Grippe 2026
: Symptome, Impfung, Verlauf – was Sie jetzt wissen müssen

Deutschland ist weiterhin von vielen Grippe-Neuinfektionen betroffen. Welche Personen aktuell besonders gefährdet sind und ob die Influenza-Impfung wirkt.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Die Grippewelle hat Deutschland weiter im Griff. Wer am stärksten von Influenza gefährdet ist, welche Symptome H3N2 auslöst, Anzeichen für schwere Verläufe und ob die Grippeschutzimpfung wirkt. (Symbolbild)

Die Grippewelle hat Deutschland weiter im Griff. Wer am stärksten von Influenza gefährdet ist, welche Symptome H3N2 auslöst, Anzeichen für schwere Verläufe und ob die Grippeschutzimpfung wirkt. (Symbolbild)

Maurizio Gambarini/dpa

Ein neuer Grippe-Erreger treibt die Influenza-Inzidenzen in Deutschland spürbar nach oben. Auslöser ist ein mutierter Influenza-A-Virus vom Typ H3N2. Die Variante wurde zuerst in anderen europäischen Ländern nachgewiesen. Dort kam es auffällig häufig zu schweren Krankheitsverläufen bei bestimmten Personengruppen. Was Sie jetzt zur aktuellen Grippewelle 2026 wissen müssen: ob die Grippeschutzimpfung wirkt, welche Symptome der Erreger H3N2 auslöst und woran man einen schweren Verlauf erkennt.

Grippewelle 2026: Kinder aktuell gehäuft betroffen

Die Grippewelle hat laut Robert Koch-Institut (RKI) in der 48. Kalenderwoche 2025 begonnen. Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel ging die Aktivität aller Atemwegserkrankungen zunächst zurück, was vorwiegend auf die Feiertage und daraus resultierend weniger Arztbesuche zurückzuführen ist. Mittlerweile werden wieder deutlich mehr Grippeinfektionen nachgewiesen.

Vor allem bei (Vor-)Schulkindern zwischen 5 und 14 Jahren sowie bei kleineren Kindern bis 4 Jahre stiegen die Neuinfektionen in der zweiten Kalenderwoche 2026 wieder an, wie das „ARE-Dashboard“ des RKI zeigt. Unter der Abkürzung „ARE“ werden alle sogenannten „akut respiratorischen Erkrankungen“, also Atemwegserkrankungen wie RSV, Grippe und Covid-19, zusammengefasst. Am höchsten ist die Inzidenz im Westen des Landes, wie das ARE-Dashboard des Robert Koch-Instituts zeigt.

Influenza A: Diese Symptome verursacht die Mutation H3N2

Diese Influenza-Symptome sind aktuell typisch für H3N2:

  • Plötzlich auftretendes Fieber: Ähnlich wie bei anderen Grippeviren, kann sich bei H3N2 plötzlich auftretendes Fieber zeigen, welches mäßig bis hoch ausfällt und zu allgemeinem Unwohlsein führt.
  • Körperschmerzen: Derartige Schmerzen sind charakteristisch für diese neue Virus-Variante. Da die Symptome denen von Covid-19 ähnlich sind, sollte unbedingt ein Test durchgeführt werden.
  • Schüttelfrost: H3N2 verursacht häufig Schüttelfrost, welcher sehr plötzlich und in Verbindung mit den übrigen Symptomen auftritt.
  • Husten: Wie auch bereits bei anderen Grippevirus-Varianten bekannt, tritt bei dieser Mutation in vielen Fällen starker, teilweise lang anhaltender Husten auf.

Weitere Symptome einer Influenza-Erkrankung wie allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Rhinorrhö (Nasenausfluss), selten auch Übelkeit/Erbrechen und Durchfall können hinzukommen. Allerdings kommen nach Auskunft des Robert Koch-Instituts auch viele weitere, meist virologische Atemwegserreger bei einer solchen Symptomatik infrage.

Daran erkennt man einen schweren Grippeverlauf

Schwer verläuft eine Grippeerkrankung überwiegend dann, wenn zur viralen Infektion durch das Grippevirus selbst auch noch eine bakterielle Infektion dazukommt. Laut dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (HNO-Ärzte im Netz) sei der Beginn einer solchen Infektion vorwiegend daran zu erkennen, dass es einen erneuten Fieberanstieg um den 3. Krankheitstag gibt.

Symptome und Komplikationen bei schwerem Influenza-Verlauf

In der Folge kann sich eine bakterielle Infektion dann auch anhand weiterer Symptome zeigen. Je nachdem, wo die Bakterien sitzen, zum Beispiel durch Ohrenschmerzen (mögliche Mittelohrentzündung) oder Schmerzen im Gesicht (mögliche Nasen-Nebenhöhlenentzündung). Auch eine Lungenentzündung sei möglich. Weitere Komplikationen durch Bakterien können durch eine eitrige Bronchitis ausgelöst werden.

Auch Schädigungen im Herz-Kreislauf-System wie Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung (Herzinsuffizienz) sowie Ansammlungen von Flüssigkeit in der Lunge aufgrund der Herzschwäche (Lungenödem) oder ein Kreislaufschock sind mögliche Folgen eines schweren Grippeverlaufs.

Seltener können sich Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem (Hirnhautentzündung) zeigen. Da das Influenza-Virus aber prinzipiell jedes Organ schädigen kann, sind auch Symptome wie Leberschwellung, Leibschmerzen, Durchfälle oder Erbrechen möglich. Wenn die Symptome nach wenigen Tagen nicht besser, sondern sogar schlechter werden, ist dringend ein Besuch in der Arztpraxis erforderlich. Bei Kindern oder älteren Menschen lieber einmal zu viel, als zu wenig.

Wirkt die Grippeschutzimpfung gegen H3N2?

Jein. Laut RKI deutet einiges darauf hin, dass in dieser Saison bei Influenza A(H3N2)-Viren der Subklade K „der Schutz vor einer Infektion nach der Grippeschutzimpfung etwas verkürzt sein könnte, vor allem bei jüngeren Personen, die noch nicht so viele Antigenkontakte hatten.“ ABER: Es wird erwartet, dass der Grippeimpfstoff weiterhin Schutz vor schweren Verläufen bietet, das zeigen frühe Studien zur Einschätzung der Wirksamkeit aus England und dem europäischen Raum.

Kann und sollte man sich jetzt noch impfen lassen?

Alle Personen, für die die STIKO die Grippeschutzimpfung empfiehlt, sollten sich noch impfen lassen, falls dies noch nicht geschehen ist, empfiehlt das RKI. Zu den Risikogruppen gehören:

  • alle Personen ab 60 Jahren,
  • medizinisches Personal,
  • Schwangere ab dem 2. Trimenon (bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens bereits ab dem 1. Trimenon),
  • Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung und deren Kontaktpersonen (wie z.B. chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder HIV).
  • Auch für Bewohnende und Mitarbeitende von Alters- oder Pflegeheimen sowie für Personen, die im privaten Umfeld häufigen, regelmäßigen und direkten Kontakt zu z.B. Schweinen, Geflügel sowie Wildvögeln (frei und gehalten) und Robben haben, wird eine Schutzimpfung empfohlen.