RKI warnt: RSV-Welle rollt an - diese Symptome sollten Sie kennen

Das RKI hat den Beginn der diesjährigen RSW-Welle markiert. Die Viruserkrankung betrifft viele Kleinkinder, häufig verläuft sie schwer. Welche Symptome Sie kennen sollten. (Archivbild)
Patrick Pleul/dpaDie RSV-Welle rollt auf Deutschland zu: Das Robert Koch-Institut hat in seinem neuesten Wochenbericht aktuelle Zahlen aus Arztpraxen in ganz Deutschland vorgelegt, die belegen: Die Zahl der Infektionen mit dem „Respiratorischen Synzytial-Virus“ hat in der 4. Kalenderwoche des Jahres 2026 deutlich zugelegt. Welche Symptome RSV verursacht und für wen es besonders gefährlich ist.
RSV-Fälle steigen besonders bei Kleinkindern
In der 4. Meldewoche 2026 meldet das RKI insgesamt 2.808 RSV-Fälle, davon 2.675 laborbestätigt. In der Altersgruppe 0 bis 4 Jahre erreicht die RSV-Positivrate 23 Prozent. Diese Altersgruppe hat auch den stärksten Zuwachs bei den neuen Infektionen. Bei 567 der laborbestätigten RSV-Fälle wird angegeben, dass diese einen stationären Krankenhausaufenthalt nötig machten. Das entspricht 21 Prozent der gemeldeten Fälle.
Betrachtet man den Zeitraum von Ende 2025 bis jetzt, steigt die Hospitalisierungsrate der bestätigten Fälle sogar auf insgesamt 29 Prozent. Auch 31 Todesfälle gab es bereits in der Saison 2025/26. 90 Prozent der Verstorbenen sind laut RKI 60 Jahre oder älter.
Auch das Abwassermonitoring weist nach oben: Das RKI meldet für die KW 4/2026 eine weiter steigende RSV-Viruslast im Abwasser. Für Influenza A deutet sich dagegen ein Rückgang an.
Symptome von RSV
RSV-Infektionen verlaufen unterschiedlich. Sie reichen von milden Atemwegssymptomen bis zu schweren Erkrankungen der unteren Atemwege mit Beatmungspflicht. Im ersten Lebensjahr infizieren sich laut dem Gesundheitsministerium zwischen 50 und 70 Prozent aller Säuglinge mindestens einmal mit RSV. In Deutschland sind RSV-Infektionen die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei Säuglingen.
Besonders gefährdet sind Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten. Die meisten schweren Verläufe betreffen zuvor gesunde Säuglinge. Mögliche Komplikationen sind Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder kombinierte Entzündungen von Luftröhre und Bronchien.
Bei Erwachsenen zeigt sich eine RSV-Infektion meist als Erkältung mit Schnupfen, Husten, Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit und Fieber. Bei Risikopersonen kann es zu schweren Verläufen kommen, etwa mit Lungenentzündung.
Wie wird RSV übertragen?
RSV überträgt sich vor allem über Tröpfchen. Beim Niesen oder Husten gelangen virushaltige Partikel in die Luft. Eine Ansteckung erfolgt auch über direkten Kontakt, etwa von Hand zu Hand, sowie über gemeinsam genutzte Gegenstände und Oberflächen.
In Atemwegssekreten bleibt das Virus infektiös. Auf Händen kann es bis zu 20 Minuten, auf Papierhandtüchern und Baumwollkitteln bis zu 45 Minuten überleben. Schutz bieten - neben einer Impfung (siehe unten) - Masken, Abstand, regelmäßiges Lüften und gründliches Händewaschen. Augen, Nase und Mund sollten nicht mit ungewaschenen Händen berührt werden.
Gibt es eine Impfung gegen RSV?
Die gibt es. Schutz bieten mehrere Maßnahmen, je nach Alter: Für Säuglinge gibt es seit relativ kurzer Zeit eine RSV-Prophylaxe. Erwachsene können auf die RSV-Impfung zurückgreifen.
