 782 hospitalisiert. Ebenfalls 21 Prozent.
- Covid-19: 2.574 Fälle, davon 875 hospitalisiert. 34 Prozent.
Über die gesamte Saison betrachtet liegen die Hospitalisierungsanteile noch höher. Bei Covid bei 36 Prozent, bei RSV bei 28 Prozent, bei Influenza bei 25 Prozent. Diese Anteile beziehen sich auf gemeldete Fälle. Leichtere Verläufe ohne Test tauchen hier nicht auf.
Wie ist die Lage in den Krankenhäusern?
Die Zahl schwerer Atemwegsinfektionen im Krankenhaus liegt in der fünften Kalenderwoche auf moderatem Niveau. Influenza ist dabei der Hauptgrund: 40 Prozent der stationären Fälle werden mit Grippe diagnostiziert. Auf den Intensivstationen zeigt sich ein ähnliches Bild: 30 Prozent der intensiv behandelten Fälle hängen mit Influenza zusammen.
Wer ist aktuell besonders betroffen?
Die Erkrankungen verteilen sich nicht gleichmäßig: Kinder im Schulalter sind bei der Grippe besonders häufig betroffen. RSV trifft vorwiegend Kinder unter fünf Jahren und führt dort vergleichsweise oft zu Krankenhausaufenthalten. Viele schwere Verläufe betreffen auch Ältere: Bei den Todesfällen in dieser Saison sind 96 Prozent der Influenza-Toten, 95 Prozent der Covid-Toten und 89 Prozent der RSV-Toten mindestens 60 Jahre alt oder älter.
Quelle aller Daten: Robert Koch-Institut, ARE-Wochenbericht KW 5/2026.

